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Art of Rally

Publisher:
Entwickler:
Erscheinungsjahr:
Kategorie:
Sprachen:
Altersfreigabe:
HD-Auflösung:
Anzahl-Spieler:
1
Netzwerkfähig:
Ja
Trophäen:
Ja
Veröffentlichung:
10.09.2021
 
Story
6,0
 
Grafik
7,0
 
Sound
9,0
 
Atmosphäre
10,0
 
Singleplayer
10,0
 
Gesamt
8,0
Rennspiele haben es schwer. Sie sind eine feine aber kleine Nische des großen Spielmarktes und bereits von wichtigen Namen durchzogen, die die Vormacht an sich gerissen haben. Wo die Grafiken pompöse und die Lizenzen teurer werden, bleiben viele Indie-Spiele auf der Strecke. „Art Of Rally“ verdient es aber durchzustarten.

Story

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„Art Of Rally“ hat keinen Hauptcharakter, keinen Tiefgang und keine Wendungen. Es will trotzdem eine Geschichte erzählen, nämlich den Ursprung, die Entwicklung und das „Was-wäre-wenn“ des Rally-Sports. Wir lesen in kurzen Paragraphen, dass ein verspäteter Saunabesuch den Sport startete, in welchen Jahren er welchen Änderungen unterworfen war und sogar welche Umstände welche Autos ins Rennen geworfen haben. Dabei ist der Schreibstil interessant und zumal humoristisch. Wir zischen also von Etappe zu Etappe und lassen die Jahreszahlen hinter uns, worauf wir in neue Umstände kommen. Gut aufbereitet, wenn man Lust hat etwas über diesen Motorsport zu erfahren.

Grafik

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Dass man an Perlen wie „Gran Tourismo“ oder „Forza“ nur schwer, bis gar nicht herankommt, war für die Entwickler „funselektor“ von vornherein klar. Ihr Stil ist daher wie aus einem Guss. Ein simpler Polygon-Grafikball, der mit starken Farben und Landschaften zu glänzen weiß. Menschen sind einfache Rechtecke mit verschiedenen Farben, die Autos haben sehr viel mehr Reichweite. Häuser und Umgebungen sind zumal fein detailiert, solange man nicht zu nah heranfährt. Das komplementiert die Kamera des Spiels. Sie schwebt hoch oben über dem Geschehen, bietet Überblick und Voraussicht. Kleinere Effekte wie Staubwirbel, Schmutz auf dem Auto und Wasserspritzer sind ebenso versimpelt, tun aber ihr Übriges. Schöne Lichteffekte kann man nachts mit gleißendem Aufblendlicht beäugen. Leider gehen diese mit starkem Kantenflimmern der Schatten einher. Weitere Unfeinheiten sind kleinere Clipping-Fehler Kamerafahrten, die durch Wände und Boden gehen und aufploppende Texturen. Dies alles kann verziehen werden in Anbetracht solch wunderschöner Landschaftsbilder. Simplistik durchdacht und mit Konsequenz durchgezogen bietet ein Fest für Fotomode-Nutzer.

Sound

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Während des Schreibens haben wir uns sofort den Soundtrack des Spiels gekauft und hören ihn auf voller Lautstärke. Über 50 Synthwave Klänge schallen in unser Ohr und untermalen die trancegleiche Fahrdynamik perfekt. Abseits der Musik, müssen aber auch die Soundeffekte passen. Die Karossen schallen, röhren und spulen hoch. Der Auspuff knallt beim Schalten und der Turbo zischt. Das alles gibt ein realistisches Klangbild. Manche Motoren klingen aufgrund ihrer speziellen Beschaffenheit komplett anders. An vielen Stellen der Strecke sehen wir Menschenansammlungen die uns zujubeln und unterstützen. An der Strecke stehendes Wildtier ist weder animiert noch vertont. Muss aber auch nicht sein. Was zum Spielgefühl gehört, ist vertont.

Atmosphäre

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Auf der voreingestellten Steuerung fährt man schon recht anspruchsvoll. Kurven wollen wohlbedacht angegangen werden, Sprünge vorsichtig genommen und Schotterstraßen mit Gefühl durchlenkt werden. Kleine Fehler lässt einen das Spiel schnell büßen, dafür belohnt es gelungene Passagen mit dem Gefühl ein Ass hinterm Steuer zu sein. Die verschiedenen Klassen fühlen sich stark unterschiedlich voneinander an. Bremsverhalten, Ausbrechen in Kurven, Beschleunigung und Lenkung sind klar unterscheidbar und lassen uns unseren Favoriten wählen. Man kann des Weiteren den Realismus höher stellen, Todeszonen der Bremse und des Gaspedals setzen und unterstützende Funktionen deaktivieren. Der Rennfan freut sich.

Singleplayer

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Die Karriere, wie bereits erwähnt, führt uns durch die Jahre des Rallysports. Dort vergleichen wir unsere Bestzeiten mit den Computergegnern, die auf Mittel recht fordernd sind. Hier kann man auch entscheiden wieviel Schaden unser Auto einsteckt, was wir in Reparatur-Zeiten wieder wettmachen müssen. Neben der Karriere gibt es die Freie Fahrt, in der wir die 5 Gegenden zur Gänze befahren können. Japan im Frühling ist ein wahres Driftfest, Deutschland im Herbst ist wunderschön und mit engen Kurven sehr gefährlich, Afrika ist eine sonnendurchflutete Sandebene mit schönen Tierbildern, ein Norwegen das uns Schneeblindheit vorführt, die Wälder und Hügel von Finnland und das fordernde Sardinien. In der Freien Fahrt begegnen wir kleinen Collectables, die sich schnell anfinden lassen, solange wir jeden Meter Straße mal befahren haben. Musik, Fotoszenerien, ein versteckter Van und die Buchstaben des Wortes RALLY. Tony Hawk lässt grüßen. So sind wir motiviert den Asphalt zu verinnerlichen und uns auf die Welt einzustellen. Toll und entspannend. Neben der Karriere können wir eigene Rennen ausrichten, sowie uns online gegen andere Zeitenfahrer zu messen. Langweilig wird einem nicht, dank der wöchentlichen und täglichen Challenges.

Fazit

Art of Rally ist ein gelungener Liebesbrief an das Rennmedium und eine Verneigung vor dem Sport selbst. Dank der kleinen Texte bleiben wir motiviert, unterhalten und beäugen plötzlich den Kalender der diesjährigen WRC. Mit Vollgas in unsere Herzen.
  • Tolles Renngefühl
  • wunderbare Musik
  • viel Inhalt
  • kleinere Grafikprobleme
  • Tonabmischung nicht immer perfekt
(Peter Ankowitsch)
(weitere Reviews anzeigen)
geschrieben am 31.08.2022