Persischstunden Blu-ray

Original Filmtitel: Persian Lessons

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Disc-Informationen
deutsche Kinofassung, Uncut, HD Sound (deutsch), Extras in HD (komplett), Wendecover (ggf. nicht in allen Auflagen enthalten)
 
STORY
8
 
Bildqualität
9
 
Tonqualität
9
 
Ausstattung
4
 
Gesamt *
7
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
„Persischstunden“ feierte im Rahmen der Berlinale letzten Jahres seine Premiere und wurde daraufhin im September in ein paar Kinos aufgeführt, lief allerdings eher unter dem Radar. Ein Jahr nach seiner Premiere, wird er nun von Alamonde Film auf Blu-Ray veröffentlicht. Wir werfen einen Blick darauf, ob sich der Film lohnt.

Story

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1942. Gilles, ein junger Belgier, wird zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein Lager nach Deutschland gebracht. Er entgeht der Exekution, indem er schwört, kein Jude, sondern Perser zu sein – eine Lüge, die ihn zunächst rettet. Doch dann wird Gilles mit einer unmöglichen Mission beauftragt: Er soll Farsi unterrichten. Offizier Koch, Leiter der Lagerküche, träumt nämlich davon, nach Kriegsende ein Restaurant im Iran zu eröffnen. Wort für Wort muss Gilles eine Sprache erfinden, die er nicht beherrscht. Als in der besonderen Beziehung zwischen den beiden Männern Eifersucht und Misstrauen aufkommen, wird Gilles schmerzhaft bewusst, dass ihn jeder Fehltritt auffliegen lassen könnte. (Quelle: Alamonde Film)
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Vorweg „Persischstunden“ wirkt wie eine wahre Begebenheit. Um die Zweifel aus dem Weg zu räumen, denen ich selber erlag, die Story ist reine Fiktion und basiert auf dem Inhalt der Erzählung „Erfindung einer Sprache“ von Wolfgang Kohlhaase. Im Zuge der Oscarverleihung 2021 wurde er zudem von Weißrussland als bester internationaler Film eingereicht. Regisseur Vadim Perelman hingehen ist ein Ukrainisch-US-amerikanischer Filmemacher, der bereits 2003 mit seinem Debüt „Haus aus Sand und Nebel“ sowie 2007 mit „Das Leben vor meinen Augen“ zwei Literaturverfilmungen gedreht hat. Für seinen neusten Film konnte er für die Hauptrolle Nahuel Pérez Biscayart gewinnen, der selbst ein echtes Sprachtalent ist, was hervorragend zum Stoff passt. Er selbst hat sich Deutsch nur für die Dreharbeiten beigebracht, in vorherigen Produktionen wie „120 BPM“ lernte er Französisch, außerdem spricht der gebürtig aus Argentinien stammen Schauspieler auch englisch. Sowohl er, als auch Lars Eidinger musste für „Persischstunden“ ebenfalls eine völlig neue Sprache lernen, die nicht existiert und eigens für den Film entwickelt wurde. So wurde laut Perelman ein Linguist beauftragt, der eben jede Wörter und grammatikalische Regeln für die Fantasiesprache aufstellen, die vom Klang her an persisch bzw. Farsi erinnern sollte.
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Im Gegensatz zu vergleichbaren Filmen über den zweiten Weltkrieg beschäftigt sich „Persischstunden“ natürlich mit dem großen Ganzen, wirft aber auch einen Blick weg von den Kommandeuren oder den Herrschaftsführern und zeigt auch, wie grausam die ganzen Soldaten und Mitläufer waren, die „nur Befehle befolgt“ haben. Außerdem ist die gesamte Handlung weitaus „privater“. Das meiste spielt sich in einem Gefangenenlager ab, es geht hauptsächlich um Offizier Koch und Gilles, die schauspielerisch wirklich glänzen können. Die Spannung zwischen beiden, wird durch die Lüge die zwischen ihnen steht ständig aufrechterhalten. Gilles selbst muss es schließlich schaffen unter Druck und in Lebensgefahr eine neue Fantasiesprache zu erfinden. Lars Eidinger erzählte zu seiner Figur, dass er versucht hat sie nicht nur als „Monster“ darzustellen, sondern ihm auch eine menschliche Seite zu geben. Die ambivalente Beziehung, die sich zwischen Gilles und ihm aufbaut ist jedenfalls spannend anzusehen. Vor allem sei der tiefere Hintergrund nicht zu vergessen, dass Gilles die neue Sprache aus Listen von getöteten Juden entwickelt. Der Holocaust wird hier in seinem ganzen Schrecken nicht in Schockbildern erzählt (auch wenn diese durchaus vorhanden sind), sondern ist allgegenwärtig. Trotzdem finden auch Machtspielchen unter den führenden Offizieren einen Platz. „Persischstunden“ ist ein Kammerspiel, über ein fiktionales Einzelschicksal, dass für so viel mehr steht, als eine neu entwickelte Fantasiesprache.

Bildqualität

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Das Bild ist makellos, durch die Farbgebung von bräunlichen, gräulichen Tönen hat es einen sehr geerdeten Look. Die Schärfe, die Kontraste, die Lichtsetzung, hier wurde auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet und das sieht man auch am Endresultat. Die Kameraarbeit selbst ist sehr cinematisch und kommt im sehr breiten 2,35:1 daher. In vielen Szenen wurde sich für möglichst weitwinklige Bilder entschieden, die die Figuren fast wie kleine Schachfiguren auf einem viel größeren Feld, oder innerhalb ihrer Räumlichkeiten wie Gefangene wirken lassen. Visuell und handwerklich weiß „Persischstunden“ auf jeden Fall zu überzeugen!

Tonqualität

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Die deutsche Tonspur liegt in DTS-HD MA 5.1 vor und ist ebenfalls fehlerlos. Insgesamt spielt sich vieles auf der Dialogebene ab, wobei die hinteren Boxen und auch der Subwoofer nicht so viel zu tun haben. Dennoch wird ein angenehmes räumliches Klanggefühl erzeugt. Wenn der gelungene aber dennoch zurückhaltende Soundtrack einstimmt, tut es ihm der Subwoofer gleich und schwingt mit, die Mischung selbst ist passend, die Stimmen sind jederzeit klar und deutlich verständlich.

Ausstattung

Als Extras gibt es Interviews mit Regisseur Vadim Perelman, sowie Lars Eidinger. Auch sind drei verschiedene „Deleted Scenes“ mit an Bord.

Fazit

„Persischstunden“ ist ein wirklich gelungener Film, der im Kern davon erzählt eine „gemeinsame Sprache“ zu finden. Die Prämisse selbst ist spannend, die Umsetzung tadellos und auch die Darsteller wissen zu überzeugen! Eine Geschichte die sehr realitätsgetreu wirkt, obwohl sie fiktional ist. Wer einen Blick zurück in eine Zeit wagen will, die wir niemals vergessen dürfen, findet hier genau den richtigen Stoff. (Tom Sielemann)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
8 von 10

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geschrieben am 02.02.2021

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1 Bewertung(en) mit ø 3,75 Punkten
 
STORY
4.0
 
BILDQUALITäT
4.0
 
TONQUALITäT
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EXTRAS
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