Im Rahmen des „Grindhouse“-Projekts von Quentin Tarantino und Robert Rodrigues wurden einige befreundete Filmemacher aufgerufen, Fake-Trailer zu Grindhouse-Filmen zu produzieren, die dann vor den jeweiligen Filmen gezeigt wurden, und dem Zuschauer ein Gefühl der „guten alten Zeit“ im Bahnhofs-, beziehungsweise Gindhouse-Kinos zu vermitteln. Einer der besagten Fake-Trailer stammt von Eli Roth, auf dessen Kappe unter anderem die Filme „Hostel“ und „Cabin Fever“ gingen. Die Resonanz war so groß, dass Roth nun, mehr als 15 Jahre später, die Gelegenheit bekam, seinen Fake-Trailer zu einem richtigen Film auszuarbeiten. Das Resultat wurde im April 2024 von Sony Pictures Home Entertainment im Vertrieb von Plaion Pictures auf Blu-ray Disc veröffentlicht. Und nun, ein halbes Jahr später – und pünktlich zu Halloween – legt man die 4k-UHD Scheibe mit zusätzlichem Bonusmaterial und einer Sonderverpackung nach. Was der Film zu bieten hat, und wie sich die Discs in technischer Hinsicht schlagen, klärt die nun folgende Rezension.
Story
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Am Black Friday, dem umsatzstärksten Shoppingtag des gesamten Jahres, kann es schon einmal rabiater zugehen. Dieses Mal aber endet der Kaufrausch in einer Massenpanik mit mehreren Toten. Ein Jahr später versucht die Bevölkerung von Plymouth in Massachusetts, die Tragödie zu vergessen. Als Geburtsstätte von Thanksgiving bemüht man sich, alles für den fröhlichen Feiertag herzurichten. Doch dann taucht ein als Pilgervater John Carver verkleideter Killer in dem Ort auf und metzelt jeden nieder, der ihm in die Quere kommt. Sheriff Newlon (P. Dempsey) will den Wahnsinnigen stoppen und erkennt, dass die Taten des Mörders mit dem Black-Friday-Unglück in Verbindung stehen …



Bildqualität

Bild 4k UHD

Tonqualität

Ausstattung
- Audiokommentar von Eli Roth und Jeff Rendel
- Hinter den Schreien (3:56 Minuten)
- Massenhaftes Blutvergießen (3:33 Minuten)
- Outtakes (5:15 Minuten)
- 14 Geschnittene, alternative und erweiterte Szenen (34:26 Minuten)
- Die Massachusetts Filme: Eli & Jeffs frühe Filme (mit alternativen Kommentar) (12:03 Min.)
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Bonusmaterial UHD
- Behind the Scenes Featurette: Carve Diem (24:52 Minuten)
- Behind the Scenes Featurette: Stechender Dank (22:28 Minuten)
- Teaser (0:56 Minuten)
- Trailer (2:23 Minuten)
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Neben einem informativen Audiokommentar mit Regisseur Eli Roth und seinem Kollegen Jeff Rendel, in dem die beiden nicht nur über den Film, sondern auch ihre Beweggründe und die gemeinsame Vergangenheit erzählen, bekommen wir noch ein paar kurze und werbeträchtige Einblicke geboten, dürfen über verpatze Szenen lachen und erhalten noch eine gute halbe Stunde an zusätzlichem Filmmaterial, welches es nicht in den Film geschafft hat. Das echte Highlight sind indessen die frühen Kurzfilme der beiden, wobei es sich um bereits gut gemachte Amateur-Videos handelt, die schon deutlich die Handschrift der beiden Filmemacher tragen.
Zusätzlich beinhaltet die UHD noch weiteres Bonusmaterial in Form von zwei kurzweiligen und witzigen "Behind the Scenes"-Featurettes, welche von Cast und Crew aufgenommen wurden und einen Einblick in die Arbeit der Filmcrew liefern und aufzeigen, wie viel Spaß alle bei Dreh hatten. Obendrein gibt es noch den Teaser und den Trailer zum Film - allerdings nicht den Fake-Trailer aus dem Grindhouse-Projekt. Und warum man bei der UHD auf den Audiokommentar verzichtet hat, erschließt sich ebenfalls nicht wirklich.
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Bonusmaterial Blu-ray Disc:
Fazit
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Die Blu-ray Disc ist technisch bereits sehr gut, die UHD ist allerdings sogar noch ein wenig besser. Während das Bild, welches bereits auf Blu-ray überzeugen konnte, noch eine Schippe drauflegt und knalligere Farben und bessere Auflösung bietet, bietet die UHD – zumindest im Originalton – sogar Dolby Atmos an. Die deutsche Tonspur bleibt wie gehabt, aber auch hier gibt es nicht viel zu beanstanden – im Gegenteil. Abgerundet wird das Ganze durch interessantes und unterhaltsames Bonusmaterial, wobei auch hier noch mal etwas draufgelegt wurde. Da hat sich das Warten gelohnt.
Der Film selbst ist nicht ganz das, was der Fake-Trailer versprach, sondern bleibt in den Pfaden des Genres und präsentiert sich als banale, austauschbare, aber immerhin recht blutige und mit kreativen Kills und einem coolen Killer angereicherte 08/15-Whodunit-Slasherstory, die mehr an „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ erinnert, als an die „guten, alten, hirnlosen Schlachtfeste“, wie es suggeriert wurde. Manch einen wird’s freuen, manch einer mag enttäuscht sein. Das ist, wie immer, letztendlich Geschmackssache.
(Michael Speier)
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