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Zitat von Devil97;264611
Welcher Fachmann kann mir mal beantworten wo bei einer digitalen Übertragung eigentlich der genaue (evt. hörbare) Unterschied sein soll?
Wenn digitale Daten übertragen werden sprechen wir da nicht von Nullen und Einsen? Ist das dann nicht letztendlich ein Datenstream, der 1:1 übertragen wird und die Qualität der Rückrechnung in analog (in Richtung Boxen) erst in Qualität gemessen werden kann je nachdem wie gut das die Schnittstelle im Verstärker macht?
Wie Markus P. schon geschrieben hat, ist die Taktung sehr wichtig - ich versuche das einmal anschaulich zu erklären. Wenn man vereinbaren würde (so ist es nicht!), Null mit "kein Licht" und Eins mit "Licht an" zu übersetzen und einen "Takt" von einer Sekunde einrichtet, dann würde man schon im ersten Praxistest auf ungeahnte Schwierigkeiten stossen: wie finde ich heraus, ob die zwei an der Übermittlung beteiligten Geräte den gleichen Sekundentakt verwenden? Wenn eines der Geräte eine drittel Sekunde "vorläuft", das andere eine viertel Sekunde nachläuft? wenn 12 Nullen hintereinander kommen, waren es jetzt immer zweifelsfrei 12 oder doch nur 11 oder sogar 13?
In der Praxis ist selbst mit Quarzen nur annähernd ein genauer Takt erreichbar. Dazu kommen Schwankungen im Takt des Signals, die sowohl von der Signalfolge selber als auch von äußeren Umständen (Temperatur, elektro-magnetische Felder, Treiberspannung, mechanischer Druck, etc.) abhängig sind. Bisher haben wir noch garnicht die Verbindungsstrecke mit einbezogen - jedes Kabel verschleift ein Signal. Dadurch wird im Rahmen der Spezifikation zwar keine 1 aus einer Null, aber die zeitliche "Kohärenz" kann durchaus schwanken.
Bei S/P-DIF hat man deshalb von Anfang an Wert auf eine separat (aber auf der gleichen Leitung liegende) Taktung nachgedacht. Der "Sender" muss also nicht nur das Signal selber erzeugen und wegschicken, sondern er muss außerdem einen genauen und möglichst gleichmässigen, stetigen Takt erzeugen. Je sauberer dieser Takt beim "Empfänger" ankommt und je besser er mit den Informationen korreliert und je stetiger und gleichmäßiger die Signale einlaufen, desto sauberer und besser wird sich das Ergebnis des D/A-Wandlers anhören.
Das ist übrigens mit HDMI versäumt worden, man hat auf eine extra Taktung des Tonsignals verzichtet. Jetzt spielt das bei Paketübertragungen (komprimierte Tonformate via Bitstream) nicht die ganz große Rolle, weil diese sowie ausgepackt, dekodiert und erneut eigenständig "getaktet" werden müssen - aber die Übertragung von PCM via HDMI klingt in der Regel schlechter als über S/P-DIF, obwohl HDMI viel mehr Bandbreite zulassen kann (also die "besere" Daten-Autobahn darstellt).
Noch ein Wort zu deiner Erfahrung, Devil97: du bist der erste, den ich glaubwürdig erzählen höre, 15m via Toslink zuverlässig überbrückt zu haben. Welche Kabel und welche Geräte sind im Spiel? In der Praxis klappt das mit Koaxialen Verbindungen einfach besser, was aber eher an dem Stecker als am Kabel selber liegt.
Gruß thorsten