Das „Vermächtnis der Galerie des Grauens“ geht in die nächste Runde. Nach "Der Fluch der Urwaldhexe" (USA 1960; OT: "The Leech Woman") bringt Anolis erneut einen Film von Regisseur Edward Dein als deutsche HD-Premiere auf den Markt. Was der Film zu bieten hat, der für sich in Anspruch nehmen darf, der erste Vampir-Western-Hybrid der Filmgeschichte zu sein, und wie sich die Blu-ray Disc in technischer Hinsicht schlägt, klärt die nun folgende Rezension.
Story


Bildqualität
-
Das feinkörnige Schwarz-Weiß-Bild liegt im annähernd Bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis von 1,87:1 vor und hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Die Schärfe bewegt sich durchgängig auf einem guten Niveau, erreicht allerdings zu keiner Zeit Spitzenwerte. Alles in allem ist das Bild etwas weicher gehalten und in einigen Einstellungen (insbesondere bei Nahaufnahmen der Hauptdarstellerin) wirkt das Bild wie ganz sanft weichgezeichnet – was zur Entstehungszeit allerdings üblich und gewollt war. Die Grauabstufungen sind fein und differenziert, der Kontrast ist ausgewogen und der Schwarzwert hervorragend. Altersbedingte Mängel sind äußerst selten und stören den Filmgenuss in keiner Weise. Dennoch ist die im Bonusmaterial zu findende „Grindhouse Version“, welche das vollständige (geöffnete) Bild enthält und alles in allem auch nicht viel schlechter ausgefallen ist, die bessere Wahl den Film anzusehen - wobei dies natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss.
Tonqualität
-
Der Ton liegt in deutscher und englischer Sprache in dts-HD Master Audio 2.0 mit optional zuschaltbaren Untertiteln auf der Disc vor und klingt so frisch, als wäre er gerade erst aufgenommen worden – was daran liegt, dass er quasi gerade erst aufgenommen wurde, zumindest die deutsche Synchronfassung. Diese entstand im März diesen Jahres im Auftrag von Anolis unter der Regie von Dr. Gerd Naumann bei der Mixwerk Synchron GmbH in Berlin und ist nicht nur hochkarätig besetzt, sondern klingt schlichtweg fantastisch und authentisch. Die Dialoge sind glasklar und auf den Punkt, treffen die richtigen Emotionen und sind perfekt mit der Musik und den Umgebungsgeräuschen abgemischt. Über Michael Pate hören wird den großartigen Bernd Vollbrecht, welcher dem blutsaugenden Revolverhelden den richtigen Charakter verleiht. Mit Reiner Schöne, Johanna Thoring und Reiner Fritzsche sind noch weitere fähige und bekannt-markante Stimmen involviert, welche die Synchronfassung deutlich aufwerten. Die englische Originaltonspur ist ebenfalls hervorragend verständlich und klingt im direkten Vergleich etwas wärmer, ist der Synchronfassung aber ansonsten ebenbürtig.
Ausstattung
Fazit
-
Technisch gibt es nicht viel an der blauen Scheibe auszusetzen. Das Bild ist den Umständen entsprechend gut (wobei die sogenannte „Grindhouse Version“ im Bonusmaterial sprichwörtlich mehr Bild zu bieten hat und qualitativ nicht viel schlechter ausfällt), der Ton klingt in beiden Sprachfassungen fantastisch und die beiden Audiokommentare liefern allerhand Hintergrundinformationen. Der Film selbst ist im Prinzip ein klassischer US-Western mit einem leicht übernatürlichen Subplot, bietet aber weder Horror noch Grusel und lässt dabei die meisten Möglichkeiten eines Hybriden ungenutzt verstreichen. Da hatte die „Galerie des Grauens“ schon deutlich bessere Titel im Repertoire. Trotzdem dürfen Genrefans durchaus einen Blick riskieren.
(Michael Speier)
(weitere Reviews anzeigen)
Kaufempfehlung
Testgeräte
Panasonic TX-L47ETW60
Sony UBPX700
Sony HT-S20R
Philips 55PUS8601/12
Denon dbt-3313ud
Sony BDV-N9200WB
Teufel Theater 500 THX 7.1 mit 4 Dipol Speakern
