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Die Verachtung - Le Mépris (1963) (60th Anniversary Edition) Blu-ray

Original Filmtitel: Le Mépris

Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, die hier vorliegende Filmfassung entspricht der ungekürzten US Unrated Fassung, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (teilweise), Wendecover (ggf. nicht in allen Auflagen enthalten),
4K remastered!
Label:
Herausgeber:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Französisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (2.35:1) @24 Hz
Video-Codec:
Laufzeit:
104 Minuten
Veröffentlichung:
29.06.2023
 
STORY
6
 
Bildqualität
7
 
Tonqualität
5
 
Ausstattung
4
 
Gesamt *
5
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Regisseur Jean-Luc Godard („Außer Atem“) zählt zu einem der Filmemacher, die im Rahmen der zweiten Welle der „Nouvelle Vague“ Ende der 1950er Jahre nicht nur eingefahrene Erzählweisen des Kinos durch neue individuelle Konzepte auf den Kopf stellte, sondern damit auch einen maßgeblichen Einfluss auf das kommende Kino nahm. Viele seiner Filme verließen damit den üblichen Aufbau einer Handlung oder klassische Kameraeinstellungen, sondern experimentierten technisch mit unerwarteten Perspektiven und Schnitten, aber auch inhaltlich gab es eine eigene Art der Gesellschaftskritik, bzw. den ein oder anderen Widerstand am bisherigen Filmschaffen. Eines seiner früheren Werke „Die Verachtung“ aus dem Jahre 1963, sollte für ihn persönlich ein Erfolg werden, obwohl dieses an den Kinokassen nicht überzeugte. Wie auch andere seiner Werke ist dieses nicht auf den Massenmarkt ausgerichtet, bleibt aber prägend in Erinnerung. Anlässlich zu seinem 60. Jubiläum veröffentlichte Studiocanal 2023 zwei Editionen: einmal den Film als Kombination UHD + Blu-ray, 4K-remastered und inklusive Booklet, sowie als entkoppelte Blu-ray-Variante. Letztere wird mit dieser Rezension daraufhin näher beleuchtet, ob sich die Anschaffung für Filmbegeisterte lohnt.

Story

    Der Schriftsteller Paul Javal (Michel Piccoli) erhält das Angebot, für einen bereits in Produktion befindlichen Film über die Odyssee das Drehbuch zu überarbeiten. Der Produzent Jeremy Prokosch (Jack Palance) hat sich mit dem Regisseur Fritz Lang (gespielt von ihm selbst) überworfen und sieht erheblichen Änderungsbedarf. Zusammen mit Pauls Frau Camille (Brigitte Bardot) reist er nach Rom, um sich mit Prokosch und Lang zu treffen und über das mögliche Angebot zu sprechen. Dort sieht er nicht nur den sich bestätigenden Konflikt, sondern auch die Gelegenheit, im einflussreichen Filmgeschäft Fuß zu fassen und seiner Karriere einen deutlichen Schub zu geben. Doch vor Ort verschlechtert sich zwischen Camille und ihm zusehends deren Beziehung zueinander, die Paul irritiert und ratlos zurücklässt. Irgendetwas läuft in Zusammenhang mit dem Filmangebot deutlich schief und rüttelt an deren Ehe.
    Die Verachtung 1.jpg
    Jean-Luc Godard baut mit „Die Verachtung“ eine sehr einfache Rahmenhandlung auf, die Gelegenheit gibt, als Zuschauer in die Filmproduktion zu schnuppern. Bereits die Anfangsszene zeigt eine lange Einstellung, bei der Darsteller per Kamera gefilmt werden, die sichtbar auf Schienen Richtung Zuschauer gefahren wird, bis diese letztlich vor ihm zum stehen kommt und abschließend auf ihn schwenkt: Kamera sieht in Kamera. Aber auch später werden diverse Filmdrehs gezeigt, in denen die „Odyssee“ fortgesetzt wird. Viel mehr Zeit nimmt sich Godard aber dann mit dem Ehepaar Javal und arbeitet die Ambitionen Pauls heraus, vom Theater in die vermeintlich umsatzträchtige Filmbranche einzusteigen. Seine Ehefrau Camille wiederum scheint nach Anerkennung zu suchen und verliert zusehends Kontakt zu Paul, je mehr dieser bereit zu sein scheint, alles für das Angebot zu tun – bis hin zur vermeintlichen Freigabe Camilles an den Produzenten Prokosch. Der Zuschauer wird Zeuge davon, dass sich das Paar in seiner noch nicht ausgebauten gemeinsamen Wohnung mehr und mehr voneinander entfremdet, Dialoge werden aneinander vorbeigeführt – und der wirkliche ehrliche Bedarf der beiden verschwindet. Diese Ehekrise wird durch Pauls Verhalten gegenüber Prokosch und Camille intensiviert – und letztlich zu einer Art Vakuum aufgeblasen, in dem es den beiden nicht mehr möglich zu sein scheint, sich zu retten. Ganz nebenbei rechnet Godard mit der recht unsympathischen und teils überheblichen Darstellung Prokoschs mit der Filmbranche ab, die zwischen pseudointellektueller Selbstbestimmung und reinem Kommerzgedanken kalt und berechnend dargestellt wird. In dem Zusammenhang liefert der gealterte Fritz Lang mit seiner desillusionierenden Sicht eine Art Ventil mit dem Blick zurück auf die eigentliche – im Vergleich schon fast romantische – Intention des Filmemachens. Was diesen Film so besonders für seine Zeit macht, ist aber letztlich eine langsam erzählte und spannungsarme Kost, die für eine einmalige Sichtung und für Filmhistoriker zum mehrmaligen Betrachten einlädt, jedoch sonst keinen echten Wiedersehenseffekt erzielt. Godard gelingt die Darstellung einer Ehekrise, kombiniert mit der Abrechnung auf die Filmindustrie; aber sowohl die Ohnmacht, aus dem Beziehungskonflikt wieder herauszufinden, als auch der Blick auf den Filmproduzenten ist letztlich schnell auserzählt, so dass im Filmverlauf nur weitere bestätigende Szenen diese Handlungsunfähigkeit zuspitzen bis hin zum überraschend dramatischen Ende.

Bildqualität

    Die Verachtung 2.jpg
    Die 4K-Restaurierung hat sich gelohnt: ein grundlegend stabiles Bild ohne nennenswerte Bildfehler oder Verschmutzungen lädt zum Genießen des Films ein. Dieser profitiert zudem von der guten und natürlichen Farbwiedergabe, mit der Jean-Luc Godard durchaus intensiv spielt und bei den wunderschönen Landschafts- und Außenaufnahmen mit Gelb-, Grün- und Brauntönen arbeitet, während Innenaufnahmen mit Blau- und Weißtönen eher kühl anmuten. Die gute Schärfe wirkt dabei niemals überzeichnet und bringt zum Beispiel die in einigen Einstellungen fokussierten griechischen Skulpturen plastisch zur Geltung. Einige Aufnahmen beim Anwesen von Prokosch wiederum zeigen leider trotz Restaurierung einen ab und zu schwächelnden Schwarzwert. So gehen auch mal gerne Details in dunklen Bereichen verloren, diverse Büsche und Sträucher wirken dann einfach nur schwarz. Auch scheint ein Rauschfilter verwendet worden zu sein, so dass – wenn auch nur leicht – hier und da Objekte wachsartig erscheinen. Insgesamt aber ein mehr als angenehmer Transfer.

Tonqualität

    Die Verachtung 3.jpg
    Beim Ton wiederum scheint leider keine Restaurierung erfolgt zu sein: sowohl im französischen Original, als auch in der deutschen und englischen Synchronfassung liefert der in DTS-HD Master Audio 2.0 abgelegte Monoton eine zweckmäßige Wiedergabe. Leider ist insbesondere in der deutschen Fassung die Balance zwischen Stimmen und Musik unausgewogen: zu oft legt sich der (leider auch recht eintönige) Score über Dialoge, die dadurch schwer verständlich werden. Zusätzlicher Wermutstropfen sind seinerzeit nicht synchronisierte Stellen, die im Original mit deutschen Untertiteln versehen werden. Was auch sonst schon einen homogenen Filmgenuss gestört hätte, wird hier allerdings eine Spur dramatischer dadurch, dass im Original drei Sprachen gesprochen werden. Die Entscheidung, für die deutsche Synchronfassung Teile zu übersetzen, andere wiederum nicht, wird bei den OmU-Szenen nochmals völlig durcheinandergeworfen. Nicht nur deshalb, sondern auch durch die insgesamt natürlichere und druckvollere Wiedergabe von Stimmen und Score sei den sprachkundigen Zuschauern der französische Originalton nahegelegt, bei dem die Darsteller alle ihre eigenen Sprachen und Übersetzungen liefern – und Fritz Lang dankenswerterweise sich selbst spricht.

Ausstattung

    - 24-seitiges Booklet - Dokumentation „Es war einmal… die Verachtung“ (52:28 Minuten) - Eine Einführung von Colin MacCabe (05:31 Minuten) - Featurette „Paparazzi – die Verfolgung der B.B.“ (22:28 Minuten) - Featurette „Bardot und Goddard“ (10:32 Minuten) - Originaltrailer (02:31 Minuten) - Französische Hörfilmfassung
Gerne hätte man sich für einen solchen Film einen Audiokommentar mit dem Regisseur gewünscht, allerdings macht die knapp einstündige Dokumentation aus der französischen TV-Reihe „Un film & son époque“ das wieder wett, indem dort Jean-Luc Godard ausgiebig Stellung beziehen darf. Während die filmische Nacherzählung des Schriftstellers Colin MacCabe eine nette Dreingabe ist, überzeugen die beiden Featurettes wiederum, die als quasi Kurzfilme während der Dreharbeiten entstanden und hier ebenfalls in restaurierter Fassung vorliegen. Hinweis: die Blu-ray bietet zudem eine französische Hörfilmfassung – diese ist aber nur auswählbar, wenn das Menü eingangs auf Französisch gestellt wird – in der deutschen und englischen Menüansicht wird diese nicht angeboten! Sowohl in der UHD-Auswertung, als auch hier liegt ein Booklet mit einer Analyse durch den Filmkritiker Jean-Baptiste Thoret bei. Das Menü lässt sich in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch wählen, schön ist unabhängig davon, dass das Covermotiv bereits bei den Hinweistexten zu FSK & Co. verwendet und im eigentlichen Menü wieder aufgenommen wird. Dort schaut eine gezeichnete Camille quasi aus dem Fenster, das wiederum einen animierten Filmausschnitt präsentiert. Die Navigation gelingt dabei einfach. Da für diese Rezension lediglich eine Check-Disc vorlag, kann keine Aussage über das Booklet getroffen werden.

Fazit

    Der vor allem für Filmhistoriker interessante Beitrag „Die Verachtung“ aus der experimentellen Stilrichtung „Nouvelle Vague“ feiert mit dieser Blu-ray-Auswertung sein 60-jähriges Jubiläum. Regisseur Jean-Luc Godard verarbeitet hier die lähmende Wirkung einer Ehekrise kombiniert mit deutlicher Kritik an die damalige Filmindustrie. Besondere Highlights sind neben einer guten 4K-Restaurierung die qualitativ hochwertige Zusammenstellung des Bonusmaterials, allem voran die Dokumentation mit Interviews von Jean-Luc Godard. Wer auf UHD verzichten kann, erhält mit dieser Auswertung eine gelungene Edition zum im Vergleich kleineren Preis. (Dominik Böhler)
    (weitere Reviews anzeigen)

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6 von 10

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geschrieben am 05.06.2024

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