Zitat von ermin;5947266
Ich kann mich noch genau erinnern, als ich das erste Mal von No Man's Sky gehört habe. Damals fand ich es einfach faszinierend, wie groß die Spielwelt sein soll. Eine Fülle an Planeten, die man in seinem ganzen Leben nie alle besuchen wird. Die Erforschung der Welten mit der Möglichkeit Flora und Fauna Namen zu geben, sofern man sie als erster entdeckt hat, weckte damals meine Aufmerksamkeit. Als Sony Hello Games jedoch unter die Arme griff und aus einem Indie-Spiel, den ein Dutzend Leute gemacht haben, plötzlich ein Triple-A Titel für happige 60+ Euro wurde, drückte das doch meine Vorfreude. Spätestens jedoch als das Spiel nach Release von Fans und Presse in der Luft zerrissen wurde, wanderte mein Interesse auf den Nullpunkt. Hin und wieder habe ich die Entwicklung und die News zum Spiel verfolgt, aber zum Kauf konnte mich das Spiel bis dahin nicht reizen. Aber jeder von uns hat einen schwachen Punkt. Bei mir war es das Saturn Angebot für einer Woche: Dort gab es No Man's Sky für 15 €. Überall sonst werden mind. 25€ und mehr verlangt. Also dachte ich, gib den Spiel eine Chance. Notfalls verkaufst du es zum Einkaufspreis.
Also Disc in die PS4 Pro und dann erst mal eine halbe Stunde gedulden, bis zig GB Updates aus dem Internet runtergeladen und das Spiel auf den neuesten Stand gebracht wurde. Völlig ohne Vorkenntnisse wurde ich ins das Spiel geworfen. Ich bin anscheinend ein Gestrandeter. Mein Schiff ist auf einem Planeten abgestürzt. Wer ich bin, was ich hier suchte, wohin ich wollte, keine Ahnung. Ich finde neben meinem Schiff ein Artefakt namens Atlas und wurde gefragt, ob ich diesem folgen soll. Ohne es besser zu wissen, habe ich es bejaht. Dann gab mir das Spiel einige Informationen, dass ich mein Schiff reparieren muss. Dazu sollte ich diverse Materialen abbauen, dadurch Items herstellen und somit das Schiff wieder startklar machen. Das Spiel gibt einem kaum Informationen, wie etwas funktioniert. Das hat mir bei den Souls-Spielen schon gefallen und hier gefällt es mir genauso. Ich befinde mich auf einem fremden Planeten, muss mich zurechtfinden und habe auch keinen Helfer, der mir alles vorkaut, was und wie ich alles machen muss. Diese Art und Weise gefällt mir einfach. Somit entdecke ich durch Learning by doing das Gameplay und somit auch den Planeten, auf dem ich gestrandet bin. Überrascht wurde ich, als mich die sogenannten Wächter, eine Art Drohne, die anscheinend als Weltraum-Polizei agieren, angegriffen haben. Anscheinend ist es bei den Wächtern nicht gern gesehen, wenn Flora und Fauna für die eigenen Bedürfnisse abgebaut werden. Nach gut einer Stunde Materialen sammeln, stieße ich auf ein anderes Schiff, was zum Vergleich zu meinem deutlich mehr Stauraum besaß. Wow, dachte ich. Bloß waren einige der Stauräume beschädigt und mussten reparieren werden, was gut 50.000 Währung pro Stück kostete. Egal, im Vergleich zu meinem besaß es auch ohne Reparatur mehr Stauraum, also wechselte ich das Schiff, habe es repariert und stieg das erste Mal und flog über den Planeten, den ich natürlich nach mir benannt habe :) Beim Flug poppten immer wieder Fragezeichen auf, die mir neue, interessante Orte oder Artefakte zeigten. Ich wollte gar nicht vom Planeten weg, da ich fand, dass man hier noch so viel zu entdecken hat. Also bliebe ich noch gut 3 (!) Stunden und habe den Planeten erforscht und entdeckt.
Es ist einfach unglaublich, wie mich dieses Spiel und die Spielwelt in seinen Bann zieht. Bei der Erforschung stieß ich auf einen Monolithen, bei dem ich eine Frage beantworten musste. Es gibt darum, ins Lava zu greifen oder nicht. Ich griff ins Lava und bekam dafür ein neues Gewehr mit 25 Plätzen von denen 10 repariert werden müssen. Im Gegensatz dazu habe ich ein Gewehr mir gerade mal 4-5 Feldern gehabt. Ob das Finden des Schiffes und des neuen Gewehrs Zufall war oder ob man das bei jedem Neuanfang findet, weiss ich nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass das Erforschen belohnt wurde. Das Verlassen des Planeten war schon ein magischer Moment. Es ist schon erstaunlich, wie smooth der Übergang vom Planeten zum Weltraum doch ist.
Ich flog zu einer Raumstation, wie es mir aufgetragen wurde. Überrascht war ich, dass dort weitere Raumschiffe landen. Es müssten meiner Meinung nach NPCs sein, richtige andere Spieler habe ich nicht gesehen. Entweder gibt es keinen richtigen Multiplayer oder es ist einfach so, dass es einfach unmöglich ist, bei der schier unendlichen Größe der Spielwelt auf andere Spieler zu stoßen. Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass einige NPCs Items für 30.000 Währung verkaufen, die andere NPCs für das fast doppelte (56.000) abkaufen. Also tat ich als gelernter Kaufmann genau das, was man in diesem Moment machen muss. Kaufen und verkaufen. Das ging so gut, dass mein Konto innerhalb von einer Stunde einige Millionen schwer war. Ich erinnerte mich, dass auf dem Planeten unzählige Fragezeichen waren, bei denen ich für 10.000 Währung meine Rucksackplätze dazukaufen konnte. Also wurde fast das ganze Geld genau dafür und für die Reparatur der Schiffsplätze verwendet.
Nach gut 10 Stunden habe ich ein Schiff mit 25 Plätzen, ein Rucksack mit 34 Plätzen, habe alles für den ersten Hyperflug gesammelt und erforsche noch das erste Sonnensystem, bis ich zum nächsten fliegen werde.
Die Kritik an dem Spiel kann ich nach 10 Stunden wirklich nicht nachvollziehen.Ich weiss jetzt aber nicht genau, was die Entwickler nach Release noch ins Spiel integriert haben. Es kann natürlich sein, dass viele Features am Releasetag noch gar nicht enthalten waren, die ich jetzt natürlich im Spiel integriert genieße. Evtl. waren die Erwartungen der Fans aber auch einfach zu groß. Ich habe jedenfalls sehr viel Spaß und freue mich darauf, was mich noch erwartet.
Die 15 € waren auf jeden Fall gut investiert.
Das einzige was mich bisher stört, ist die kunterbunte Optik. Dem Spiel hätte eine etwas realistischere Optik viel besser vertrage. Aber in den Optionen kann man mit den Filtern die Optik nach seinen Bedürfnissen anpassen. Jedenfalls besser als nichts. Die Hintergrundmusik kann sich wirklich hören lassen und sorgt für eine sehr entspannte Atmosphäre.
Nach dem Durchspielen von Dark Souls 3 und den DLCs ist No Man's Sky genau das perfekte Spiel, was ich jetzt gebraucht habe. Hier herrscht keine Hektik, es hat sogar etwas meditatives, durch den Weltraum zu fliegen und die Planeten zu erforschen. Wer sich für Sci-Fi, den Weltraum interessiert und ein ruhiges, entspanntes Feierabend-Spiel sucht, wird mit No Man's Sky nichts falsch machen. Man muss aber auch viel Zeit und Interesse am Erforschen mitbringen. Wer ballern will und schnell von a nach b kommen will, wird mit dem Spiel auf jeden Fall keinen Spaß haben.
Für mich könnte No Man's Sky, sofern es so weiter gehen sollte, ein Spiel für die nächsten Jahre und nicht nur für die nächsten Tage oder Wochen werden.