Malavita - The Family ( HD TV ) 4/10 Ein ehemaliger Mafia Boss wird
mit seiner Familie ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen und muss
sich in einer französischen Kleinstadt ein neues Leben aufbauen.
Dazu kommen ein namhafter Regisseur, ein prominenter Cast und die
Aussicht auf eine Mischung aus schwarzer Komödie, Krimi und
Action.
Das Verhältnis passt nicht immer. Der Film schwankt ständig
zwischen Komödie, Familiendrama und brutaler Gangstergeschichte,
ohne sich jemals klar zu entscheiden. Einige Szenen setzen auf
überzeichneten Humor, während kurz darauf wieder extrem
gewalttätige Momente folgen. Dieser ständige Wechsel wirkt eher
verwirrend als originell. Statt einer gelungenen Balance entsteht
der Eindruck, als würden mehrere unterschiedliche Filme
gleichzeitig erzählt werden.
Auch die Handlung entwickelt sich über weite Strecken nur
schleppend. Der Alltag der Familie im Zeugenschutzprogramm bietet
zwar einige amüsante Ideen, wiederholt sich aber schnell. Viele
Szenen drehen sich darum, dass die Familienmitglieder ihre
kriminellen Instinkte nicht ablegen können. Anfangs sorgt das noch
für Unterhaltung, doch nach einer Weile wirken die Gags
vorhersehbar und verlieren ihren Reiz. Die eigentliche Geschichte
kommt dadurch nur langsam voran.
Die Figuren bleiben ebenfalls hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Die schauspielerischen Leistungen sind solide. Einige Darsteller
verleihen ihren Figuren zwar Charisma und Präsenz, doch selbst sie
wirken stellenweise unterfordert. Die Konflikte innerhalb der
Familie werden zwar angedeutet, aber nie wirklich vertieft. Statt
komplexer Persönlichkeiten sieht man häufig stereotype
Rollenbilder, die den Film nicht tragen können.
Viele Dialoge bleiben oberflächlich oder setzen auf bekannte Mafia
Klischees.
Optisch macht der Film einen ordentlichen Eindruck. Die
französischen Schauplätze sorgen für eine angenehme Atmosphäre und
bilden einen interessanten Kontrast zum amerikanischen Mafia
Milieu. Kameraführung und Ausstattung sind handwerklich sauber
umgesetzt. Dennoch fehlt es der Inszenierung an einer eigenen
Handschrift.
Auch das Finale hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Nachdem
der Film lange Zeit eher gemächlich erzählt wird, überschlagen sich
die Ereignisse plötzlich. Die Actionsequenzen sind zwar solide
inszeniert, wirken aber überhastet und wenig glaubwürdig.
Schwarze Komödien leben von cleveren Dialogen, bissiger Satire oder
überraschenden Situationen. Malavita - The Family verlässt sich
jedoch häufig auf übertriebene Gewalt oder vorhersehbare Pointen.
Manche Szenen funktionieren durchaus, insgesamt bleibt der Humor
aber nicht wirklich lustig.
Der Film besitzt zwar einzelne unterhaltsame Momente und einige
originelle Ideen, ist jedoch weitesgehend schwach umgesetzt. Die
Mischung verschiedener Genres wirkt unausgewogen, die Handlung
verliert sich in Nebensächlichkeiten und die Figuren bleiben
überraschend blass. Am Ende bleibt ein Film, der weder als Komödie,
noch als Mafiafilm oder Familiendrama wirklich überzeugt.