Weiter ging es mit Applefilmen, dieses mal Tom Hanks als Kapitän
eines Zerstörers, der die Geleitsicherung eines Schiffskonvois
anführt, welcher Nachschub für die Alliierten Kräfte über den
Atlantik nach Europa transportiert. Auf offener See sind diese
Geleitzüge Ziele deutscher U-Bootverbände, Wolfsrudel genannt. Eine
fiktive Geschichte mit realem historischen Bezug.
Das sieht erwartungsgemäß ziemlich beeindruckend aus, aber mich hat
es emotional nicht wirklich gepackt. Man ist direkt auf See und die
Bedrohung durch die deutschen U-Boote ist von Anfangen gegenwärtig,
man verteidigt sich mit allem, was man so hat und obwohl der Film
mit Abspann nur etwas über anderthalb Stunden dauert ist es ein
bisschen redundant, logisch eigentlich - Kriegsschiffe schießen auf
Uboote und versuchen nicht von Ubooten/Torpedos versenkt zu werden.
Es wird nicht langweilig, dafür ist die Laufzeit zu kurz, aber mir
fehlte die Varianz, der Hintergrund, die Charaktertiefe.
Es gibt nur wenige Gründe mit Tom Hanks mitzufiebern, nämlich weil
völlig klar ist, dass die Alliierten die Guten und die Nazis die
Aggressoren sind und weil es Tom Hanks ist. Über die
Figur Commander Krause, die Tom Hanks verkörpert erfährt man
nur, dass er eine Frau hat und religiös ist. Außerdem ist es sein
erster Einsatz dieser Art. Allein das hätte so viel Potential
gehabt, mich hätte sehr interessiert, was in ihm vorgeht, seine
Ansichten und seine Zweifel, die wohl in der literarischen Vorlage
eine Rolle spielen und im Film nur mit einem Satz oder ein bisschen
Mimik angedeutet werden. Ich erwarte keine übertriebene
Charakterentwicklung während der Überfahrt, aber letztlich bleibt
er komplett austauschbar obwohl es eine Ein-Mann-Show ist, alle
anderen sind Statisten. Auch von den anderen Begleitschiffen und
den Frachtern erfährt man kaum was und man sieht auch nicht
sonderlich viel. Über die Hintergründe dieser HX-Geleitzüge, bzw.
Handelsschiffskonvois habe ich hinterher ein bisschen was gelesen,
weil es mich interessiert hat das war eine wahnsinnige
Erfolgsgeschichte, es gab 376 davon und ohne diese wäre der Krieg
anders ausgegangen.
Ich hätte mir ein bisschen was davon im Film gewünscht, so ist es
für mich ein hübsches Gemälde der Atlantikschlacht. Schön
anzusehen, aber auch nicht viel mehr. Ich denke ein großer Teil des
Publikums wird den Minimalismus und die Reduzierung als Vorteil
ansehen, ich hätte mehr erwartet. Deswegen liest sich das hier
vermutlich auch zu negativ. Für mich war es guter Durchschnitt,
weil die Bilder der Kriegsschiffe im unwirtlichen Atlantik
eindrucksvoll sind, es fehlte mir aber die Intensität 6/10