Außergewöhnliche Geschichten (Masterpieces of Cinema Collection) (Limited Edition) Blu-ray

Original Filmtitel: Histoires extraordinaires

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Disc-Informationen
Uncut, 16:9 Vollbild, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (teilweise), Collector's Book,
Englische Untertitel und einzelne Episoden 1-3 werden auf dem Backcover nicht angegeben!
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 2.0
Englisch DTS-HD MA 2.0
Französisch DTS-HD MA 2.0
O-Ton DTS-HD MA 2.0

O-Ton = Episode 1: Englisch. Episode 2: Französisch. Episode 3: Italienisch
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-25 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.78:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
121 Minuten
Veröffentlichung:
24.01.2014
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Blu-ray Bewertungen

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bewertet am 14.06.2018 um 10:51
#2
Zwei Filmperlen und ein echtes Juwel belohnen denjenigen Cinearchäologen, der die Muße auf sich genommen hat, sich in den modrigen Archiven lange vergangener Jahrzehnte auf Schatzsuche zu begeben.

In den "Aussergewöhnlichen Geschichten" geben sich drei Ausnahmeregisseure und eine Handvoll Stars ein Stelldichein und setzen drei Geschichten des Gruselpoeten Edgar Allan Poe lose in die Sprache der bewegten Bilder um. Roger Vadim (Barbarella), Louis Malle (Fahrstuhl zum Schaffott) und Fellini La Strada) wählten dabei je eine Episode, die ihren persönlichen Vorlieben entsprach.

Metzgenerstein
Bei Vadim war dies natürlich, seinem Hang zum schönen Geschlecht folgend, eine leicht frivole Geschichte. So stehen in seiner Episode "Metzengerstein" die erotischen Ausschweifungen der 20jährigen Contessa Frederica im Zentrum seiner Abhandlung. Schon in frühesten Erwachsenenjahren erbt die schöne Contessa ein prächtiges Schloß. Fortan, charakterlich noch unausgereift und mit einer dunklen Ader zum Herrschen geschlagen, treibt sie allerlei böse Späße mit Angestellten und Untergebenen und lebt ihre sexuellen Obzessionen bis zur letzten Sinnesfreude aus.
Frederices ungezügeltes Gebaren erhält jäh eine unerwartete Wendung, als ihr der verschwiegende Baron Frederick von Metzengerstein (Peter Fonda) in einer Waldlichtung offenbar wird. Die beiden Geschlechter der Berlifitzing (Frederica) und Metzengerstein leben schon seit Jahrhunderten in tiefer Abneigung gegeneinander. Den Grund hierfür hat die Zeit längst vergessen gemacht. Magisch fühlt sich die Gräfin seit dem ersten Augenkontakt zu dem Schönling hingezogen und macht ihm Complimente und Avancen. Er wäre endlich mal eine echte Herausforderung und das I-Tüpfelchen in ihrer Sammlung erotischer Abenteuer. Von Metzgenerstein allerdings erwiedert ihr Werben nicht. Lieber möchte der sensible Feingeist dem Glück, das er mit seinen Tieren teilt, und dem Einklang mit der Natur und seiner Seele fröhnen, als dem herrschsüchtigen High-Society Flittchen als Dildo zu dienen.
Frederice ist von dieser Zurückweisung jedoch bis aufs Mark gekränkt, ist sie doch in einer Welt aus Befehl und Gehorsam aufgewachsen, und sinnt auf Rache.
Was läge da näher, als Wilhelm an seiner empfindlichsten Stelle, seinen Pferden zu treffen? Also entschließt das besessene Weib sich, den Pferdestall des Rivalen den Flammen zu opfern. Beim Versuch, des Stall zu löschen und seine geliebten Tiere zu retten, verliert allerdings auch Wilhelm sein eigenes Leben...In derselben Nacht taucht jedoch plötzlich ein riesiger schwarzer (im Buch feuerroter) Hengst aus der tiefen Stille des Waldes am Hofe der Contesse auf. Seltsamer Weise entflammt zeitgleich ein sich wild aufbäumendes Pferd auf einem edlen Wandteppich der Burgbewohnerin scheinbar wie von Geisterhand.
Auf unerklärliche Weise fühlt sich Frederica zu dem starken Tier hingezogen. Nach und nach verliert sie das Interesse an ihren extravaganten Ausschweifungen und geniesst ihr Leben auf dem Rücken des Pferdes in der weiten unberührten Natur ihrer Ländereien. Als eines Tages ein heftiges Gewitter einen nahegelegenen Wald in Feuer setzt, sieht man das Pferd mit der verängstigten Reiterin unaufhaltsam der Flammenhölle entgegengaloppieren...
Poe greift hier das alte Thema der Seelenwanderung auf und flechtet es in düstere Gruselgeschichte ein, die jedoch nicht weit über das Niveau einer Pfadfinderlagerfeuergruselgesc hichte hinausreicht. Vadim wandelt das literarische Vorbild, wo die Gräfin Frederica ursprünglich der Graf Frederick war, in eine erotisch-romantische Legende um, die nur mäßig Spannung erzeugt, aber die körperlichen Vorzüge seiner damaligen Frau Jane Fonda kameragerecht in Stellung bringt. So ist es denn auch die Bildsprache und die Freizügigkeit der Schauermär, die dieser Episode ihre Berechtigung verschaffen. Großes Kino ist dies allerdings nicht und die Metapher des auf dem wilden Hengst reitenden Frau ist nur allzu platt. Daher nicht mehr als 3 Punkte.

William Wilson
Mit William Wilson nimmt die Bluray etwas Fahrt auf. Er beginnt mit einer Beichte, in der der Kadett William Wilson (Alain Delon) eine Predigt stürmt und sich angstschlotternd Gehör erzwingt. Hier erzählt er in kurzen Abrissen dem Priester die Geschichte seines Lebens.
William Wilson ist ein pathologischer Sadist. Seit seiner Schulzeit zieht er aus der Qual ihm ausgelieferter Mitmenschen kranke Gelüste. Seine sadistischen Aktionen werden jedoch immer kurz vor ihrem Höhepunkt von einer plötzlich auftretenden Person, die sich ebenfalls William Wilson nennt und ihm bis aufs Haar gleicht, unterbrochen. Im Kadettenalter betrügt er eine schöne Spielerin (Bridget Bardot) beim Pokern um ihren Gewinn und peitscht sie als Abgeltung ihres Schuldendienstes vor den Augen seiner Kameraden aus. Als Wilsons Lust sich steigert, taucht sein alter Ego wieder auf und verdirbt dem Psychopathen seinen Spass. Vor den Augen seiner Kameraden wird Willson als Falschspieler entlarvt, und als Konsequenz daraus unehrenhaft aus dem Kreis seiner Kameraden ausgeschlossen. Erzürnt von dieser Demütigung, entscheidet sich Wilson, seinen Doppelgänger aus der Welt zu schaffen, ahnend, daß er damit sein eigenes Schicksal besiegelt...
Regisseur Melle, der sich zum albtraumhaft-klaustrophobische n hingezogen fühlt, zieht hier in Punkto Spannung und Beklemmung schon deutlich die Schrauben an. Nicht zuletzt die eindringliche Kameraführung und die voyeuristische Unerbittlichkeit tragen zu dem unangenehmen Gefühl bei, die die Bilder erzeugen. Die Härte, die sich 1968 wohl an der Grenze des damals zumutbaren bewegte und nicht zuletzt die überzeugende schauspielerische Leistung Delons, der hier bereit war, sein positives Image zu konterkarieren, sind allemal 4 Punkte wert.
Psychologisch könnte man die die Geschichte als Abspaltung unerlaubter, sadistischer Triebe verstehen, die sozial als Böse gebrandmarkt und von der Guten Seite eingedämmt werden müßen, um gesellschaftlich nicht geächtet zu werden. Sinngemäß durfte das Dunkle ohne die kontrollierenden hellen Seelenattribute nicht überlebensfähig sein. So betrachtet erhält William Wilson auch eine theologisch-moralische Komponente.

Toby Dammit
Fellinis Toby Dammit bildet den Schluß- und Höhepunkt der Triologie und ist für sich genommen ein kleines verstörendes Meisterwerk.
Zeichnen sich die beiden ersten Beiträge noch durch unheimliche und übernatürliche Elemente aus und folgen dabei den Grundstrukturen frühromantischer Texte, geht Toby Dammit ganz eigene Wege und traut sich auf das Terrain des Experimentalfilmes vor. Fellinis Episode spielt in der Gegenwart und greift auf zeitgenößische Themen zurück. Toby Dammit ist ein in Ungnade gefallener amerikanischer Filmstar, der für seine Industrie nichts als Verschtung übrig hat. Zynismus und Alkoholsucht sind sein Markenzeichen geworden. Letzteres hat ihm in Hollywood nur Scherereien beschert und so begegnen wir Toby in einem italienischen Taxi, wo er mit seinen Produzenten die Bedingungen für seine neue Rolle in einem religiösen Western aushandelt. Die Produzenten befinden sich dabei auf ähnlich intellektuellen Höhenflügen wie die Protagonisten in Fellinis kontroversem Meisterstück 8 1/2. Der Spannungsbogen zwischen den auf der Metaebene philosophierenden Filmschaffenden und dem bissigen Spot des vom Alkohol zerfressenen Toby Dammit könnte größer kaum sein. Dammit weiß aus seinem dillirantem Seinszustand der Welt nur mit Spott und bissigem Sarkasmus zu begegnen. Alkoholbenebelt wie der Geist des Amerikaners ist auch die Inszenierung gestaltet. Die Bilder erzeugen eine rauschhaft entrückte, beinahe halluzinatorische Athmosphäre, in der die Welt als Inhaltslos und auf die bloße glitzernde Fassade reduziert, definiert wird. Dammit und die Bildsprache entfernen sich von der Ebene der reinen Venunft und flirten mit den Abgründen der Verrücktheit. Obwohl kaum gruselig, ist Fellinis Episode grausamer als seine beiden Vorgänger, da das Grauen des immerwährenden Wahnsinns als permanente Bedrohung über unseren Köpfen schwebt. Die Athmosphäre der betäubten Volltrunkenheit, in der die Welt nur noch fragmentarische Bedeutung besitzt, ist uns wohl allen bestens aus diversen adoleszenten Rauscherfahrungen in Erinnerung. Der Horror ergibt sich somit aus der unmittelbaren Nähe, des selbst erlebten Pseudowahnsinns zu dem Reich des entsetzlichen Kontrollverlustes. Er ist nur einen halben Schritt von unserer Ratio entfernt und unser ständiger Begleiter. Ein falscher Schritt und der Wahnsinn zerrt uns aus unserer sicher geglaubten Existenz.
Dammit hat die Ebene der Realität bereits verlassen. Körperlich noch im System präsent, fühlt er sich jedoch an die Welt (seinen Beruf) nicht mehr gebunden. Sein ganzes Ansinnen gilt nun einem Ferrari, in dem er sich einem letzten Rausch, aus dem es kein Entkommen mehr gibt, hingibt: Dem Rausch der Geschwindigkeit.
Der Rausch, dem süßen Engel, der Toby Erlösung verheißt, birgt jedoch den Teufel des Verfalles und der Vernichtung bereits in seinen Gefiedern.
In der letzten Scene ist dies grausam schön symbolisiert.

Fellinis Toby Dammit ist trotz seiner nur 45min nichts weniger als ein filmisches Meisterwerk, aufgeladen mit einer kaum zu überschaubaren Fülle von Metaphern und Symbolismus und einer vollrauschdurchtränkten Bildsprache, die den Zuschauer in den dumpf seeligen Zustand eines Narkotikers versetzt. Ein Film, der den Vergleich mit Jodorowskys frühen Meisterwerken nicht zu scheuen braucht, und, wer weiß, vielleicht hat die Idee des religiösen Westerns ja den Grundstein für El Topo gelegt...so oder so, für dieses seltene Juwel extravaganter Filmkunst wäre es ein unverzeihlicher Frevel, weniger als 5 Punkte zu geben.
Story mit 4
Bildqualität mit 3
Tonqualität mit 3
Extras mit 1
Player:
Denon DBT-3313UD
Darstellung:
Epson EH-TW9200
bewertet am 11.11.2014 um 21:14
#1
Drei Kurzfilme nach Geschichten von Edgar Allan Poe! Inszeniert von drei berühmten Regisseuren des europäischen Kinos der 60er und 70er Jahre. Metzengerstein von Roger Vadim fällt ab: nur Jane Fonda in sexy Designer Klamotten ist dann doch zu dünn! Faszinierend die beiden anderen Geschichten, Alain Delon als sein eigener Doppelgänger und Terence Stamp, der seinem Untergang entgegenrast (und dabei einen klassischen Ferrari schrottet).
Story mit 4
Bildqualität mit 3
Tonqualität mit 2
Extras mit 3
Player:
Sony BDP-S370
Darstellung:
Panasonic TX-P50GT50E (Plasma 50")
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2 Bewertung(en) mit ø 2,88 Punkten
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