Geschrieben: 06 Sep 2026 14:51
Return to Silent Hill ( Amazon Prime 4K UHD Leihtitel für 0,99€ )
3/10 Ich habe Teil 2 verschlungen und damals fast alle
möglichen Enden durchgespielt. Teil 2 ist bis heute, der stärkste
und beste Teil der Reihe. Daran gibt es eigentlich keinen Zweifel.
Meine Erwartungen waren gering, da ich kaum glaube, das man ein so
starkes Spiel, in einem Film unterbringen kann.
Habe ihm mir daher auf Amazon für 0,99€ geliehen und hier mein
etwas langer Eindruck.
Der Film basiert auf dem Videospiel Silent Hill 2 und erzählt die
Geschichte von James Sunderland, der einen geheimnisvollen Brief
von seiner verstorben geglaubten Frau Mary erhält. In der Hoffnung,
sie wiederzufinden, macht er sich auf den Weg nach Silent Hill.
Dort angekommen, gerät er in eine düstere und zunehmend
albtraumhafte Welt, in der Realität und Erinnerungen immer stärker
miteinander verschwimmen.
Da der Film auf dem Spiel von Teil 2 basiert, gilt es als eine der
bekanntesten Geschichten des psychologischen Horrors. Entsprechend
hoch waren die Erwartungen an diese Verfilmung. Doch leider war die
Enttäuschung dann doch für mich zu groß und ein vergeblicher
Neuanfang, einer wirklich starkken Geschichte.
James Sunderland wird von Jeremy Irvine gespielt. Grundsätzlich ist
Irvine kein schlechter Darsteller und versucht, die Verzweiflung
und Orientierungslosigkeit seiner Figur glaubwürdig darzustellen.
Allerdings bleibt James als Charakter für mich trotzdem relativ
blass. Man versteht zwar, dass er emotional schwer belastet ist und
unbedingt Antworten auf seine Fragen finden möchte, aber seine
innere Entwicklung wird nicht immer überzeugend vermittelt.
Das ist besonders problematisch, weil James eigentlich das
emotionale Zentrum der gesamten Geschichte sein sollte. Seine Reise
nach Silent Hill ist schließlich nicht nur eine Reise an einen
bestimmten Ort, sondern auch eine Konfrontation mit seiner eigenen
Vergangenheit. Der Film hätte viel stärker darauf eingehen müssen,
was in seinem Kopf passiert und wie sich seine Wahrnehmung der
Realität verändert.
Auch die Beziehung zwischen James und Mary hätte meiner Meinung
nach besser ausgearbeitet werden müssen. Hannah Emily Anderson
übernimmt mehrere wichtige Rollen innerhalb der Geschichte,
darunter Mary. Ihre Darstellung ist teilweise durchaus interessant,
doch die emotionale Verbindung zwischen den Figuren wirkt nicht
immer so stark, wie sie eigentlich wie im Spiel sein sollte.
Auch die Nebenfiguren wie Laura oder Eddie kommen hier viel zu kurz
zum Einsatz. Gerade diese beiden Figuren sind noch viel stärker im
Spiel verbunden, als das es der Film zeigt.
Problematisch ist zudem das Drehbuch. Return to Silent Hill möchte
gleichzeitig eine Geschichte für Fans der Spiele erzählen, aber
auch neue Zuschauer gewinnen, die weniger mit den Spielen zu tun
haben. Dadurch wirkt der Film manchmal etwas unausgeglichen. Einige
Elemente werden offenbar vorausgesetzt, während andere Dinge sehr
direkt erklärt werden.
Optisch sieht Return to Silent Hill dagegen teilweise wirklich
stark aus. Die Stadt mit ihrem Nebel, den verlassenen Gebäuden und
der düsteren Beleuchtung vermittelt durchaus das typische Silent
Hill Gefühl. Die Inszenierung besitzt einige Bilder, die sofort an
das Spiel erinnern und für Fans sicherlich einen gewissen
Wiedererkennungswert haben.
Auch die berühmte düstere Atmosphäre funktioniert stellenweise sehr
gut. Silent Hill wirkt wie ein Ort, an dem man nicht sein möchte.
Der Nebel, die leeren Straßen und die unheimlichen Innenräume
erzeugen eine unangenehme Stimmung.
Beim Horror selbst hatte ich nämlich deutlich größere Probleme. Der
Film besitzt zwar einige interessante Kreaturen und verstörende
Bilder, aber er schafft es für mich nur selten, wirklich Angst
aufzubauen.
Einige Monster sehen durchaus beeindruckend aus, doch die Spannung
ist häufig schnell wieder verschwunden. Anstatt den Zuschauer lange
im Ungewissen zu lassen, zeigt der Film manche seiner Schrecken
relativ direkt. Dadurch verliert der Horror etwas an seiner
Wirkung.
Besonders schade ist das, weil Silent Hill eigentlich hervorragend
für psychologischen Horror geeignet ist. Viel interessanter ist die
Frage, ob man dem eigenen Verstand überhaupt noch vertrauen
kann.
Stattdessen setzt der Film teilweise stärker auf klassische Horror
Elemente. Es gibt Momente, in denen Return to Silent Hill eher wie
ein durchschnittlicher moderner Horrorfilm wirkt und weniger wie
die psychologisch verstörende Geschichte, die man sich von dieser
Vorlage wünschen würde.
Ein positiver Punkt ist allerdings die Gestaltung der Kreaturen.
Fans des Videospiels werden einige bekannte Erscheinungen
wiedererkennen. Besonders die Präsenz von Pyramid Head sorgt
natürlich sofort für Aufmerksamkeit. Robert Strange übernimmt die
Rolle des Pyramid Head und spielt diesen wirklich gut.
Eine Figur wie Pyramid Head funktioniert aber nur besonders gut,
wenn sie sparsam und mit einer gewissen mysteriösen Bedeutung
eingesetzt wird. Wenn man solche ikonischen Elemente zu stark in
den Mittelpunkt stellt, entsteht zu sehr der Eindruck für ein
Fanservice.
Die Musik kann dagegen voll punkten. Akira Yamaoka, der eng mit der
Silent Hill Spielreihe verbunden ist, war auch an der Musik des
Films beteiligt. Die musikalische Gestaltung passt deshalb
grundsätzlich sehr gut zur Atmosphäre.
Man merkt dem Film außerdem an, dass er stark mit der
Erwartungshaltung der Fans arbeitet. Es gibt viele Elemente, die
sofort zeigen sollen...Ich bin in Silent Hill. Der Nebel, die
Monster, Pyramid Head, die Kreaturen, die düsteren Gebäude und
verstörende Bilder sind natürlich wichtige Bestandteile des
Franchise.
Die Kulissen und das Produktionsdesign sind atmosphärisch. Die
Stadt wirkt heruntergekommen und unheimlich, und einige Szenen
sehen wirklich hochwertig aus.
Die Atmosphäre, die Optik, einige Kreaturen und die Verbindung zur
Vorlage sorgen durchaus für etwas Unterhaltung. Allerdings sind
dagegen die Story, Handlung und die wichtigen psychologischen
Elemente aus dem Spiel vollkommen schwach ausgearbeitet. Der Film
ist weit weg von seiner grandiosen Vorlage. Da hätte ich mir viel
mehr gewünscht.