The Evil Within 2

Publisher:
Erscheinungsjahr:
Kategorie:
Altersfreigabe:
HD-Auflösung:
-
Tonformat(e):
Dolby 5.1
Netzwerkfähig:
Nein
Trophäen:
Ja
Veröffentlichung:
13.10.2017
 
Story
8,0
 
Grafik
9,0
 
Sound
9,0
 
Atmosphäre
10,0
 
Singleplayer
9,0
 
Gesamt
8,8
Sucht man nach Klassikern des Horror Genres in Videospielen, ist der Name Shinji Mikami nicht weit. Ihm sind Spiele wie Resident Evil 4, welches Genreübergreifend Maßstäbe in Spieldesign und Atmosphäre gesetzt hat, zu verdanken. Zuletzt hat ihn seine Kreativität zum 2014 erschienen Psychoterror 'The Evil Within' geführt. Anlehnungen zu seinen früheren Werken können dem Spiel nicht abgestritten werden. Bekanntlich gehört hinter einem Mastermind aber auch immer ein ausgeklügeltes Team. Das Entwicklerteam Tango Gameworks besteht aus talentierten Spieldesignern, die seine Philosophie teilen: Survivial Horror alter Schule, wo Angst und Wahnsinn den Alltag regieren. The Evil Within 2 ist nun endlich bei uns eingetroffen. Wir haben uns auf der PS4 zurück in den Albtraum gewagt und verraten euch ob Angst und Wahnsinn einen neuen Namen tragen.

Story

Drei Jahre sind nach den Vorfällen in der Nervenanstalt Beacon im ersten Evil Within vergangen. Detektiv Sebastian Castellanos hat sich nach den Ereignissen nie richtig kuriert. Immer noch plagen ihn seine schreckliche Vergangenheit und immer noch wird er von Visionen und Albträumen heimgesucht. Eine dieser schrecklichen Erinnerung ist der Verlust seiner Tochter Lily, welche er im lichterloh brennenden Haus der eins glücklichen Familie, nicht retten konnte. Eines Tages taucht seine alte Kollegin Kidman auf. Sie arbeitet seither für die dubiose Firma Mobius, welche wiederum für die fragwürdigen Gedankenexperimente in Beacon verantwortlich waren. Kidman ersucht Castellanos Hilfe, seine Tochter sei am Leben und der Brand damals war nur vorgetäuscht, um sie gefangen zu nehmen. Sie sollte eine Schlüsselrolle in Mobius's Plänen sein und als Host dienen, dabei ist nicht alles glatt gelaufen und der Kontakt zu Lily wurde unterbrochen. Im STEM Verfahren wurde ihr Gehirn als Kern angezapft, um eine Gedanken vernetzte Scheinrealität zu erschaffen. Ob man Kidmans Worten trauen kann oder nicht, ist Castellanos zunächst völlig egal. Allein der Gedanke seine Tochter retten zu können ist Ansporn genug noch einmal einen Fuß in die Albtraumwelt von STEM zu setzen. So begibt sich der einstige Detektiv und Vater in die Scheinstadt 'Union', welche im Gedanken seiner Tochter entstand. Die Stadt zerfällt allmählich, da der Kern nicht mehr stabil ist und so finden wir uns ein weiteres Mal in einer verzerrten Welt mit böswilligen Kreaturen, entstanden aus unseren tiefsten Ängsten. The Evil Within 2 weiß es gekonnt einen spannenden Horror Thriller einzuleiten, auch wenn es anfangs wahnsinnig erscheint erneut in das STEM System zu steigen, ist die Motivation von Hauptcharakter Castellanos realistisch dargestellt: Verzweifelter, gebrochener Vater will seine Tochter retten. Selbst wenn man den ersten Teil gespielt hat, kann die Story stellenweise extrem verwirrend wirken, dennoch ist die Geschichte Inszenatorisch spannend geschrieben und sorgt stets für Nervenkitzel.

Grafik

Grafisch hat sich bei The Evil Within 2 so einiges getan. Der erste Teil hatte seinerzeit mit einigen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, wobei das schaurige Artdesign bereits damals begeistern konnte. Im Erstling wollte die Bildrate öfter nicht stabil bleiben, wodurch langfristig der Spielspaß gelitten hat. Aus den alten Fehler haben die Entwickler aber glücklicherweise gelernt und liefern zum Release ein technisch solides Spiel für die PS4 ab. Die Bildrate ist stabil und die grafisch Facetten wurden noch mal ordentlich angezogen. Die von dunklen Farbtönen dominierende Optik kann durch eine detailreiche und lebendige Spielwelt punkten, wobei die Texturen teilweise matschig sind. Charaktermodelle, sowie Monster sind extrem fein gezeichnet und bieten realistische Animationen. Zu den großen Schwächen gehören definitiv die sehr auffälligen Pop-In in den Außenarealen, Vegetation und andere Dingen können je nach Distanz aus dem nichts auftauchen oder verschwinden. In den Grafikoptionen erwarten uns einige Einstellungen, die man bei Konsolenspielen nicht allzu oft vorfindet. Zum einen ist da die Option 'Körnung' und zum anderen die Option 'Chromatische Abberation. Ersteres sorgt durch leichte Körnchen im Bild für einen filmischen Look, zweiteres verleiht dem Bild einen minimal verfärbt/verwaschenen Look wie durch einer Linse. Ob man das jetzt unbedingt braucht, muss jeder für sich entscheiden. Löblich ist, dass man die Effekte ein oder ausschalten kann. The Evil Within 2 hinterlässt grafisch einen positiven Eindruck, vor allem in geschlossenen Räumen mit schönen Licht und Schatten Einlagen.

Sound

Freunde von guten deutschen Vertonungen können sich freuen. Die Synchronisation ist nämlich größtenteils gelungen, auch wenn Nebenfiguren an einigen Stellen etwas Konfus und ''abgelesen'' wirken. Sascha Rotermund, dessen Stimme einem sofort aus Film und Fernsehen bekannt vorkommt, passt wie angegossen zum Hauptakteur Castellanos. Uns hat die Vertonung sehr gut gefallen, wer doch lieber auf englisch spielen möchte, kann dies natürlich auch tun. Wer jedoch dem Horror richtig verfallen möchte, sollte die Vorhänge zuziehen und Kopfhörer aufsetzen. Abgedunkelte Räume und Stimmen im Kopf passen nicht nur zur Thematik des Spiels, sondern sorgen auch für den schaurigsten Spielspaß. Von den leise raschelnden Bäumen, den quietschenden Türen, bis hin zu den fleischfressenden Kreaturen, wirkt alles perfekt auf einander abgestimmt. Zwischendurch wird auch immer mal wieder eine Melodie abgespielt, welche absolut harmonisch das Geschehene unterstreicht.

Atmosphäre

Der wohl wichtigste Aspekt im Horror Genre: Die Atmosphäre. In Sachen Atmosphäre macht The Evil Within 2 so leicht keiner was vor. Vom Nebel heimgesuchte Straßen, heruntergekommene Häuser und Kreaturen die in der Spielwelt ihr Eigenleben führen. Auf den Straßen von Union trifft man auf so einige schräge Gesellen, die Leichen umher tragen oder grade dabei sind ihr erlegtes Abendessen zu futtern. Dabei wird natürlich ordentlich geschmatzt und geblutet. Atmosphärisch erinnert das Ganze an einen gut gemachten Endzeit Thriller. In den abgeschlossenen Räumen bekommt man es dann wieder mit der Klaustrophobie zu tun. The Evil Within 2 schafft es durch seine dichte und ergreifende Stimmung einen allmählich in den Wahnsinn zu treiben, dass man plötzlich denkt jedes Gemälde hat Augen oder bewegt sich.

Singleplayer

Im Erstling war die Spielwelt größtenteils Linear und man ist von Ort zu Ort gewandert mit minimalen Abzweigungen des Hauptpfades. Bei The Evil Within 2 hat sich das grundlegend geändert. Es wäre etwas sehr weit her geholt, wenn man dem Spiel den 'Open World' Stempel aufdrücken würde, dennoch ist die Spielwelt dieses mal um einiges freier und lässt den Spieler auf einer relativ großen Karte erkunden. Als wir anfangs durch die Straßen von Union gestreift sind, hat das an Horror Klassiker wie Resident Evil 2 oder Silent Hill erinnert, welche teilweise auch eine Semi-Open-World besaßen. Um uns in der Spielwelt zurecht zu finden, steht uns ein neues Gadget zur Verfügung: Der Kommunikator. Das Funkgerät lässt uns jetzt mit der realen Außenwelt kommunizieren und hilft uns auch in Union Verbündete Signale und andere versteckte Orte finden. Letzteres ist gerade wichtig, wenn wir nach neuer Ausrüstung suchen oder einen Schauplatz ausfindig machen müssen. Das Erkunden und Aufsammeln von Upgrade Material ist übrigens Nebensache, man kann theoretisch auch nur den Hauptmissionen folgen. Besonders empfehlenswert ist es allerdings nicht, so verpasst man eventuell nützliche Gegenstände und interessante Nebengeschichten. Auf einer unserer Erkundung touren haben wir mit unserem Kommunikator eine verlassenes Haus gefunden, nichts ahnend haben wir natürlich alle Gegenstände geplündert. Eines dieser Gegenstände war das Tagebuch einer verstorbenen, der grässliches widerfahren sein muss. Als wir das Haus wieder verlassen wollten trat plötzlich Kälte hinein und wir waren gefangen, am Korridor starrte uns eine Kreatur in Gestalt einer Frau an. Diese Kreatur begegnete uns dann an verschiedenen Orten in der Spielwelt wieder. Das sind Nebenaufgaben die einfach zum gesamten Spielerlebnis beitragen und nicht nur da sind, um die Spielzeit unnötig in die Länge zu ziehen. Die Handfeuer Action geht wie gewohnt in 3rd-Person Manier von der Hand. Die Kamera ist dabei absichtlich sehr nah am Hauptcharakter dran, was in ein eingeschränktes Sichtfeld resultiert und zur Spannung beiträgt. Das Abfeuern der Waffen fühlt sich ordentlich an. Verbesserungen und Freischaltung können wie gewohnt im Rollstuhl in der Basis durchgeführt werden. Während der Vorgänger den Horror durch enge Räume erzeugte, sorgt die offenere Spielwelt in The Evil Within 2 für eine etwas andere Dynamik. Zum einen kann es öfter zu Schusswechsel kommen und zum anderen kann man brenzligen Situationen besser entkommen, da einfach mehr Platz zum Ausweichen geboten wird. Dies gilt natürlich nur für Aktivitäten im Außenbereich, abgeschlossene Abschnitte gibt es weiterhin. Des weiteren ist es nicht mehr notwendig Leichen mit einem Streichholz zu verbrennen wenn sie nicht mehr aufstehen sollen. Dieses Feature hat uns im Vorgänger eigentlich ganz gut gefallen und hat erheblich zum Survival Horror beigetragen. Insgesamt scheint The Evil Within 2 etwas dem Mainstream verfallen zu sein. Es hält sich aber in Grenzen, der Survival Horror Anteil ist immer noch immens und gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden eine Herausforderung.

Fazit

The Evil Within 2 hat uns auf vielen Ebenen überrascht. Die Technik wurde im Vergleich zum Vorgänger verfeinert und stabilisiert. Die Geschichte kann teilweise für Verwirrung sorgen, erzeugt aber ein klassisches Thriller Feeling, bei dem man nie so wirklich durchschaut was als nächstes passiert. Die offene, vom Nebel verschleierte Spielwelt erinnert an Horror Klassiker wie Silent Hill oder an Filme wie John Carpenters 'The Fog'. Tango Gameworks ist mit der Öffnung der Spielwelt ein Risiko eingegangen, unterm Strich ist die Rechnung aber aufgegangen. Die Änderungen im Spieldesign haben uns gefallen, weil sie sich minimal vom Vorgänger unterscheiden und so dem zweiten Teil eine andere Note verleihen. Um noch auf die Frage in der Einleitung zurück zu kommen: Ja Angst und Wahnsinn tragen einen neuen Namen, The Evil Within 2.
  • gut inszenierte Story
  • gute deutsche Synchronisation
  • fantastisches Sounddesign
  • schaurige Atmosphäre
  • Semi-Open-World gut umgesetzt
  • Story kann verwirrend sein
  • Pop-Ins
  • 'Streichholz' Feature entfernt
(Sascha Djodaki)
(weitere Reviews anzeigen)
geschrieben am 26.10.2017

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1 Bewertung(en) mit ø 5,00 Punkten
 
GRAFIK
5.0
 
SOUND
5.0
 
SPIELSPASS
5.0
 
SPIELDAUER
5.0

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