Vier Brüder Blu-ray Review
Remakes sind für viele Filmfans oftmals ein leidiges Thema, da meistens die Qualität oder die Klasse des Originals bei weitem nicht erreicht wird. Das Problem umgehen aber viele Regisseure indem sie bei der Neuverfilmung des alten Stoffs entweder einige neue Elemente und Ideen mit einbringen. Im Falle des Western Die vier Söhne der Katie Elder aus dem Jahr 1965 mit u.a. John Wayne und Dean Martin wird 40 Jahre später ein Gangster Drama Krimi in den rauen Straßen von Detroit mit dem simplen Namen Vier Brüder.
Story
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Die vier ungleichen Brüder Bobby, Angel, Jeremiah und Jack haben ihre Adoptivmutter Evelyn bei einem Raubüberfall verloren. Auf der Beerdigung schwören sie Vergeltung und begeben sich auf die Suche nach den Mördern. Dabei finden sie heraus, dass der Raub lediglich fingiert war und die Verbrecher es ausschließlich auf die Ermordung ihrer geliebten Muttern abgesehen hatten. Doch wer könnte es auf eine alleinstehende Frau und Leiterin eines Pflegeheims abgesehen haben? Auf ihrer Suche nach Gerechtigkeit steht das Quartett ständig unter der Beobachtung des Cops Lt. Green, der ebenfalls den wahren Täter ausfindig machen möchte.
Kultregisseur John Singleton (
Atemlos – Gefährliche Wahrheit,
2 Fast 2 Furious) hat die Geschichte hervorragend in das neue Jahrtausend transponiert und dabei eine Menge Elemente seiner bisherigen Filme mit einfließen lassen. Am wichtigsten ist der Tribut an den 70er Jahre Film, der nicht nur in Form von zahlreichen Soul und R&B Songs (wie u.a. von Marvin Gaye oder The Temptations) zum Ausdruck gebracht wird, sondern auch durch die Bildsprache und die komplette Erzählungsweise der Geschichte.
Die Atmosphäre strotzt vor Authentizität, was Singleton auch in Boyz in the Hood bereits gut zur Geltung brachte. Keine Darstellung von Detroit erscheint beschönigt oder glatt gebügelt. Die hässliche Fratze der Realität ist stets präsent. Erfreulicherweise wird dieses Niveau auch von den Schauspielern konsequent gehalten. Insbesondere Mark Wahlberg (
The Fighter,
Contraband) stellte damals schon unter Beweis, welches Talent in ihm steckt. Aber auch der Nebencast überzeugt bis auf wenige Ausnahmen auf ganzer Linie: Tyrese Gibson (
Fast & Furious Five,
Transformers: Dark of the Moon) mimt den raubeinigen Angel mit stoischer Mimik, André Benjamin (
Revolver,
Battle in Seattle - der eigentlich als Sänger der Band Outcast bekannt wurde) wirkt in der Rolle als Jeremiah deplaziert, gibt sich jedoch sichtlich Mühe, während Garrett Hedlund (
Country Strong,
Tron: Legacy) als Jack bereits in jungem Alter zeigen konnte, was in ihm steckt. Zu guter letzt agiert Terrence Howard (
Iron Man,
Fighting) als Lt. Green gewohnt routiniert, bekommt dabei aber leider zu wenig Spielzeit in der Handlung.
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Dem Regisseur ist es ausgezeichnet gelungen, zwischen den Drama und Krimi Elementen, auch einige gut eingestreute Action Sequenzen mit einzubinden, die nicht aufdringlich erscheinen. Im Gegenteil, denn gerade diese verleihen dem Film den letzten Funken an Authentizität. Die Spannung bleibt dabei stets hoch, da bis zum Showdown am Ende immer wieder einige neue Aspekte gewonnen werden, welche die Handlung nicht aus der Spur bringen. John Singleton ist mit Vier Brüder ein besonderer urbaner Western gelungen, der es mit Bravour schafft, gleich zweimal der Kinogeschichte Tribut zu zollen. Einmal der gelungene Kniefall vor der Blaxploitation Szene der 70er Jahre und vor allem die Kunst die Handlung des Originals zu adaptieren und daraus auf seine Art einen komplett neuen Film zu erschaffen.
Bildqualität
Codec: MPEG-4/AVC, Auflösung 1920x1080p, Ansichtsverhältnis 2,35:1 Die Blu-ray liegt im Original Cinemascope Format und im Codec MPEG-4/AVC vor. Paramount hat in letzter Zeit einige Katalogtitel mit hervorragender Bildqualität veröffentlicht. Diese Disc schließt daran an. Insbesondere in Bezug auf Kompression gibt es keinerlei Abstriche zu vermerken, da das Bild frei von Fehlern als auch Schmutz ist. Darüber hinaus liegt überwiegend eine ausgezeichnete Schärfe vor, die vor allem bei Nahaufnahmen kleine Feinheiten offenbart und nur in seltenen (meist dunkleren) Momenten ein wenig weicher dargestellt wird. Ansonsten liegt der Detailgrad sehr hoch und liefert eine ordentliche Plastizität. Die Farben sind natürlich und kräftig mit einem gut eingestellten Kontrast. Der Schwarzwert kann sich sehen lassen, wobei die Durchzeichnung leider häufig Details im Dunkel verschwinden lässt. Abgesehen davon ist der Mehrwert im Vergleich zur DVD auf alle Fälle gerechtfertig.
Tonqualität
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Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch DTS-HD Master Audio 5.1, u.v.a.
Es dürfte nur die wenigsten überraschen, dass die Synchronspur in Dolby Digital 5.1 vorliegt. Das muss jedoch kein Grund zur Sorge sein, denn die Abmischung ist erstaunlich gut ausgefallen. Neben der mehr als nur ordentlichen Dynamik punkten die zahlreichen Surroundeffekte und somit eine äußert räumliche und überzeugende Klangkulisse zaubern. Der Zuschauer wähnt sich stellenweise inmitten des Geschehens, wenn sich Autos heiße Verfolgungsjagden liefern oder die Kugeln durch die Luft surren. Der Subwoofer leistet ganze Arbeit und liefert konsequent druckvolle Bässe, die auch bei lauterem, vielleicht gar dominanterem Einsatz nicht negativ auffallen, sondern präzise Frequenzen im Niedrigbereich erzeugt. Die Dialoge gehen zu keinem Zeitpunkt im Effektspektakel unter sondern sind durchweg sehr gut zu verstehen. Die Vorteile der verlustfreien englischen DTS-HD Master Audio spuren liegen vor allem in seiner lebendigeren aber auch voluminöseren Abmischung.
Ausstattung
Leider muss der Käufer der Blu-ray auf sämtliche Extras der bisherigen Veröffentlichung verzichten. Dafür enthält die Amaray Version wenigstens ein Wendecover, während bei dem Media Markt exklusiven, limitierten Steelbook das FSK Logo mit einem leicht entfernbaren Aufkleber versehen wurde.
Fazit
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Paramount mausert sich immer mehr zu einem Garant für qualitativ hochwertige Katalogtitel Veröffentlichungen im Full-HD Sektor, wären da nicht zwei kleine, nicht ignorierbare Mankos. Zum einen liegt der Synchron Ton lediglich in Dolby Digital vor, auch wenn die Abmischung in diesem Fall sehr dynamisch, kraftvoll und mit zahlreichen Surroundeffekten ist. Zum anderen fehlen sämtliche Extras der DVD Veröffentlichung. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Upgrade dennoch. Gerade das jüngere Publikum wird mit dem Originalfilm nicht viel anfangen können, geschweige denn überhaupt kennen. Hierfür liefert John Singleton mit Vier Brüder ein willkommenes Remake, das die Geschichte ausgezeichnet in die Neuzeit verfrachtet, der Grundidee dahinter aber treu bleibt. Allerdings kann die Neuadaption auch als eigenständiges Werk überzeugen. Fans dieses Genres sollten mal einen Blick riskieren. (sah)
Story: 8/10
Bildqualität: 8/10
Tonqualität: 8/10
Ausstattung: 0/10
Gesamt: 5/10
Kaufempfehlung: 7/10
Testgeräte
TV: Toshiba 47Z3030D
Player: Panasonic DMP BD30
AV-Receiver: Denon AVR-1312
Lautsprecher: Magnat