Quo Vadis, Cinema?
11. Dezember 2025Kaum steht ein Filmstudio zum Verkauf dreht die Internet-Community durch.
Ich habe das mal zum Anlass genommen ein wenig Filmgeschichte zu recherchieren und zusammenzutragen um alle zum Durchatmen zu animieren:
Ich begann meine Suche mit einem einfachen Begriff und einer Überraschung:
Das älteste Filmstudio der Welt ist…
Studio Babelsberg. War für mich tatsächlich neu, ich war aber auch noch nie dort.
Ist somit auf meiner To-Do-Liste.
Das Studio wurde am 12. Februar 1912 gegründet.
Funfact: Hitchcock dreht seinen ersten Film (damals noch unbekannt) dort und sagte später:
„Alles was ich über das Filme machen wissen musste, habe ich in Babelsberg gelernt“.
Meine Suche war aber wohl nicht präzise genug, also habe ich die „Big Five“ gegoogelt.
Die fünf größten Filmunternehmen der Welt:
- Universal Pictures, gegründet am 30. April 1912.
- Paramount Pictures, gegründet am 08. Mai 1912
- Warner Bros. Entertainment, gegründet am 04. April 1923
- The Walt Disney Company, gegründet am 16. Oktober 1923
- Sony Pictures Entertainment, gegründet 1987
Aber so einfach wie es aussieht ist es nicht. Das wird am letztgenannten Studio offensichtlich.
Sony Pictures Kernmarke ist nämlich Columbia Pictures, 1919 gegründet als Cohn-Brant-Cohn Film Sales Corporation (CBC) um 1924 umbenannt in Columbia Pictures Corporation.
1982 wurde das Studio von der - ja, kein Witz - Coca Cola Company gekauft. Die stiegen aber 7 Jahre später wieder aus dem Film-Business aus. Columbia Pictures schloss sich mit TriStar zusammen und wurde seither als Columbia TriStar vermarktet. Dies ist tatsächlich die Kernmarke von Sony, die nun seit Ende 2004 konsequent alles unter dem Namen Sony einheitlich vermarkten.
Paramount Pictures hatte eine gute Zeit, war aber 1933 Bankrott. Unter dem Namen Paramount Pictures, Inc. Kam es zur Reorganisation und 1966 übernahm Gulf and Western Industries das Studio. 1994 wurde das ganze dann von Viacom aufgekauft, die sich später aufteilten und umbenannten, weshalb Paramount dann Teil von Paramount Global war. Und 2025 kam ein reicher Multimilliardär um die Ecke (David Ellison, Gründer und CEO von Skydance) und kaufte das Studio. Somit heißt das ganze nun Paramount Skydance Corporation.
Das führt uns nun zu Warner Bros. Die bewegte und instabile Zeitlinie beginnt 1967. Hier wurde das Studio von Seven Arts übernommen. Zwei Jahre später folgte die Übernahme durch Kinney National. Nun bekannt unter Warner Communications kam es 1989 zur Fusion mit dem Verlagshaus Time, also Umbenennung in Time Warner. 1996 folgte die nächste Fusion mit Ted Turners Turner Broadcasting System. 2001 übernahm AOL den Konzern und benannte ihn um in AOL Time Warner. Diesen Schritt könnte man als Genickbruch benennen. 2002 musste ein Verlust von 99 Milliarden Dollar ausgewiesen werden. Seither wurden Sparten neu sortiert, geschlossen, verkauft, restrukturiert. 2017 kam es zu einer Übernahme durch AT&T und damit zum neuen Namen WarnerMedia. Nach der weiteren Fusion mit Discovery, Inc. heißt der Konzern seit 2022 Warner Bros. Discovery.
Was ist eigentlich mit Universal Pictures? Die hatten eine gute Entwicklung - bis 2004. Aufgrund einer Finanzkrise wurde 80% des Studios an NBC verkauft, die nun NBC Universal heißen. 2016 kaufte NBC Universal zudem DreamWorks Animation. NBC Universal ist also der Mutterkonzern von Universal Pictures und Dreamworks Animation - und ist seit 2013 Teil des größten Kabelanbieter und zweitgrößten Internetanbieter Comcast.
Bevor jetzt noch Disney dazu kommt muss es komplizierter werden:
Es geht IMMER um Politik. JEDES der Studios hat seine eigenen TV-Sender.
Die Comcast Corporation ist also Inhaber von NBC Universal und damit neben einer Vielzahl von TV-Kanälen auch der Inhaber von NBC News. Comcast positioniert sich auf der Seite der Demokraten. Dem unterliegt natürlich auch Universal Pictures.
Paramount Skydance Pictures, denen Paramount Pictures gehört, sind u.a. Inhaber der CBS Entertainment Group, also allen entsprechenden TV-Kanälen von CBS. Larry Ellison ist der Vater von Paramount Skydance Pictures David Ellison und bekennender Trump-Unterstützer. Daher geht man davon aus, dass die Pro-Republikaner-Haltung starken Einfluss auf die TV-Sender haben wird, der sich bisher eher links-liberal positionierte.
Warner Bros. Discovery gehört u.a. CNN. Die politische Ausrichtung ist links-liberal, den Demokraten nahestehend. 2023 hab es hinter den Kulissen Veränderungen und Debatten über „Säuberungen“ und einen Rechtsruck bei CNN, hin zu denn Republikanern.
Sony Pictures hat zwar ebenfalls TV Kanäle, bleibt aber politisch neutral und dem Entertainment verpflichtet.
Damit kommen wir zur Walt Disney Company. Gegründet am 16. Oktober 1923 und sicherlich allen am bekanntesten. 2006 übernimmt Disney Pixar, Ende 2009 kaufte Disney Marvel, 2012 Lucasfilm. Das Grande Finale folgte 2018 mit der Übernahme von 21th Century Fox.
Nicht Teil des Deals ist die TV-Sparte Fox News Channel, die als rechtskonservativ und den Republikanern nahe stehend gelten. Dagegen gehört neben diversen TV-Kanälen auch ABC zum Disney Konzern.
Walt Disney selbst war zwar Republikaner, politisch hält sich Disney inzwischen aber eher an Profit-Orientierte Politik und machte sehr negativ auf sich aufmerksam mit einem ausgeprägten Wandel zum Woke-Unternehmen.
Um was geht es mir denn mit dieser Recherche?
Keines der Studios ist noch das Selbe, das einst gegründet wurde.
Wir reden hier nicht von Filmliebhabern. Wir reden von Wirtschaftsunternehmen. Und die wollen Profit. Und natürlich ist bei einer gewissen Größe immer auch der Politische Einfluss wegweisend.
Wieso also dieses Gejammer, dass Netflix Warner kaufen wollte?
Netflix hat keine Politische Ausrichtung. Sie sind ein Wirtschaftsunternehmen, das wachsen will und die Filmlandschaft und die heutige Zeit transformiert.
Viel mehr Sorgen macht mir das Konkurrenz-Angebot von Paramount Skydance, da es hier offensichtlich nur um Politik geht (Details sind der Presse zu entnehmen).
Besorgniserregend ist meiner Meinung nach nicht, wer welchen Konzern schluckt, sich zusammenschließt oder an einen Streaming-Anbieter verkauft wird. MGM (gegründet 1924) wurde nach anhaltenden Finanzproblemen 2022 durch Amazon übernommen. Das alles ist der Lauf der Zeit und unvermeidbar. Aber wenn sich durch Übernahmen politische Machtverhältnisse ändern, dann ist DAS das eigentlich bedenkliche.
Aus diesem Aspekt hoffe ich, dass es beim Deal Netflix-Warner bleibt.
Aktuell gibt es also die Folgenden BIG FIVE:
THE COMCAST CORPORATION
- NBC Universal ist das Tochterunternehmen
- Universal Pictures Tochter von NBC Universal
- Illumination Entertainment (Animationsstudio) gehört zu Universal Pictures
- DreamWorks Animation ebenfalls Tochter von NBC Universal
- Streamingdienst: Comcast, Peacock (in den USA)
PARAMOUNT SKYDANCE CORPORATION
- Paramount Skydance TV Media bündelt alle TV-Sparten, u.a. CBS News, MTV oder auch Nickelodeon
- Paramount Skydance Studios bündelt neben Paramount Pictures auch..
- .. das Animationsstudio Paramount Animation des Konzern.
- Streamingdienst: Paramount+
WARNER BROS. DISCOVERY, Inc.
- Nachrichtensender CNN
- Filmstudio Warner Bros., DC Entertainment und DC Studios
- Warner Bros. Animations
- Streamingdienst: HBO Max
SONY PICTURES ENTERTAINMENT
- Keine Nachrichtensender, nur Entertainment-TV-Kanäle
- Columbia TriStar Pictures ist Kernmarke
- Sony Pictures Animation für die Animations-Sparte des Konzern zuständig
- Streamingdienst: Kein eigener Dienst
THE WALT DISNEY COMPANY
- Nachrichtensender ABC News
- Die Disney Content Group fasst die Studios
- Neben den Walt Disney Animationsstudios und den Pixar Animation Studios gehört auch Blue Sky Studios zu Disney. Dieses gehörte zum Fox-Deal und wurde dann 2021 geschlossen.
- Streamingdienst: Disney+
Ich habe sicherlich nicht alle Details erwähnt, denke aber, man bekommt so ein ganz gutes Bild von der Lage und auch der Komplexität.
Wenn man noch mit berücksichtigt, dass es bisher gängige Praxis war, dass man den Vertrieb außerhalb der USA in andere Hände, andere Studios gibt, dann wird auch klar warum man kein Ranking verteilen kann.
Aber noch ein interessanter Einblick in die Zerbrechlichkeit der Filmindustrie:
Der Disney Konzern hat sich von allen am Breitesten aufgestellt und es inzwischen auch geschafft, mit dem Sreaming-Dienst Disney+ die Gewinnzone zu erreichen.
2023 machte Disney einen Umsatz von rund 82,7 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn lag bei rund 6,7 Milliarden. Wir reden hier vom größten Filmunternehmen der Welt.
Warner hatte im selben Jahr einen Umsatz von 41,3 Milliarden und verzeichnete dann ein MINUS von 3,1 Milliarden „Netto-Gewinn“. Es ist also ein fragiles System und in Zeiten, in denen ein Blockbuster locker 300 Millionen in der Produktion kostet und zusätzliche Werbekosten verursacht, wird offensichtlich, wie schnell ein solcher Flop auch große Filmstudios ins Wanken bringen kann.
Abschließend eine Frage zum Nachdenken und diskutieren:
Die BIG FIVE sind Traditions-Filmstudios.
Wo sind dann die Streaming-Anbieter Amazon Prime und Netflix bisher einzuordnen?
Ein traditionelles Filmstudio wurde an der Größe und damit einhergehend am Output an Filmen gemessen (und dem daraus resultierenden Gewinn). Doch auch die genannten Studios produzieren inzwischen eine Menge an Filmischem Output.
Also auch ohne den Deal Warner-Netflix.. Wo ordnet ihr die Sreamingdienste ein?
Quellenangaben: Das Internet :-)
Ich habe alle Infos selbst zusammengetragen und gebe keine Garantie auf 100%ige Richtigkeit. Ich habe mich um eine Übersichtlichkeit und nachfolziehbare Zusammenhänge bemüht. Die Rechte der Logos liegen selbstverständlich bei den jeweiligen Unternehmen.
Once Upon A Time .. Home-Entertainment
16. Oktober 2024Die Geschichte (m)eines Heimkinos
Hier tummeln sich doch einige junge Filmliebhaber, die sich gerne mal beschweren wenn ein Film nicht schon 2 Monate nach Kinostart im digitalen Release erscheint.. da muss ich schmunzeln und an früher denken.. für alle die das nicht kennen ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit :-)
Ich gehöre mit Baujahr 1980 zu einer Generation, die das Testbild kennen, das die Öffentlich rechtlichen Sender ausgestrahlt haben, wenn sie nachts das Programm eingestellt haben.
Ja, richtig, da gab es einfach kein Programm.
Der erste Fernseher auf dem ich als Kind etwas anschauen durfte war ein Schwarz-Weiss-Röhrenfernseher mit einem Bild kleiner als ein DIN A4 Blatt. Im Laufe meiner Kindheit wurde der zwar größer und farbig, aber wir hatten immer nur das Programm der Öffentlich-Rechtlichen Sender.
Mit 16J. habe ich mir dann eine Sat.-Schüssel und einen eigenen TV von meinem selbst verdienten Geld gekauft und die Welt des Privatfernsehen kennen gelernt.
Mit 18J. hab ich mir einen Röhren-TV im 16:9-Format gekauft, das war was besonderes und schon Hightech. Der TV war übel schwer und so tief, dass er nicht leicht zu plazieren war.
Meine Filmsammlung begann mit VHS-Kassetten. Abgesehen davon, dass die Qualität heute nicht mehr vorstellbar war, war es eine Zeit, in der massenhaft Billiganbieter Filme in unfassbar gekürzten Fassungen verkauften. So manche ungekürzte Fassung konnte ich nur teuer in der Videothek kaufen. Die Media Markt Kette verkauft bis heute keine Indizierten Film. Ich habe aber irgendwann herausgefunden, dass die Drogerie-Kette Müller eine Lizenz besitzt ungekürzte Filmfassungen oder auch indizierte Filme zu verkaufen. Das war zumindest billiger als in den Videotheken.
Die Ära der Videothek:
Standard war, ein exklusives Kinozeitfenster von 6 Monaten. Dann kam ein exklusives 6 Monatiges Verleihzeitfenster der Videotheken. Und erst EIN JAHR nach Kinostart wurde ein Film dann im Handel angeboten. Heute unvorstellbar, aber das hat einen Filmbesuch im Kino zu etwas besonderem gemacht und war der Grund dafür, dass ich so manchen Film bis zu dreimal im Kino angeschaut habe.
Neben Kino war auch die Videothek ein Zuhause für mich und ich war mit allen per du. So habe ich auch den Niedergang der Videtheken gut mitverfolgen können.
Der Wechsel von VHS Kassetten zu DVDs war dür die Videotheken ein enormer Fortschritt.
Man musste nicht mehr darauf achten die VHS zurück zu spulen (das kostete sonst Gebühren) und hatte viel mehr Platz für die Lagerung der Filme. Außerdem brachten alle Studios ALLE Filme von frühester Zeit hin heute neu auf dem Digitalen Medium heraus - und sehr oft zum ersten Mal ungekürzt!
Der Boom sorgte dafür, dass Kunden Filme massenweise kauften. Was früher die Vorzeige-Büchersammlung war, war nun die Vorzeige-Filmsammlung. Die Preise fielen und die Veröffentlichungszeitfenster verkürzten sich schrittweise immer mehr. Erst hatten die Videotheke noch ein 3-Monatiges Verleihfenster, dann nur noch 4 Wochen.
Als angekündigt wurde, dass Videotheken nur noch zeitgleich wie der Verkauf die Filme erhalten gab es Versuche das abzuwenden, da damit das Ende der Videotheken abzusehen war. Videotheken mussten sich zusammen schließen und sebst große Ketten rotteten sich zusammen und tätigten zusammen den Einkauf, um hier nochmals Geld zu sparen.
Und dann kam der Todesstoß: Es gab ein umgekehrtes Verleihfenster. Filme gingen erst in den Verkauf, dann in den Verleih.
Etablierte Viedeotheken-Ketten hatten seit Start der Digitalen Ära schon gegen Online-Videtheken zu kämpfen. Diese boten an, Filme per Post zu und zurück zu senden. Man sparte sich also den Weg in die Videothek.
Ich hatte noch recht lange eine Videothek im Ort, aber auch diese musst dann irgendwann schließen.
Von Analog zu Digital - Mein Heimkino:
Die Analoge Technik hatte keine sehr hoche Lebenszeit.
So hatte ich in kurzer Zeit zwei Röhren-TVs gekauft und 2 VHS-Kassetten-Recorder.
Ich habe den Wandel ins Digitale Zeitalter nicht nur gefeiert, sondern war auch Kunde der ersten Stunde. Der erste DVD-Player auf dem europäischen Markt war von Panasonic und kostete mich 1200DM. Aktuell bekomme ich bei Amazon einen DVD-Player für 35€ oder einen Blu-ray-Player für 80€..
Etliche Player später - von DVD zu BD zu 4K - sehe ich tatsächlich mit der 4K-Disc das Ende der Entwicklung für den Home-Entertainment-Bereich. 8K wird für den Konsumenten zuhause keine Rolle spielen, da das Menschliche Auge den Unterschied nicht mehr wirklich wahrnimmt. Samsung war hier als einziger TV-Produzent noch lange aktiv in der Entwicklung, hat es inzwischen aber auch eingesehen und die 8K-TV-Sparte aufgegeben.
Auch die Bildschirmtechnik entwickelte sich entsprechend mit: Von Röhren TVs zu Flachbild-Fernseher. Der erste war ein LCD und immernoch 15cm dick. Heute definiert man Flachbild-TV anders. Nach dem LCD kaufte ich mir einen Plasma TV, dann einen LED-LCD.
Dann kehrte ich den TVs den Rücken und gönnte mir mit dem Epson TW9300 meinen ersten Beamer - mit einer 110" Leinwand. 2023 dann weg vom Deckenprojektor hin zum sogenannten Laser-TV, dem Kurzdistanzprojektor v6050 von BenQ.
Jetzt, Ende 2025 wende ich mich erstmals wieder ab von den Beamern, da ich mit dem Samsung GQ85QN90F Mini-LED plötzlich einen Top-TV in XXL-Größe zu bezahlbaren Preisen bekommen habe. Es bleibt also weiter spannend.
Auch mein Soundequipment wuchs und wandelte sich.
Mein erstes Passiv-Boxen-System der Marke Infinity wich einem Canton-Souround-System. Tatsächlich war ich schnell enttäuscht von Canton. Ich wechselte zur Oberliga und kaufte Boxen von Nubert. Ich hatte dann zunehmend das Gefühl, dass Surround kaum mehr etwas zu bieten hat. Schlechte Abmischungen, wenig Surround-Effekte, dafür aber viele Kabel und Einschränkungen in der Platzwahl (Lausprecher-Aufstellung und entsprechende Sitzposition).
Also habe ich mich hier verkleinert und auf eine Soundbar von Teufel gesetzt. Zwar hatte ich hier das Beste Zusammenspiel von Dialog-Klarheit und Effekte. Trotzdem war mir der Klang dann zu dünn und ich wechselte zum Theater 500 Set von Teufel.
Nach viel ausprobieren bin ich mit diesem Set nun bei einer unüblichen Aufstellung gelandet.
Ich habe die Center-Box verkauft, so landen die Dialoge links und rechts auf meinen Frontspeakern. Die Rearspeaker sind bei mir als Front-Highspeaker in Betrieb. Ich habe also KEINEN Sound von hinten, nur eine fette Front-Soundkulisse.
Die Front-Höhenlautsprecher sind eigentlich IMMER in Betrieb. Kleinere Effekte oder Filmmusik mit mit nach oben genommen und geben ein sehr feines, differenziertes Klangbild.
Bisher ganz klar meine beste Sound-Aufstellung.
Ich habe Als Zentralen AV-Receiver Yamaha, Denon und Marantz ausprobiert und kann eine Qualitätssteigerung genau in dieser Reihenfolge attestieren. Ich bin jetzt mit meinem Marantz absolut zufrieden.
Filmsammlung: Qualität ist nicht Qualität
Ich habe alle Stufen miterlebt - wenn auch nicht alle gekauft.
Nach der DVD kam die Laserdisc. Sie war aber schnell als zwischenmedium erkennbar, da bereits ein Medium der selben Größe wie die DVD in der Entwicklung war.
Dann kam die HD-DVD zur Konkurrenz zeitgleich wie die Blu-ray.
Es war klar, dass nur ein Medium überleben wird. Ich habe gewartet, bis eine Tendenz zu erkennen war und dann auf die BD gesetzt.
Dann kam die 3D-BD und inzwischen die 4K-UHD-Disc.
Parallel hat sich die Welt der Streaming-Anbieter und damit eine weitere Qualitätsstufe entwickelt.
Gewinn-Maximierung ist inzwischen das Hauptanliegen der Studios. So werden 4K-Discs mit schlechtem Bild und überhöhten Preisen angeboten, BDs mit schlechtem Bild um 4K zu pushen, 3D-BDs oft gar nicht mehr und so manche HD-Veröffentlichung gibt es nur im Stream. Stream in HD ist hingegen immer schlechter als die Disc. Das mag auf einem durchschnittlichen großen TV nicht zu sehen sein, auf einer 100" Leinwand aber schon.
Es ist also kompliziert geworden. So gibt es für mich Filme, die mir im Stream reichen, andere möchte ich kaufen, aber nur wenn die Qualität stimmt. So kaufe ich definitiv nicht alle 4K-Discs. Zu oft ist der Mehrwert nicht den Mehrpreis wert.
Ich habe immer noch sehr viel Spaß an meinem Film-Hobby, aber ich kann aus Erfahrung sagen, nicht alles was als so brilliant und Must Have beworben wird ist wirklich ein Mehrwert.
Ich habe so ziemlich alles ausprobiert was für mich in Sachen bezahlbare Technik und wohnliche Möglichkeiten denkbar ist und war. Und ich bin auch stolz darauf.
Streit-Thema 3D
15. Oktober 2024In den Kommentaren taucht es regelmäßig auf, in den Foren ebenso.. 3D wird immer zum heißen Thema. Dabei muss ich regelmäßig feststellen, dass sehr wenig fundiertes Wissen bei den Thema vorhanden ist.
Daher wollte ich hier mal ein wenig Licht ins Dunkel bringen:
Der Klassiker: "Ich war schon mal in einer 3D-Vorstellung und das war einfach schlecht"
Das ist das Kernproblem. Wer denkt er kennt 3D, weil er mal in einer 3D-Vorstellung gesessen ist, der hat - leider - keine Ahnung.
Kinos haben seeeeeeehr unterschiedliche Techniken. Je nach Projektor, Leinwand, 3D-Brille und dann auch noch je nach Film, kann da ein unfassbar unterschiedliches 3D-Erlebnis heraus kommen.
Und dann ist die Sitzposition auch noch wichtig:
In einem Nicht-3D-Film sitze ich nach Möglichkeit Mittig in der Reihe 1/3 nach Hinten, 2/3 zur Leinwand. Das ist Bild- und Tontechnisch optimal.
In einem 3D-Film sitze ich Mindesten Mitte Mitte mit der Tendenz näher an der Leinwand.
Mein bestes 3D-Erlebnis im Kino hatte ich im IMAX-Kino in Leonberg in Avatart 2.
Wieso das so ist zeigt sich, wenn man sich mal die Technik anschaut. Hier wurde die gesamte Technikkette auf einander abgestimmt und zwei 4K-Laser-Projektoren erzeigen ein brilliantes 3D-Bild. Wenn dann der Film noch gute 3D-Effekte bietet hat man den gewünschten Effekt.
3D daheim..
Für die 3D-Qualität daheim sind natürlich die selben Faktoren zuständig. Also ist die erste Frage: Wie groß ist dein TV? Die Meisten haben einen Fernseh zuhause stehen und bis vor einigen Jahren wurden diese auch mit dem 3D-Feature ausgestattet. Aber 3D auf einem kleinen TV ist witzlos. Und mit klein meine ich alles unter 65". Okay, auf einem 55" bei 1,5 Metern Sitzabstand mag das auch noch gehen, aber wer schaut denn schon so?
Und das bringt mich zum zweiteren Punkt. Wer nicht einen besonders großen TV hat oder einen Beamer, der kann die Qualität eines 3D-Bildes nicht beurteilen bzw. der sollte nicht viel vom 3D zuhause erwarten.
Meine Erfahrung:
Ich hatte mir 2018 einen Epson EH-TW9300 Deckenprojektor mit einer Hochkontrastleinwand und 3D-Brillen von Hi-Shock gekauft, also alles ordentliche Qualität. Das 3D fand ich damals überragend gut. Ich habe es einige Male geschaut, aber dann doch schnell bleiben lassen.
Das lag vor allem daran, dass die 3D-Brille recht klobig und unbequem war und auch nochmal Helligkeit gekostet hat. Zudem bin ich schon Brillenträger und hatte da so meine Schwierigkeiten.
Update 2023/2024:
Es ist so unfassbar wie schnell sich die Technik weiter entwickelt und wie schnell sie dann auch bezahlbar wird. Ich habe meinen Deckenprojektor verkauft und mir den BenQ v6050, einen Laser-Kurzdistanz-Projektor, mit der passenden Daylight-Leinwand von Elite Screens für Kurzdistanzprojektoren, zugelegt. Nachdem Avatar 2 das 3D-Medium wieder ein wenig zurück ins Rampenlicht gerückt hat und Turbine-Medien mit verloren geglaubten 3D-BD-Veröffentlichungen hier eine Lanze für die Fans bricht habe ich einen weiteren Versuch gewagt und mir passende 3D-Brillen (erneut Hi-Shock) gekauft.
Ich war zu neugierig wie das 3D-Bild eines Laser-Beamers mit neuen, besseren 3D-Brillen wohl aussieht. Die neuen 3D-Brillen (Hi-Shock DLP Pro) sind leichter und krass heller, verdunkeln also das Bild nicht und lassen sich auch noch vor eine Brille setzen, die ein Brillenträger eben sowieso auf hat. Auch zeigt sich beim Bild noch ein deutlicher Unterschied zwischen einem LCD-Projektor und einem DLP (Laser).
Mein Fazit: Ein unfassbar brilliantes und tolles 3D-Erlebnis. Vor allem für mich als Fan von Animationsfilmen toll, da ich unzählige 3D-Fassungen von Animationsfilmen bereits besitze und neu geniesen kann.
Um was geht es mir hier? Ganz einfach. Ich liebe Filme, habe Spaß daran mir neue und alt bekannte Filme immer wieder anzuschauen. Ich habe vieeel Geld in meine Heimkino-Anlage investiert um Filme so zu schauen, wie ich das möchte. Das ist nicht immer und schon gar nicht ausschließlich 3D, aber warum soll man mir die Möglichkeit nehmen einen Film in 3D zu schauen wenn mit danach ist?
Es ist eine Schande, dass die Industrie 3D weitgehend fallen lassen hat. Das kann ich wie gesagt im TV-Segment unterhalb der 55" verstehen, aber von allem aufgrund der deutlich höheren Preisklassen bei größeren Diagonalen oder bei Projektoren ist es ein Unding, darauf zu verzichten. Ich habe mich bewusst beim Kauf meines Projektors für einen solchen entschieden, der auch noch 3D beherrscht.
Ich bin tatsächlich ein Käufer der gesamten Bandbreite - mit Ausnahme der ausgedienten DVD. Ich kaufe als Standard die Blu-ray, wenn die 4K-Disc einen Mehrwert bietet diese und ebenso bei einem sehenswerten 3D-Bild und verfügbarkeit der Fassung die 3D-Blu-ray.
Umsomehr bedaure ich, dass man in Deutschland so bevormundet wird und es keine Kombi-Sets gibt mit 4K, BD und 3D. Ich gehe in diesem Thema noch weiter.. Die Filmemacher geben sich Mühe einen Film so zu veröffentlichen, wie sie es sich vorstellen. Immer öfter wird hier zu IMAX-Kameras gegriffen. Und anschließend wird das Bild wieder beschnitten auf BD veröffentlicht. Das stört mich wirklich sehr.
Also wozu immer dieses gegen 3D schießen? Jeder sollte die Möglichkeit haben einen Film so geniesen zu können wie er es möchte und dazu gehört eine Offenheit seitens der Industrie und eine Rücksichtnahme auf die visuelle Vorstellung des Regisseurs.
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