Nach ungefähr 2 Jahren erfährt der von Drehbuchautor und Regisseur Christian Tafdrup erfolgreiche dänische Psychohorror „Speak No Evil“ (2022) ein gleichnamiges amerikanisches Remake. Während im Original eine dänische auf eine eher untypische niederländische Familie trifft und sich durch ihre eigenen sozial auferlegten Regeln letztlich in höchste Gefahr begibt, lässt James Watkins, der in der Neuauflage ebenfalls für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet, Engländer auf Amerikaner treffen – der Rest bleibt vom erzählerischen Hauptfaden ähnlich. Universal Pictures Home Entertainment brachte das Remake Ende 2024 auf den deutschen Markt – im HD Keep Case und mit ein paar Extras ausgestattet. Kann die amerikanische Variante gegenüber dem dänischen Original bestehen, dieses sogar übertreffen – oder liegt letztlich doch nur ein unnötiger Abklatsch vor? Wir wagen den Vergleich und schauen unter Einhaltung aller Regeln auch auf die technische Qualität der Blu-ray.
Story
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Familie Dalton nimmt den dringend benötigen Urlaub vom Alltag. Vater Ben (Scoot McNairy) muss nach einer Kündigung seines Jobs erst einmal durchschnaufen. Nicht weniger reif für einen Ausflug nach Italien ist seine Frau Louise (Mackenzie Davis), die für ihn seinerzeit nicht nur ihren Beruf aufgab – es scheint auch gehörig zu kriseln in ihrer Ehe. Davon nicht unbelastet ist ihre zwölfjährige Tochter Agnes (Alix West Lefler), die die Geschehnisse auf ihre Weise verarbeitet.
Im Urlaub trifft diese eher zurückhaltende englische Familie auf ein weitaus offeneres Paar mit ihrem Sohn. Während der äußerst extrovertierte Paddy (James McAvoy) direkt Kontakt aufnimmt und auch seine Frau Ciara (Aisling Franciosi) eine urig freundliche Ader zu besitzen scheint, ist deren Sohn Ant (Dan Hough) auffällig ruhig und introvertiert. Er scheint neben einer laut Paddy krankhaften Verkürzung der Zunge auch unbekannte Dinge verarbeiten zu müssen.
Nach einer Einladung auf deren einsamen Wohnsitz entschließt sich Familie Dalton nach anfänglicher Skepsis letztlich dazu, Paddy’s Familie für ein Wochenende zu besuchen. Dort zeigen sich zwischen den beiden Familien allmählich extreme Unterschiede auf die Sicht der Welt, aber vor allem auch, wie Anstandsregeln im sozialen Miteinander gelebt oder konsequent ignoriert werden. Doch irgendetwas scheint darüber hinaus nicht zu stimmen – und Ant versucht, den Daltons auf seine stille Art vor etwas Schrecklichem warnen zu wollen…



Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung
- Audiokommentar von Autor und Regisseur James Watkins
- Featurette: Kernfamilien (08:53 Min.)
- Featurette: Ein grauenvoller Höhepunkt (05:21 Min.)
- Featurette: Das Gutshaus des Horrors (04:00 Min.)

Fazit
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Gelungenes Remake eines Psychohorror, bei dem das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Familien, bei denen eine ein dunkles Geheimnis verbirgt, in einem Fiasko zu enden droht. Hochspannend mit routiniert eingestreuten Handlungen wider aller Logik, die an den Nerven der Zuschauer nagen werden, kann die Neuauflage für sich bestehen. Dazu passt ein sehr gutes Bild, der Ton der Synchronfassungen lässt Stimmen etwas zu leise abgemischt zurück, ansonsten glänzt auch dieser durch seine klare, dynamische Form. Bei den Extras kann vor allem der Audiokommentar überzeugen.
(Dominik Böhler)
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