Yakuza 6: The Song of Life - Essence of Art Edition

Yakuza 6: The Song of Life - Essence of Art Edition
Anzahl der Spieler nicht Netzwerkfähig mit Trophäen ohne 3D ohne PlayStation Move
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Entwickler:
Erscheinungsjahr:
Kategorie:
Sprachen:
Menüsprache:
Altersfreigabe:
HD-Auflösung:
-
Tonformat(e):
Dolby 5.1
Netzwerkfähig:
Nein
Trophäen:
Ja
Veröffentlichung:
20.03.2018
PlayStation 4 Review
Story
 
9,0
3D Grafik
 
8,0
Sound
 
8,0
Atmosphäre
 
9,0
Singleplayer
 
9,0
Gesamt
 
8,6
geschrieben am 28.03.2018
Segas Yakuza 6 ist der letzte Serienteil mit dem bisherigen Hauptcharakter der Spielereihe, Kazuma Kiryu. Der Ex-Yakuza wagt sich erneut in Tokyos Vergnügungsviertel Kamurocho, unternimmt dieses Mal aber auch einen Abstecher nach Hiroshima. Auf seinen Wegen muss er sich nicht nur durch ein Netz von Gangster-Intrigen kämpfen, sondern auch so manch absurde Nebenaufgabe für die Bewohner Tokyos lösen.

Story

Yakuza 6 zeigt Kazuma Kiryu als Ersatzvater für ein Kleinkind namens Haruto. Der Junge ist der Sohn von Haruka, dem jungen Mädchen, das Kazuma Kiryu in seinem Waisenhaus aufgezogen hat. Doch Haruka liegt nach einem schweren Autounfall im Koma. Nun liegt es an Kiryu, nicht nur den Verursacher des Unfalls ausfindig zu machen, sondern auch den Vater von Haruto. Dabei stößt Kiryu auf ein Netz von Intrigen. Denn es scheinen verschiedene Yakuza-Familien in die Angelegenheiten verwickelt zu sein. Die Hauptgeschichte von Yakuza 6 ist erneut sehr ernst und dramatisch: Es ist schon gewagt, dass eine Teenager-Schwangerschaft im Grunde ein zentrales Element der Handlung darstellt. Wer bisherige Games der Reihe gespielt hat, kennt die Atmosphäre, welche hier zu erwarten ist. So spielt etwa der Gegensatz von Tradition und Moderne eine große Rolle: Während ältere Yakuza mit ihren Idealen abdanken müssen, tritt eine neue Generation nach vorne, welche deutlich kalkulierter an das Verbrechen heranzugehen scheint. Die Werte verschieben sich, was nicht nur Kiryu zum Nachdenken bringt. Immer wieder gibt es in Yakuza 6 sehr lange In-Game-Cutscenes, die mit hohem Detailgrad und toller japanischer Sprachausgabe die Geschichte vorantreiben. Die Dialoge sind exzellent geschrieben und die Charaktere kommen so gut zur Geltung, dass viele Crime-Dramen aus dem Fernsehen neidisch sein könnten. Dabei gibt es mehrere Wendungen, bis Kiryu langsam zur Wahrheit vordringt, die sich wirklich hinter Harukas Unfall sowie ihrem Sohn verbirgt. Insgesamt erzählt Yakuza 6 deswegen eine wirklich gelungene Story, welche mit den besten Spielen des Genres mehr als konkurrieren kann.

Grafik

Die Yakuza-Reihe ist bisher alles andere als für aktuelle Technik bekannt. Als etwa Yakuza 3 für die PS3 erschien, erinnerte die Grafik zum Teil noch an die PS2-Ära. Die beiden PS4-Titel Yakuza Zero und Yakuza Kiwami wiederum muteten durch eine gewisse Detailarmut und simple Texturen noch wie ein Zwischenschritt zwischen der letzten und der aktuellen Konsolengeneration an. Hier setzt Yakuza 6 nun für das Franchise neue Maßstäbe, denn es kommt endlich eine völlig neue Engine zum Einsatz. Das führt allerdings auch dazu, dass Yakuza 6 die Framerate halbiert: Liefen Yakuza Zero und Yakuza Kiwami noch mit 60 fps, so sind es bei Yakuza 6 nur noch 30 fps. Das merkt man vor allem in den Kämpfen, die sich dadurch eine Ecke schwerfälliger anfühlen. Diesen Trade-Off kann man in Kauf nehmen, wenn man sich die detaillierte Spielwelt betrachtet: Es ist jederzeit möglich von der dritten Person in die Egoperspektive zu schalten. Und hier wirkt beeindruckend, mit viel Liebe zum Detail beispielsweise die einzelnen Shops und anderen Lokalitäten Kamurochos gestaltet wurden. Auch die Charaktere sind hochdetailliert und endlich nicht mehr so hölzern animiert, wie in bisherigen Serienteilen. Außerdem setzt Yakuza 6 auf sehr viele Physikeffekte wie wehende Banner von Geschäften, Kartons, die umstürzen, wenn man sie beim Vorbeilaufen anrempelt oder in Fetzen zerplatzende Zeitungen, die in Kämpfen umherpurzeln. Die Achillesferse des Spiels ist dabei das sehr präsente Kantenflimmern, das oft ins Auge sticht. Ansonsten hinterlässt Yakuza 6 aber grafisch den bisher besten Eindruck, welchen die Spiele der Reihe jemals zu erzeugen vermochten.

Sound

Yakuza 6 setzt Musik eher sparsam ein: Während man Kamurocho erkundet, dominieren Umgebungsgeräusche und das Getuschel anderer Passanten. Vorwiegend gibt es musikalische Untermalung daher in den ausgedehnten Cutscenes des Spiels. Die Soundkulisse passt allerdings und erweckt sowohl Tokyo als auch den ländlicheren Ausschnitt Hiroshimas adäquat zum Leben. Bei der Sprachausgabe muss man die japanischen Originalsprecher, kombiniert mit englischsprachigen Untertiteln, in Kauf nehmen. Das könnte für viele Gamer in Deutschland eine Hürde sein. Allerdings tragen die japanischen Sprecher viel zum Flair von Yakuza 6 bei, so dass man sich schnell daran gewöhnt. Insgesamt spielt daher auch die Soundkulisse auf einem sehr hohen Niveau.

Atmosphäre

In Bezug auf die Atmosphäre bietet Yakuza 6 quasi ein Wechselbad der Gefühle: Zum einen wäre da die sehr ernste, dramatische Hauptgeschichte. Ihr stehen aber die absurden bis aberwitzigen Nebenaufgaben gegenüber, welche immer wieder für Schmunzeln, wenn nicht sogar lauthalses Lachen sorgen. Dadurch ist Yakuza 6 jederzeit als durch und durch japanisches Spiel zu erkennen. Dabei versprüht der Küstenbereich Hiroshimas ein gänzlich anderes Flair als der fiktive Vergnügungsbezirk Kamurocho, was für zwei sehr unterschiedliche Settings innerhalb des Spiels sorgt. Anfangs kann man zwischen den Bereichen allerdings nicht frei wechseln. Die unterschiedliche Atmosphäre der beiden Orte erzeugt in Yakuza 6 jedoch einen willkommenen Facettenreichtum. Allgemein ist beeindruckend, dass bei Yakuza 6 funktioniert, was eigentlich nicht funktionieren dürfte: Das Spiel wechselt quasi nahtlos von der dramatischen Hauptgeschichte zu abstrusen Nebenaufgaben, ohne dass diese beiden Aspekte sich aber gegenseitig schmälern würden. Ganz im Gegenteil, Yakuza 6 regt durch diese unterschiedlichen Stimmungen zum Lachen, zum Weinen und zum Mitfiebern an.

Singleplayer

Yakuza 6 ist ein Genre-Mix, der sowohl Elemente aus Prügelspielen, Rollenspielen als auch Open-World-Titeln wie Grand Theft Auto miteinander vermischt. So bewegt sich der Protagonist Kazuma Kiryu quasi durch eine semi-offene Spielwelt, denn frei wechseln kann man zwischen den unterschiedlichen Spielabschnitten Kamurocho und Hiroshima nicht. Zudem gibt es im Verlauf der Story immer wieder in sich geschlossene Abschnitte. Allerdings kann man sich zwischen den Hauptmissionen eben in etwa Kamurocho frei bewegen, um Nebenaufgaben und Minispielchen wie Dart, Billard, oder Baseball zu frönen. Zusätzlich vertreibt sich Kiryu gern mit Schlägereien die Zeit: Dabei greift er sich auch gerne mal herumstehende Fahrräder, um mit Betrunkenen, Proleten oder Gangstern den Boden aufzuwischen. Sowohl durch Kämpfe, das Erfüllen von Nebenaufgaben als auch das Essen in Restaurants erhält man Erfahrungspunkte. Diese sind nach unterschiedlichen Kategorien wie „Social“ oder „Battle“ gestaffelt. Somit wertet man seine spezifischen Fähigkeiten jeweils mit verschiedenen Punkten auf. Dabei gilt es abzuwägen: Erlernt man lieber eine neue Fähigkeit oder poliert man stattdessen die Attribute von Kiryu auf? Verschiedene Kampfstile wie in Yakuza Zero und Yakuza Kiwami gibt es leider jedoch nicht mehr. Während die Hauptgeschichte meist sehr lineare Missionen kredenzt kann sich Kiryu in Verschnaufpausen austoben und reichlich Aufgaben in seinem Smartphone sammeln. In welcher Reihenfolge und zu welchem Zeitpunkt er sie abarbeitet, ist wurscht. Oft entwickeln sich diese Missionen zu unverhofften Highlights und bringen einen kleinen Twist mit sich. Etwa wenn Kiryu für ein paar Kids ein Maskottchen spielen soll, dann aber einige Schlägertypen zum Staunen der Kinder im beknackten Kostüm abwehren muss. Auf viele Nebenaufgaben stößt man dabei ganz organisch im Spielverlauf, denn Passanten in den Straßen quatschen einen an. Manchmal muss man sich aber auch erst einer Aktivität widmen – etwa dem Dartspielen in einer Kneipe, um die Aufmerksamkeit eines Questgebers zu erringen. Außerdem kann man etwa in den Straßen nach Schlüsseln für Safes Ausschau halten. Findet man einen der Schlüssel und stöbert den passenden Safe auf, winkt besonders hochwertige Ausrüstung. Yakuza 6 bleibt dabei ein genauso abgedrehter Spaß wie die Vorgänger: Die Mischung aus rasanten Känpfen, Erkundung der Spielwelt, packender Hauptstory und abgedrehten Nebenaufgaben funktioniert hervorragend.

Fazit

Yakuza 6 mag zwar Kazuma Kiryu verabschieden, bleibt aber hoffentlich nicht der letzte Teil der Spielereihe. Technisch spielt das Game endlich auf der Höhe der Zeit und beeindruckt mit sehr detaillierter Grafik und einem Kamurocho, das man noch nie so lebendig erlebt hat. Über die Soundkulisse kann man sich streiten: Die japanische Sprachausgabe ist exzellent, aber nicht jeder wird sich damit anfreunden können. Musik kommt wiederum in Yakuza 6 eher sparsam zum Einsatz. Mehr Raum erhalten die Umgebungsgeräusche. Erneut erzählt das Spiel dabei eine sehr ernste, dramatische Geschichte, die von vielen absurden Nebenaufgaben aufgelockert wird. Mal verdingt sich Kiryu als Maskottchen, kauf für kleine Mädchen Fanartikel oder kittet eine Vater-Sohn-Beziehung. Die Mini-Spielchen, wie die Clan-Kriege oder das Verwalten eines Baseball-Teams, sind dabei eine nette Auflockerung. Man sollte ein wenig Affinität zu japanischer Kultur mitbringen, um Yakuza 6 voll auskosten zu können. Wer sich eine Mischung auf Grand Theft Auto, Final Fantasy und Prügelspielen, gewürzt mit viel japanischem Humor, vorstellen kann, liegt hier goldrichtig. Bleibt zu hoffen, dass Yakuza 6 am Markt nicht untergehen wird, damit auch potentielle weitere Serienteile ihren Weg in den Westen nehmen.
  • tolle Hauptgeschichte mit vielen Wendungen
  • herrlich absurde, typisch japanische Nebenaufgaben
  • hoher Spielumfang von 40 bis 50 Stunden
  • starkes Kantenflimmern
  • nur japanische Sprachausgabe mit englischen Untertiteln
  • Kampfsystem im Vergleich mit Yakuza Zero stark vereinfacht
(André Westphal)
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