Fawlty Towers - Die komplette Serie (Remastered) Blu-ray

Original Filmtitel: Fawlty Towers - The Complete Series

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Disc-Informationen
Uncut, 2 Discs, BD (2x), Auflösung 1080i, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (teilweise)
Herausgeber:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
HD Keep Case im Schuber (meist nur bei Erstauflage)
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Englisch DTS-HD MA 2.0 (Mono)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080i (1.33:1) @50 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
360 Minuten
Veröffentlichung:
13.11.2020
Serie abgeschlossen:
Ja
 
STORY
8
 
Bildqualität
4
 
Tonqualität
6
 
Ausstattung
7
 
Gesamt *
6
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Darauf haben Britcom-Fans lange gewartet! Polyband hat nun endlich alle 12 Folgen der erfolgreichen britischen Comedy-Serie „Fawlty Towers“ remastered im Vertrieb der WVG Medien GmbH auf Blu-ray im Keep Case mit Booklet im Schuber veröffentlicht. Was die Serie so besonders macht, und ob die Blu-ray Disc technisch hält was man sich davon verspricht, klärt die nun folgende Rezension.

Story

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Das Fawlty Towers ist alles andere als ein normales Hotel. Der Hotelmanager Basil Fawlty (John Cleese) ist ein cholerischer und stets gestresstes Nervenbündel, seine Frau Sibyl (Prunella Scales) nörgelt ständig an allem herum, und der Kellner Manuel - aus Barcelona (Andrew Sachs) - ist so tollpatschig wie man es nur sein kann. Einzig das junge Zimmermädchen Polly (Connie Booth) hat einen Überblick über das Chaos aus Gästen, Kontrolleuren und dem überforderten Manager... Das Set enthält auf zwei Blu-ray Discs sämtliche 12 Episoden der beiden Staffeln der kurzlebigen aber kultigen Britcom, die sich seit den 1970er Jahren in zahlreichen Ländern enormer Beliebtheit erfreut und mitunter einen völlig gerechtfertigten Kultstatus genießt. Der englische Humor ist eine Sache für sich, insbesondere der britische „Brachial-Humor“, wie ihn beispielsweise die Jungs von Monty Python praktizierten. Und hier kann man auch gut ansetzen, denn die von dem damaligen Ehepaar John Cleese und Connie Booth erdachte Serie „Fawlty Towers“, die im Übrigen auf den Erlebnissen eines echten Hotelbesuchs basiert, ist in ihren besten Momenten ebenso brachial, unverschämt und, ja, auch in gewisser Weise nervtötend, denn hier geht es schnell, laut und hektisch zu, wie in den besten Monty Python Sketche. Aber eines nach dem anderen.
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Die Hauptfigur der Handlung ist der von John Cleese dargestellte Hotelmanager Basil Fawlty, der mit seiner ganzen Art ein Abziehbild des hochnäsigen Briten darstellt. Immer darauf bedacht es den „oberen Schichten“ recht zu machen, während er gleichzeitig verächtlich auf alles herabblickt, was in seinen Augen unter seinem Stand ist. Da wäre beispielsweise der „Major“, ein Dauergast des Hotels, welcher zwar schon stark dement ist, aber immerhin ein Offizier. Das gleiche gilt für den gesamten Adel (sofern man es ihm auch ansieht), Ärzte und dergleichen. Andererseits wird nach unten hin kräftig ausgeteilt, was beispielsweise der tollpatschige Kellner Manuel, Handwerker und ähnliches „Gesindel“ zu spüren bekommen, selbst wenn es sich dabei um zahlende Gäste handelt. Dabei steht der völlig cholerische Basil allerdings komplett unter dem Pantoffel seiner Ehefrau, die ihn in jeder nur erdenklichen Situation in seine Schranken weist, aus denen er zwar auszubrechen versucht, dabei aber an seiner eigenen Unfähigkeit scheitert. Oftmals versucht er seine Fehler vor seiner Frau zu vertuschen, woraufhin diese Fehler sich immer weiter aufbäumen, was letztendlich im Chaos endet. Das Herzstück der Serie sind, neben der Situationskomik, natürlich die geschliffenen Dialoge, die zunächst getrennt (Connie Booth schrieb die Texte für die Damen, John Cleese die für die Herren) und später immer mehr ineinander übergriffen vorgetragen wurden. So kann man auch eine deutliche Qualitätssteigerung innerhalb der Serie beobachten, insbesondere zum Ende der ersten Staffel hin, bevor es dann zum Schluss der zweiten Staffel hin wieder etwas abnimmt. Es ist schon erstaunlich wie viel und gleichzeitig wenig in einer Idee stecken kann, die einzig und allein (oder zumindest primär) auf eine denkwürdige Begegnung mit einem herablassenden Hotelier zurückzuführen ist. So ist es vermutlich das Beste, dass die Serie nach nur zwei Staffeln und 12 Episoden endete, denn durch diese Knappheit blieb sie den Fans sehr positiv in Erinnerung. Erfreulicherweise ist auch die deutsche Synchronfassung gelungen. Diese wurde gleich mehrfach für die jeweiligen Ausstrahlungen angefertigt. Enthalten ist hier die wohl bekannteste, welche von dem renommierten, aber für seine nicht unbedingt werkgetreuen Synchronisationen berüchtigten „Rainer Brandt“-Studio angefertigt wurde. Zum Glück bleibt die deutsche Fassung sehr werkgetreu und verkneift sich weitestgehend zusätzliche Albernheiten, die hier einfach fehl am Platze gewesen wären. Albern ist die Serie natürlich auch trotzdem, und vor allem John Cleese ist es zu verdanken, dass sie gerade deshalb auch funktioniert. Sein legendärer „Silly Walk“ aus dem gleichnamigen Monty Python Sketch fand ebenso Einzug in eine Episode wie die übertriebenen Grimassen, und wenn Basil wieder einmal wild herum springt und zetert, und von einem Augenblick auf den anderen wieder vollkommen seine Fassung zurückerlangt, weil seine Frau auftaucht und diese nichts merken darf, dann ist das einfach nur zum Brüllen.
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Nach der grausamen Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch US-amerikanische Polizisten und den daraus resultierenden Protesten und Black-Lives-Matter-Demonstrationen, begann auch die Medienlandschaft ihre Inhalte kritisch zu hinterfragen. In der Folge nahm man die Episode „The Germans“ (Die Deutschen kommen) aus dem Streamingangebot der BBC-Tochter UKTV, und es stand eine ganze Zeit lang zur Debatte, ob man diese Episode, die immerhin zu einer der bekanntesten der gesamten 12teiligen Serie zählt, überhaupt jemals wieder veröffentlichen würde. In diesem Set ist sie erfreulicherweise wieder enthalten, und zwar völlig ungekürzt und unzensiert, allerdings mit einem entsprechenden Hinweistext vor dem Menüstart. Dabei sollte man auch stets im Hinterkopf behalten, dass die Serie von vorneherein als Satire gemeint war, und sich nicht über Schwarze, Deutsche, Inder oder sonst wen lustig macht, sondern, wenn überhaupt, denen, die solches Gedankengut pflegen, einen Spiegel vorhält und damit bloßstellt.

Bildqualität

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Ja, es handelt sich hier um eine TV-Sendung aus den 1970er-Jahren. Ja, sie war nie für diese Art der Veröffentlichung vorgesehen. Und Ja (leider), das sieht man der hier vorliegenden Blu-ray auch an. Wer also große Hoffnungen hatte, die Serie endlich in einwandfreiem HD genießen zu können, sollte seine Erwartungen besser gehörig nach unten schrauben. 
Das Bild liegt im originalen Ansichtsverhältnis, also in 4:3, vor, und altersbedingte Mängel wie Verschmutzungen, Beschädigungen und ähnliches wurden weitestgehend entfernt. So weit, so gut. Allerdings war es das auch schon mit den guten Nachrichten, denn das Bild schaut leider aus wie eine mäßig gut hochskalierte DVD. Die Schärfe kommt nie über das Mittelmaß heraus und säuft stellenweise sogar erheblich ab. Die Farben sind zwar weitestgehend natürlich und stabil, allerdings nicht so kräftig wie erhofft, dafür bluten sie hin und wieder aus. Der Kontrast ist ebenfalls nur mittelmäßig eingestellt. Helle Flächen überstrahlen, dunkle Flächen sind grau. Richtiges Schwarz gibt es nahezu gar nicht, allerdings wird dies auch nicht wirklich gefordert. Besonders Helle Flächen (wie beispielsweise der Küchenbrand in Folge 6) ziehen bei Bewegungen erheblich nach. Obendrein scheint das Bild leicht nachgeschärft worden zu sein. Die Konturen sind unsauber und nicht selten zeigen sich unschöne Doppelkonturen. Im Endergebnis ist das alles zwar deutlich besser als die alten DVDs, aber weit entfernt von dem, was man „Gut“ nennen würde.

Tonqualität

Der Ton liegt in deutscher und englischer Sprachfassung in dts-HD Master Audio 2.0 vor. Alles in allem gibt es nicht viel zur Performance zu sagen, da wir weder Surroundeffekte noch Subwoofereinsätze bekommen, wobei beides objektiv betrachtet auch völlig unnötig gewesen wäre. Die Dialoge sind jederzeit glasklar verständlich, haben die richtige Tonhöhe und die Möglichkeit das Programm im Original mit optionalen deutschen Untertiteln zu genießen gibt es ebenfalls. Störende Nebengeräusche gibt es dafür nicht, und alles in allem gibt es nichts zu beanstanden. Die achte Episode „Der Psychiater“ liegt hier erstmals ungekürzt vor, allerdings hat das auch zur Folge, dass die bislang in Deutschland unveröffentlichten Szenen im Originalton mit deutschen Untertiteln in die Episode integriert wurden. Die deutsche Synchronfassung kommt zwar keineswegs an den Wortwitz des englischen Originals heran (tatsächlich entstand dieses sogar verhältnismäßig spät – die ersten Ausstrahlungen der Serie im deutschen Fernsehen erfolgten im Original mit Untertiteln), setzt aber stattdessen auf alberne Floskeln und teilweisen Einsatz von „Schnodderdeutsch“, dem man sofort die Herkunft der Synchronfassung (diese entstand bei der Rainer Brandt Filmproduktions GmbH in Berlin) anhört. Im Gegensatz zur ersten Synchronfassung bekommen wir wenigstens den wunderbaren Thomas Danneberg über John Cleese zu hören (in der ersten Synchronfassung wurde dieser noch von Joachim Siebenschuh gesprochen), während Michael Pan hier wie dort über Andrew Sachs als Manuel zu hören ist. Des weiteren bekommen wir Rainer Brandts Tochter Judith über Connue Booth, Margot Rothweiler über Prunella Scales und Friedrich W. Bauschulte über Ballard Berkeley in der Rolle des Majors zu hören.

Ausstattung

- je 2 Audiokommentare - Interview mit John Cleese (50:13 Minuten) - Interview mit Prunella Scales (7:47 Minuten) - Interview mit Andrew Sachs (24:56 Minuten) - 2009 Interviews (39:01 Minuten) - Torquay Tourist Office (11:39 Minuten) - Cheap Tatty Review (1:00 Minuten) - Outtakes (1:34 Minuten) - Original DVD Easter Egg (2:28 Minuten)
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Das Bonusmaterial enthält sämtliche Extras der DVD-Veröffentlichungen, plus neuer Interviews aus dem Jahr 2009. Wir bekommen – neben alten und neuen Interviews – also unter anderem ein paar Outtakes zu sehen, dürfen uns ansehen wie die Kulisse, die für die Aussenaufnahmen des Hotels heute aussehen, und obendrein wurde jede einzelne Episode mit zwei Audiokommentaren versehen, einen mit John Cleese und einen mit John Howard Davies. Die Audiokmmentare wurden leider nicht untertitelt, so dass sie nur einem englischsprachigen Publikum zugänglich sind, und wir an dieser Stelle zwei Punkte abziehen. Obendrein liegt dem Doppel-Blu-ray Set ein Booklet mit Hintergrundinformationen bei. Schön wäre es wohl auch noch gewesen, wenn man den damaligen Sat1-Vorspann noch mit auf die Disc gepresst hätte, den viele sicherlich mit der Serie verbinden.

Fazit

Aus rein technischer Sicht spricht nur ein einziger Punkt für ein Upgrade: Die DVDs waren nämlich sogar noch schlechter! Das Bild der neu remasterten Blu-ray Discs ist zumindest frei von Beschädigungen und Verschmutzungen, schaut aber ansonsten aus wie eine gut hochskalierte DVD. Der Ton ist solide und brauchbar, das Bonusmaterial umfangreich, allerdings wurden die Audiokommentare nicht untertitelt. Die Serie selbst macht auch heute noch Spaß, besitzt aber einen sehr brachialen Humor, der sicher nicht jedermanns Sache ist. Wer auf die „feine, englische Art“ steht, und wenig mit Tumult und Slapstick anfangen kann, sollte sich vielleicht lieber etwas anderes ansehen. Alle Fans von Humor ala Monty Python kommen hier allerdings voll auf ihre Kosten. (Michael Speier)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
7 von 10

Testgeräte

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geschrieben am 22.12.2020

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