War Machine 7.5/10 (Netflix)
Eine Gruppe Soldaten befindet sich in der letzten Phase einer
extrem harten Ausbildung, um Teil einer neuen Eliteeinheit zu
werden. Während einer Trainingsmission in abgelegener Wildnis wird
die Übung plötzlich zum echten Kampf ums Überleben, als sie von
einer riesigen, ausserirdischen Kampfmaschine angegriffen werden.
Der Soldat 81 (Alan Ritchson) muss die Gruppe anführen und
versuchen, das Monster zu besiegen, um seine Kameraden zu
retten.
Wenn man mit den richtigen Erwartungen an diesen Film herangeht,
bekommt man einen schnörkellosen Action-Science-Fiction-Film
geliefert, wie es ihn auch schon in den 80er- oder 90er-Jahren
gegeben haben könnte. Die Story ist dabei ultradünn, die Dialoge
bleiben meist recht flach, eine kleine Prise Patriotismus darf
natürlich auch nicht fehlen und im Grunde endet alles genau so, wie
man es von Anfang an vermutet. Ist das nun automatisch etwas
Schlechtes? Ich finde nicht, denn der Film weiss ziemlich genau,
was er sein möchte und versucht auch gar nicht erst, mehr zu sein.
Statt sich mit unnötiger Komplexität aufzuhalten, setzt er ganz
bewusst auf simple Unterhaltung und geradlinige Action. Wenn ein
Film diesen Anspruch hat, habe ich damit grundsätzlich überhaupt
kein Problem, er muss dann aber in genau diesen Bereichen auch
liefern. Und ich muss sagen, dass War Machine das über weite
Strecken tatsächlich ganz ordentlich gelingt. Zunächst investiert
der Film ungefähr 30 Minuten, um die verschiedenen Figuren
einzuführen und sie während ihrer harten militärischen Ausbildung
zu zeigen. Dabei bekommen die Charaktere zwar nicht besonders viel
Tiefe spendiert, was für den späteren Verlauf allerdings auch kaum
eine Rolle spielt. Die Figuren funktionieren eher als Archetypen
innerhalb der Gruppe, was in einem solchen Action-Szenario durchaus
ausreichend ist. Besonders Alan Ritchson erweist sich dabei meiner
Meinung nach als sehr passende Wahl für die Hauptrolle. Vor allem
seine körperliche Präsenz und seine Ausstrahlung sorgen dafür, dass
man ihm die Rolle eines kampferprobten Soldaten ohne Probleme
abnimmt. Nachdem diese Einführungsphase abgeschlossen ist, geht der
Film relativ schnell zur eigentlichen Konfrontation über. Die
Action ist dabei ziemlich wuchtig inszeniert und wirkt stellenweise
überraschend brutal. Man merkt ausserdem deutlich, dass versucht
wurde, möglichst viele Effekte praktisch umzusetzen, was dem Ganzen
eine spürbare physische Wirkung verleiht. Gerade die zahlreichen
Explosionen wirken greifbar und sorgen dafür, dass die Kämpfe eine
gewisse Intensität entwickeln. Für solche praktischen Effekte
bekommt ein Film bei mir immer ein paar Extrapunkte. Sehr positiv
ist ausserdem, dass ein grosser Teil der Szenen tatsächlich on
Location gedreht wurde. Dadurch wirkt der Film deutlich lebendiger
und weniger wie eine typische Studioproduktion, wie man sie
heutzutage leider häufig sieht. Die Handlung spielt zudem in einer
beeindruckenden Naturkulisse, die immer wieder für schöne und
atmosphärische Bilder sorgt. Leider trifft das nicht auf den
gesamten Film zu, denn besonders gegen Ende wird der Look zunehmend
künstlicher. Immer mehr Szenen werden offensichtlich mit CGI
umgesetzt, was den zuvor recht authentischen Eindruck ein wenig
schmälert. Die Effekte sind insgesamt zwar ordentlich, aber nicht
immer auf dem gleichen Niveau, da sich auch ein paar schwächere
Momente darunter befinden. Der musikalische Score bleibt leider
ziemlich generisch und fällt kaum wirklich positiv auf. Dafür kann
das Sounddesign mit ordentlich Druck und Wucht überzeugen, was
gerade in den Actionszenen gut zur Geltung kommt. Der grundlegende
Konflikt, nämlich der Kampf von Menschen gegen eine scheinbar
übermächtige Maschine, besitzt dabei definitiv seinen Reiz.
Stellenweise fühlte ich mich dabei sogar ein wenig an Predator
erinnert, was sicherlich nicht die schlechteste Inspirationsquelle
ist. Insgesamt ist War Machine sicherlich kein Meisterwerk, doch
wer einfach einen simplen, kompromisslosen Action-Film sehen
möchte, der sich ganz auf Unterhaltung konzentriert, wird hier
meiner Meinung nach durchaus gut bedient. Gerade im Vergleich zu
manch anderer aktueller Produktion ist das Ergebnis wiklich gut und
ich persönlich hatte mit dem Film jedenfalls meinen Spass.

LG, Raffi
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