bewertet am 10.11.2025 um 22:37
#1
Hereditary ist ein aussergewöhnlicher Horrorfilm, der sich deutlich von klassischen Genrevertretern abhebt. Statt auf billige Jumpscares zu setzen, entfaltet der Film seinen Schrecken fast ausschliesslich auf psychologischer Ebene und das auf beeindruckende Weise. Regisseur Ari Aster schafft es, über die gesamte Laufzeit ein beklemmendes und zutiefst unangenehmes Gefühl zu erzeugen, dass mich mich nicht mehr losgelassen hat. Jede Kameraeinstellung, jeder Schwenk und die durchdachte Lichtsetzung wirken präzise geplant und tragen zur intensiven Atmosphäre bei. Unterstützt wird das Ganze durch einen unheimlich wirkungsvollen Score, der die Stimmung perfekt unterstreicht. Mehrere Szenen brennen sich regelrecht ins Gedächtnis und bleiben lange nach dem Abspann haften. Das unbestrittene Highlight ist jedoch Toni Collette, die mit einer herausragenden und emotional rohen Performance glänzt, eine Leistung, die eigentlich Oscar-würdig gewesen wäre. Auch der restliche Cast überzeugt auf ganzer Linie und fügt sich stimmig in das düstere Gesamtbild ein. Die Geschichte selbst ist spannend aufgebaut und führt zu einem konsequenten, schockierenden Ende, dass lange nachhallt. Aster beweist hier ein feines Gespür für symbolische Ebenen und familiäre Tragödien, die tief unter die Haut gehen. Das Tempo des Films ist allerdings sehr gemächlich, was manchmal Geduld erfordert und sicher nicht jedem zusagen wird. Dieses langsame Erzähltempo ist ein typisches Merkmal von Asters Stil, wirkt hier aber gelegentlich etwas zu gedehnt. Trotz dieser kleiner Schwäche bleibt Hereditary ein herausragendes Beispiel für modernen, anspruchsvollen Horror. Für mich zählt er zu den stärksten und nachhaltigsten Filmen des Genres überhaupt.
Player:
Panasonic DP-UB824EGK
Darstellung:
LG OLED77CX
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