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Ein reizender Fratz Blu-ray

Original Filmtitel: Little Miss Marker (1980)

Exklusive Produktfotos:
Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, 16:9 Vollbild, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Wendecover (ggf. nicht in allen Auflagen enthalten)
Label:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 2.0
Englisch DTS-HD MA 2.0
Untertitel:
Englisch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-25 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.85:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Laufzeit:
102 Minuten
Veröffentlichung:
06.06.2025
 
STORY
6
 
Bildqualität
5
 
Tonqualität
5
 
Ausstattung
0
 
Gesamt *
3
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Nachdem die Erzählung „Little Miss Marker“ des amerikanischen Schriftstellers Damon Runyon bereits mehrfach verfilmt wurde („Die Glückspuppe“ von 1934, „Der besiegte Geizhals“ von 1949 und „Ein Rucksack voller Ärger“ von 1962), machte sich Regisseur Walter Bernstein schließlich 1980 daran, dem Stoff neues Leben einzuhauchen. Für die Geschichte eines jungen Mädchens, das bedingt durch die Spielsucht seines Vaters zum lebenden Schuldschein an einen Buchmacher ausgehändigt wird, fand man diesmal eine erstklassige Schauspielriege: mit Walter Matthau („Ein verrücktes Paar“), Julie Andrews („Meine Lieder, meine Träume“) und Tony Curtis („Manche mögen’s heiß“) in den Hauptrollen versprach die Komödie ein mehr als passendes Remake zu werden. Für die sehr junge Sara Stimson als „Marky“ sollte es der einzige Ausflug in den Bereich der Schauspielerei bleiben. Im Juni 2025 veröffentlichte OneGate Media unter dem Label Universal Pictures Home Entertainment den Film als Film-only-Variante auf Blu-ray. Wurde die blaue Scheibe auch „ein reizender Fratz“?

Story

    Der Buchmacher „Sorrowful Jones“ (Walter Matthau) muss sich täglich mit Leuten herumschlagen, die bei ihm zwar weiter auf ominöse Wetten ihr Geld setzen möchten, ihre Schulden allerdings nicht zahlen können. Nicht selten müssen diese eine Art Pfand bei ihm hinterlassen. Was sich aber der spielsüchtige Carter (Andrew Rubin) als Schuldschein ausdenkt, kam Jones so noch nicht vor: er hinterlässt prompt seine sehr junge Tochter (Sara Stimson) bei ihm, um danach das benötigte Geld aufzutreiben. Und entgegen der Erwartung kreuzt ihr Vater nicht nur an diesem, sondern auch am Folgetag nicht mehr auf. Während Jones als Eigenbrötler überhaupt keine Menschen um sich herum zulässt, nimmt er „Marky“ letztlich widerwillig bei sich auf – natürlich nur vorübergehend, bis ihr Vater mit dem Geld wieder auftaucht. Aber weder sein Gehilfe Regret (Bob Newhart), noch sein zwielichtiger „Partner“ Blackie (Tony Curtis) haben ein Interesse daran, das Kind länger als nötig bei sich zu halten. Mehr durch Zufall lernen sich aber Blackies Begleitung Amanda Worthington (Julie Andrews) und das Mädchen kennen und lieben. Und nicht nur sie, sondern auch Jones, der bisher wohl nie auf dem Radar einer Frau erschien, tritt in Amandas Leben. Es entwickelt sich eine turbulente Mischung aus Verbrechen, Glücksspiel und Liebe.
    Ein_reizender_Fratz_01.webp
    Es ist eine Freude, all die Stars in ihren Rollen zu erleben. Walter Matthau als grantiger Buchmacher scheint für die Rolle perfekt zu sein und führt sich bereits am Anfang gekonnt ein, wenn er – zunächst nur hörbar – eine Schuldenmacherin mit deutlichen Worten aus seinem Büro jagt. Ihm zur Seite steht der gutmütige Regret, ebenso wunderbar dargestellt von Bob Newhart. Den eher bösen Gegenpart bildet dann schließlich Tony Curtis als kaltblütiger Geschäftsmann, der für seinen Erfolg nicht nur Spiele manipuliert, sondern auch über Leichen geht. Sein Assistent wird ebenfalls passend von Brian Dennehy gespielt, den man aus unzähligen Filmen her kennt, meist in der Rolle des Verbrechers. Und den eher kurz zu sehenden Vater der kleinen Marky, Andrew Rubin kennen Freunde des ersten „Police Academy“-Films als George Martin, der von Sgt. Debbie Callahan mehr unsanft ins Zimmer gezogen wird. Genug Stars also vorhanden, jetzt müssten noch das Drehbuch und die Regie funktionieren – beide von Walter Bernstein geliefert, der unter anderem auch das Skript zu „Angriffsziel Moskau“ (1964) und „Zwei ausgebuffte Profis“ (1977) beisteuerte. Und in der Tat lässt sich das Geschehen rund um einen Buchmacher, der durch seinen gefährlichen Partner in ein manipuliertes Pferderennen mit jeder Menge Eigenkapitel getrieben wird – und sich gleichzeitig unfreiwillig mit einem jungen Mädchen als Untermieterin in seinem Leben zurechtfinden muss, insgesamt recht nett ansehen. Leider jedoch gewinnt man in so vielen Einstellungen das Gefühl, dass aus den Schauspielern noch mehr Emotionen hätten herausgekitzelt werden können. Ja, Walter Matthau bringt ab und an seine Grantigkeit zum Vorschein, wie man sie aus vielen Buddy-Movies mit Jack Lemmon her kannte, tritt aber überwiegend von seinem ganzen Erscheinen etwas zurück. Auch Tony Curtis wirkt in seiner Rolle des Bösewichts irgendwie leicht gefangen und kann sich nicht vollends entfalten. Eine ganze Spur überzeugender wirken da die Nebenrollen: Bob Newhart möchte man mit seinen Hundeaugen und der Bereitschaft zu helfen, gerne zuschauen. Ebenso spielt Brian Dennehy den Part des überwachenden Schattens von Jones sichtbar mit Vergnügen. Und auch eine Julie Andrews kann in ihrer Rolle der sympathischen Frau zwischen den Stühlen gefallen, auch wenn man die Chemie zwischen ihr und Matthau nicht immer abnimmt.
    Ein_reizender_Fratz_02.webp
    „Ein reizender Fratz“ pendelt zwischen einer sanften Komödie und angehenden Romanze mit einem Hauch von Drama, wenn es um die Zukunft der kleinen „Marky“ geht, begeistert aber letztlich in keinem der Bereiche so richtig. Trotzdem macht es wie erwähnt durchaus Spaß, seine Lieblingsschauspieler zu sehen, dazu einem treffenden Score von Altmeister Henry Mancini („Der rosarote Panther“) zu lauschen und mitzuraten, welche Auflösung am Ende Marky erwartet. Doch eines muss sich Walter Bernstein gefallen lassen: der Film ist letztlich eine Spur zu brav ausgefallen.

Bildqualität

    Leider begeistert das Bild auf Blu-ray nicht: sowohl die Schärfe, als auch der Kontrast und der Schwarzwert bleiben bestenfalls auf befriedigendem Niveau und erzeugen nicht selten den Eindruck eines leicht matschigen Transfers. Dazu kommen über den gesamten Film über blasse Farben, denen es an Brillanz fehlt. Filmkorn ist sichtbar und immer wieder sind leichte Verschmutzungen aus dem offensichtlich nicht aufbereiteten Ausgangsmaterial zu sehen. Richtig schlecht ist das Bild nicht geworden, der Film lässt sich so durchaus anschauen, aber HD-Qualität sieht anders aus – schade.

Tonqualität

    Ein_reizender_Fratz_03.webp
    Auch der Ton bleibt sowohl in der deutschen Synchronfassung, als auch im englischen Original unauffällig und unbearbeitet hinter den Erwartungen zurück. Das Format DTS-HD Master Audio 2.0 bietet letztlich nur Monoton, der die Stimmen allerdings gut verständlich wiedergibt. Beim deutschen Ton schleichen sich selten Zischgeräusche ein. Die Musik von Henry Mancini lässt sich hören, liefert aber keinerlei Dynamik oder Bass, sondern tönt eher dünn aus dem Frontbereich. Im Englischen ist zudem etwas mehr Hintergrundrauschen auszumachen als in der Synchronfassung. Walter Matthau wird zwar nicht wie so oft von Wolfgang Völz gesprochen, sondern vom ebenso guten Martin Hirthe, der ihm unter anderem bereits in Filmen wie „Charade“ (1963), „Hello, Dolly!“ (1969) und „Extrablatt“ (1974) seine Stimme lieh. Herbert Stass hingegen gehört neben Rainer Brandt schon zu den Stammsprechern für Tony Curtis. Kurios: englische Untertitel sind optional zuschaltbar, deutsche hingegen fehlen.

Ausstattung

    Kein reizender Fratz beim Bonusmaterial zu sehen: noch nicht mal ein Trailer hat sich auf die Scheibe verirrt. Auch das Menü wird nach einleitenden Filmszenen mit einem starren Bild und dem Score im Hintergrund rudimentär gehalten: hier kann auf einfache Art zwischen den Sprachen gewechselt und englische Untertitel optional aktiviert werden. Obwohl in solche eingeteilt, findet sich kein Kapitelmenü wieder. Trostpflaster: ein Wendecover.

Fazit

    Brave Komödie rund um ein als Schuldschein an einen grantigen Buchmacher ausgehändigtes junges Mädchen, das es schafft, sein Leben durcheinander zu bringen und trotz des Milieus des Glücksspiels und Gaunerei dessen Herz zu öffnen. Das teilweise langsame Tempo und das zurückhaltende Spiel trotz Staraufgebots verhindern einen echten Hit und empfehlen „Ein reizender Fratz“ als lockere Unterhaltung für zwischendurch. Das nicht aufbereitete Bild, sowie der unscheinbare Monoton wecken keine HD-Begeisterungsstürme, Bonusmaterial fehlt gänzlich. Für Fans von Walter Matthau auf jeden Fall eine Sichtung wert. (Dominik Böhler)
    (weitere Reviews anzeigen)

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5 von 10

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