Mortal - Mut ist unsterblich Blu-ray

Original Filmtitel: Mortal (2020)

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Disc-Informationen
Uncut, HD Sound (deutsch), Extras in HD (komplett), Wendecover (ggf. nicht in allen Auflagen enthalten)
 
STORY
6
 
Bildqualität
8
 
Tonqualität
7
 
Ausstattung
1
 
Gesamt *
5
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Das Kinojahr 2020 ist für Fans der großen Leinwand im Allgemeinen, für Zuschauer von Superheldenfilmen im Speziellen, Corona-bedingt leider eine herbe Enttäuschung: es mangelt einfach an Nachschub. Hier könnte jedoch zumindest im Heimkino der neue Film von André Øvredal für Abhilfe sorgen. Der norwegische Regisseur, welcher sich durch Werke wie "Trollhunter", "The Autopsy of Jane Doe" und "Scary Stories to Tell in the Dark" einen gewissen Namen machen konnte, wechselt nämlich nun ins Lager der Superhelden, wenn auch auf sehr unkonventionelle Art und Weise. Die Blu-ray des Films wurde kürzlich von Ascot Elite Home Entertainment bzw. der Al!ve AG in den Handel gebracht und in wie weit sich der Titel von Genre-Kollegen aus dem Hause Marvel oder DC Comics unterscheidet, soll anhand des nachstehenden Reviews geklärt werden.

Story

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Eric (N. Wolff) reist als Backpacker quer durch Norwegen, als er auf einem kleinen Bauernhof ein schreckliches Erlebnis hat: in ihm erwachen plötzlich und unerwartet ungeahnte Kräfte, die das das Anwesen und seine Bewohner wortwörtlich in Schutt und Asche legen. Eric flieht daraufhin in die Wälder, muss aber kurzdrauf verletzungsbedingt wieder einen Abstecher in die Zivilisation wagen. Hier gerät er allerdings mit ein paar halbstarken Jugendlichen aneinander, deren Provokationen wieder mit einem Todesfall enden. Die Polizei schnappt Eric diesmal, bringt jedoch kein Wort aus ihm hinaus. Daraufhin ziehen die Beamten die Psychologin Christine (I. Akerlie) hinzu, die schlussendlich eine Verbindung zu dem Verstörten jungen Mann aufbauen kann. Abermals kommt es jedoch zu einem Ausbruch von Erics neuen Kräften, durch den er zusammen mit Christine die Flucht ergreift. Die beiden entschließen sich dazu, den Ursprungsort allen Übels aufzusuchen, um herauszubekommen, was mit Eric passiert ist. Schon bald müssen sie dabei feststellen, dass der Ursprung in der nordischen Mythologie liegt.
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Wie eingangs bereits erwähnt gestaltet Regisseur Øvredal seinen Beitrag zum Superhelden-Genre sehr unkonventionell. Wer hier einen "Blockbuster" wie X-Men & Co erwartet - durch den Hinweis auf dem Cover sei dieser Gedanke gerechtfertigt - so wird er vermutlich schnell enttäuscht sein. Denn weder Ausstattungstechnisch, noch erzählerisch bewegt man sich auf dem Terrain der großen Vorbilder. Øvredal erzählt seine Geschichte wesentlich ruhiger und effektärmer, befindet sich mit seinem Titel eher in Drama-Gefilden, denn im Action-Kino. Mit Hauptprotagonist Eric, welcher von Nat Wolff gespielt wird, bekommt der Zuschauer einen sehr verschlossenen und in sich gekehrten Charakter präsentiert, der durch seine neuentdeckten und völlig unkontrollierbaren Fähigkeiten komplett aus der Bahn geschmissen wird. Als kleines Häufchen Elend kauert er in der Ecke des Verhörraums und ist völlig traumatisiert von den Taten, die er, getrieben von seinen unbekannten Kräften, im Affekt getan hat. Dass es dabei sogar zu Todesfällen kam, sorgt sogar dafür, dass er sich am liebsten fern ab von allen Menschen aufhalten möchte, um ja nicht noch einmal Gefahr zu laufen, jemanden etwas anzutun. So viel sei auch schon mal vorab verraten: an seinem Charakter wird sich auch nicht viel ändern - hier bekommt man es nicht mit einem klassischen Heldencharakter zu tun, der im späteren Verlauf zum Liebling aller wird und die Welt vor einem Oberbösewicht beschützt. Zwar wird Eric zwischendurch schon mal für den Messias gehalten und erlangt so auch einige "Fans", doch diesen lassen genauso schnell von ihm ab, wie sie in hochleben lassen haben. Ständig wechselnde Emotionen werden auch im weiteren Verlauf die Geschichte immens beeinflussen und der entscheidende Faktor sein. Hieran hat auch Psychologin Christine, in deren Haut Iben Akerlie schlüpft, einen großen Anteil. Der geneigte Leser wird schon vermuten, dass sich zwischen den beiden Hauptdarstellern etwas anbahnt, doch auch hier nimmt man einen Verlauf, der nicht den Regeln gängiger Comic-Filmadaptionen entspricht. Für die Beziehungsentwicklung lässt sich der Film zudem sehr viel Zeit, ohne dabei allzu viel Spannung aufzubauen. Generell hätte dem Film ein etwas höheres Tempo sehr gutgetan, denn so bilden sich vor allem Mittelteil doch einige Längen, die es zu überstehen gibt. Die Flucht der beiden läuft bis auf ein, zwei Abschnitte ebenfalls recht unspektakulär ab, sodass man auch hier nichts Besonderes geboten bekommt. Ein Showdown auf einer riesigen Brücke leidet dann unter den mäßigen CGI-Integrationen, die doch weit hinter dem Technisch-möglichen zurückstehen.
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Zumindest erzählerisch soll sich dann jedoch im Finale noch mal etwas zum Positiven ändern. Hier schlägt Øvredal nämlich einen Weg in die nordische Mythologie ein, durch den endlich etwas Spannung in den Film kommt. Die Auflösung ist zwar auch hier nicht sonderlich kreativ, dennoch im Vergleich zum großen Vorbild (welches aus Spoiler-Gründen nicht weiter beschrieben werden soll) doch einmal aus einer anderen Perspektive gut gelöst. Leider baut man das Ganze aber viel zu wenig aus, sondern lässt den Zuschauer damit eher ein wenig unbefriedigt zurück. Gerne hätte man eben nun noch erlebt, wie Eric mit seinem errungenen Wissen umgeht und was aus seiner Figur wird. Eine kleine Nachrichtenmeldung ist hier nur ein mäßiger Ersatz für das, was man noch daraus hätte machen können. Vermutlich war es aber eher Øvredals Gedanke sich auf die Anfänge seiner Hauptfigur zu begrenzen, als wie zu zeigen, was aus dieser schlussendlich werden kann. Wer mit diesen dunklen und irgendwie auch trostlosen Art des Superheldenfilms zu recht kommt, wird sicherlich auf seine Kosten kommen. Wer jedoch das nächste laut krachende Action-Spektakel erhofft haben sollte, macht besser einen Bogen um den Film. Hier liegen klar die dramaturgischen Ereignisse der Verwandlung der Hauptfigur im Fokus, welcher nur sehr schwer mit seiner neuen Situation zurechtkommt und sich daher gegenüber allem verschließt.

Bildqualität

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Mit herbstlichen Bildern, des zumeist regnerischen und trüben Norwegens präsentiert sich die optische Umsetzung sehr dunkel und farblos. Das Bild wirkt an vielen Stellen nochmals entsättigt, so dass man farbliche Akzente wirklich suchen muss. Lediglich die Effekte bei der Freisetzung von Erics Kräften sorgen hier für Abwechslung, auch wenn diese in einem kühlen blau-weiß gehalten sind. Generell ist das Bild sehr detailliert und scharf, lässt jedoch auch in ein paar wenigen Abschnitten leichte Artefakte und Korona-Bildungen zum Vorschein kommen. Dies sieht man am deutlichsten im Verhörraum der Polizei, in dem sich auf den unifarbenen Wände einige unschöne Kränze bilden. Wie schon erwähnt können auch die CGI-Effekte nur selten überzeugen - Blitzen und abstürzenden Hubschraubern sieht man deutlich an, dass sie dem Computer entsprungen sind. Hier hätte man vielleicht doch noch etwas mehr Budget in die Hand nehmen müssen, um glaubhafterer Effekte realisieren zu können. Hübsch anzusehen sind jedoch einige der zahlreichen norwegischen Landschaften, die einen in Wanderlust versetzen.

Tonqualität

Die Blu-ray verfügt über zwei Tonspuren: - Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 - Englisch, Norwegisch DTS-HD Master Audio 5.1
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Auch akustisch bietet man nur solide Kost, die sich zwar durch stets klar verständliche Dialoge, im Gegenzug jedoch auch durch eine geringe Unterstützung des Surround-Sounds präsentiert. Nur selten kommen die Effekt-Kanäle zum Einsatz, was natürlich auch an der effektarmen Erzählweise des Films liegt. Dennoch hätte es bei Wettereffekten, wie Regen, Donner und Wind ruhig etwas mehr sein können. Auch im Wald ist es recht still, keine knackenden Äste, ächzende Bäume oder zwitschernden Vögel. Im Falle des Subwoofers wäre ebenfalls etwas mehr Einsatz nötig gewesen, welcher Blitzeinschläge, den Aufprall eines abstürzenden Hubschraubers oder sich ausbreitende Flammen ruhig etwas beherzter in Szene setzen hätte können. Die deutsche Synchronisation entstand bei der Think Global Media GmbH in Berlin unter der Dialogregie von Christoph Krix. Mit Alice Bauer und Sebastian Fitzner wurden dabei die beiden Hauptdarsteller überzeugend vertont. Fans des Originaltons werden hier nur bedingt auf ihre Kosten kommen, ist die zweite Tonspur doch ein Mix auch Englisch und Norwegisch. Diese unterscheidet sich - nach stichprobenartigen Höreindrücken - jedoch nicht in Sachen Pegel und Dynamik und liegt somit gleichauf mit der heimischen Synchronisation.

Ausstattung

Zur Ausstattung gehören lediglich zwei Trailer: - Originaltrailer (2:07 Min.) - Deutscher Trailer (2:02 Min.)
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Interviews, ein Making-Of oder Eindrücke, die hinter den Kulissen entstanden sind, sucht man hier leider vergebens, was sich dann auch negativ in der Gesamtbewertung bemerkbar macht. Die Blu-ray wird in einem normalen blauen Amaray-Case geliefert und verfügt über eine Wendecover.

Fazit

Ein gebrochener Hauptcharakter, der auf schmerzliche Art lernen muss, dass er über Superkräfte verfügt, die er jedoch nicht wirklich beherrschen kann. Äußerst in sich gekehrt und verletzlich und somit das völlige Gegenteil der sonst üblichen Superhelden, dazu sehr düster und trostlos. Nein, mit den großen Blockbustern sollte man den Film wahrlich nicht vergleichen. Hier steht klar die dramaturgische Entwicklung der Hauptfigur im Fokus, die effektarm und relativ ruhig erzählt wird. Technisch gesehen liefern Bild und Ton solide Kost: während die Optik sich durch scharfe, aber recht farblos präsentiert, passt sich die Akustik an die ruhige Erzählweise des Films an und nutzt nur sehr selten die Effekt-Kanäle. Wer nach dem Abspann noch gerne etwas mehr über die Film-Entstehung gewusst hätte, wird leider mangels Bonus-Material unbefriedigt zurückgelassen. Auch wenn man einer etwas andere Art der Superhelden-Darstellung durchaus aufgeschlossen gegenübersteht, so verlässt einem nach dem Film nicht das Gefühl, dass hier noch mehr drin gewesen wäre. (Jörn Pomplitz)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
6 von 10

Testgeräte

TV: LG OLED 55B7D Player: Oppo UDP-203 AVR: Yamaha RX-A1080 Front-Lautsprecher: Canton Vento 890.2 Center-Lautsprecher: Canton Vento 866 Surround-Lautsprecher: Canton Chrono 507 Atmos-Lautsprecher: Canton InCeiling 989 Subwoofer: SVS SB-2000 Pro
geschrieben am 26.01.2021

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