Avatar: Fire and Ash 6/10 (IMAX 3D)
Avatar: Fire and Ash setzt die Geschichte von Jake Sully (Sam
Worthington) und Neytiri (Zoe Saldãna) fort und führt sie in neue,
gefährliche Regionen Pandoras. Im Mittelpunkt steht die Begegnung
mit einem aggressiveren Na’vi-Stamm, der eine dunklere,
konfliktreichere Seite dieser Welt zeigt und den moralischen
Gegensatz zu bisherigen Völkern verschärft.
Avatar: Fire and Ash hat für mich erneut bestätigt, dass ich
grundsätzlich kein grosser Fan der Reihe bin, sie aber als reines
Eventkino durchaus schätzen kann. Die Avatar-Filme funktionieren
für mich vor allem dann, wenn man sie im Kino sieht und sich vom
audiovisuellen Spektakel mitreissen lässt. Gleichzeitig bleibt es
für mich ein faszinierendes Phänomen, dass diese Filme zu den
erfolgreichsten aller Zeiten gehören, popkulturell aber erstaunlich
wenig Spuren hinterlassen. Das bestärkt meinen Eindruck, dass viele
Menschen Avatar hauptsächlich wegen des Spektakels schauen, was
völlig legitim ist. Auch bei Teil 3 ist die visuelle Seite wieder
ein absolutes Highlight. Die Bilder, Effekte und die
Detailverliebtheit bewegen sich auf einem extrem hohen Niveau und
man sieht das enorme Budget wirklich in jeder einzelnen Szene.
Pandora wirkt erneut lebendig, greifbar und technisch beeindruckend
wie kaum eine andere Filmwelt. Mein grösster Kritikpunkt im
visuellen Bereich ist allerdings die Nutzung von HFR. Der ständige
Wechsel zwischen 24 und 48 Bildern pro Sekunde, sehr oft sogar
innerhalb derselben Szene, hat mich immer wieder aus der Immersion
gerissen. Hier hätte James Cameron entweder deutlich konsequenter
oder schlicht zurückhaltender mit dieser Technik umgehen sollen.
Was mich jedoch wirklich enttäuscht hat, ist die Story, die sich
für mich wie eine Mogelpackung anfühlt. Der Titel Fire and Ash
suggeriert, dass ein Grossteil der Handlung in einem neuen Gebiet
angesiedelt ist, was sich letztlich als falsche Erwartung
herausgestellt hat. Stattdessen spielt der Film erneut
grösstenteils beim Wasserfolk, inklusive eines fast identischen
Finales wie in Teil 2. So spektakulär diese Sequenzen auch
inszeniert sind, sie lassen leider spürbar kreative Frische
vermissen. Die Handlung selbst ist simpel, vorhersehbar und ähnelt
im groben Aufbau stark dem Vorgänger, wodurch sich die Geschichte
zunehmend im Kreis dreht. Umso erstaunlicher ist es, dass sich der
Film für diese dünne Story über drei Stunden Zeit nimmt, denn diese
Laufzeit ist in keiner Weise gerechtfertigt. Auch das neue Feuer-
und Asche-Volk bleibt am Ende eher oberflächlich gezeichnet.
Positiv hervorheben möchte ich jedoch Varang, die Anführerin dieses
Volkes, die für mich eine der interessantesten Figuren des Films
war. Insgesamt ist Avatar: Fire and Ash für mich kein Reinfall, da
er visuell ein echtes Brett ist. Inhaltlich und erzählerisch hatte
ich mir jedoch deutlich mehr erhofft und die starken Parallelen zu
The Way of Water sind schlicht nicht zu übersehen.