U-235 - Abtauchen, um zu überleben Blu-ray

Original Filmtitel: Torpedo (2019)

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Disc-Informationen
Uncut, HD Sound (deutsch), Extras in HD (komplett), Wendecover (ggf. nicht in allen Auflagen enthalten)
 
STORY
8
 
Bildqualität
8
 
Tonqualität
8
 
Ausstattung
1
 
Gesamt *
6
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Wenn "Kriegsfilme" und "U-Boote" in einem Zug genannt werden, muss man unweigerlich an den Wolfgang Petersons "Das Boot" denken, welcher wiederum auf dem gleichnamigen Roman aus der Feder des Autors Lothar-Günther Buchheim basiert. Der Film bringt es inzwischen auf insgesamt drei Versionen, darunter auch eine mehrteilige Fernsehfassung und zog jüngst auch eine TV-Serie nach sich. Ins Kielwasser dieser Produktionen möchte sich nun auch ein Beitrag aus Belgien begeben, welcher eine kleine Gruppe Soldaten in einem U-Boot auf ein Himmelfahrtskommando schickt. Nachdem die Redaktion schon ein Interview mit Hauptdarsteller Thure Riefenstein führen konnte, folgt nun das Review zum Film selbst. Ob der Vergleich mit Petersons Klassiker gebührend verläuft, oder ob der Action-Thriller lieber in der Versenkung verschwinden sollte, klären die nun folgenden Zeilen anhand der Blu-ray, welche durch Euro Video in den Handel gebracht wird.

Story

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In den Wirren des zweiten Weltkriegs führt eine kleine Gruppe belgischer Soldaten unter der Führung von Stan (K. De Bouw) auf unkonventionelle Art und Weise Kampf gegen die Nazis. Ihr oft recht drastischer Umgang mit Gefangenen ist den Vorgesetzten zwar ein Dorn im Auge, jedoch würde sich ein solches Team hervorragend für ein Himmelfahrtskommando eignen: das Trüppchen soll in einem drei Wochen Crashkurs von dem deutschen Kriegsgefangenen Kapitän Franz Jäger (T. Riefenstein) lernen, ein U-Boot zu steuern und anschließend eine Ladung Uran von Belgisch-Kongo nach Amerika schmuggeln, um den Alleierten so einen Vorsprung in der Atombomben-Technik zu verschaffen. Als die U-235 von den Deutschen vorzeitig entdeckt wird, muss die Mission schneller als gedacht beginnen. Wird es die undisziplinierte Gruppe schaffen, trockenen Fußes den langen und gefährlichen Weg in die USA zu überstehen? Europäische Filme haben es in der Regel schwer, ein großes Publikum anzusprechen. Wenn dann noch ein kleines Land wie Belgien als Ursprungsland genannt wird und der Regisseur ebenfalls noch keine großen Erfolge vorzuweisen hat, so schwinden die Erwartungen an den entsprechenden Beitrag schon mal recht schnell. Wenn man dann aber widererwartend eines Besseren belehrt wird, ist die Überraschung jedoch perfekt gelungen. So geschehen beim hier vorliegenden Kriegsaction-Thriller, welcher ziemlich unterhaltsam in Szene gesetzt wurde. Gut, um es direkt vorwegzunehmen: an die Erfolge von Petersons "Das Boot" wird die belgische Produktion sicherlich nicht anknüpfen können. Dazu sind die Filme dann doch irgendwie zu verschieden. "U-235", welcher unter der Regie von Sven Huybrechts entstand, schlägt hier doch etwas andere Töne an, welche eher in die Action-Schublade passen und an dieser Stelle eher mit dem Namensvetter "U-571" verglichen werden kann. Zunächst stellt er die kleine Gruppe belgischer Soldaten vor, denen es mit unkonventionellen Methoden gelingt, die Nazi-Reihen zu schwächen. Die Gruppe selbst ist dabei auf den ersten Blick recht klischee-mäßig aufgebaut: mit Anführer Stan, gespielt durch Koen De Bouw, verfügt sie über einen wortkargen und hart durchgreifenden Kommandanten. Dieser hat nach der Ermordung seiner Frau sehr private Motive für den Kampf gegen die Deutschen und sieht diese lieber tot als lebendig. So fackelt er auch in Verhören von Kriegsgefangenen nicht lange und macht mir ihnen kurzen Prozess.
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Als Scharfschützin der Truppe agiert Stans Tochter Nadine, welche hier von Ella-June Henrard verkörpert wird. Diese kann sehr wohl mit dem Gewehr umgehen, wird von der Gruppe, allen voran von ihrem Vater, aber immer in der zweiten Reihe gehalten, um sie nicht größerer Gefahr auszusetzen. Fillip - gespielt von Joren Sledeslachts - hingegen ist der recht smarter Typ und der Sonny-Boy der Truppe. Mit dem jüdischen Fussball-Ass Van Praag, dem bulligen Fons und den beiden Arbeitstieren Klisse und Tamme - jeweils gespielt von Gilles De Schryver, Bert Haelvoet sowie Sven De Ridder und Stefan Perceval - wird das Trüppchen dann komplettiert. Zickeleien untereinander, ein besorgter Vater, der seine Tochter nicht an seinen seiner rauen Jungs vergeuden möchte und die hormongesteuerten Männer darum in Schach halten muss, sowie lockere Sprüche über die Nazis und einige tollpatschige Aktionen an Bord zeigen dann, dass man auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt. Dabei wird man aber nie zu übertrieben albern oder läuft Gefahr, in eine Komödie abzudriften. Nein, das passt hier wie die Faust auf's Auge und lockert den Film immer wieder auf. Etwas mehr Ernsthaftigkeit bringt dann der deutsche Kapitän Franz Jäger, welcher von Thure Riefenstein in Szene gesetzt wird, mit sich, der als Kriegsgefangener die chaotische Truppe auf dem U-Boot einweisen soll. Er hat es natürlich mit völligen Laien zu tun, sodass ein ordentlicher Berg Arbeit auf ihn zukommt. Eine kleine Nebenrolle als fieser Nazi-offizier hat auch Matin Semmelrogge, welcher hier aber wirklich nur wenig Screentime hat.
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Als die kleine Bucht, in der das Himmelfahrtskommando die Vorbereitungen für die Fahrt über den großen Teich trifft, droht von den Deutschen entdeckt zu werden, muss der Befehl zum Tauchen schneller gegeben werden, als es allen lieb ist. Unter der Wasseroberfläche haben sie dann nicht nur die Nazis gegen sich, sondern müssen auch mit dem desolaten Zustand des U-Bootes zurechtkommen und gegen die Naturgesetzte kämpfen. Die knapp 100 Minuten Laufzeit vergehen dabei dann wie im Flug und lassen zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Dem Action-Thriller gelingt es immer wieder Spannung aufzubauen und den Zuschauer durchweg bei Laune zu halten. Die Inszenierung liegt stets auf einem sehr guten Niveau und ist weit ab von einer billigen Produktion - wie man es vielleicht vermutet haben könnte. Das Innere des U-Boots ist durchaus glaubwürdig aufgebaut, und lässt schnell klaustrophobische Atmosphäre aufkommen. Zudem geizt man nicht mit Gewalt sowei Blut und zeigt die Auswirkungen einiger Waffen und Verletzungen schonungslos. Auch die Arbeit sämtlicher Darsteller ist sehr unterhaltsam - hier liefert jeder im Rahmen seiner Rolle einen wirklich gelungenen Job ab. Die Überfahrt bietet dann klassische Kost, wie das Duell mit einem anderen U-Boot, der Kampf gegen ein Aufklärungsflugzeug, sowie der Kontakt mit deutschen Soldaten, welche dem vermeintlich Verbündeten U-Boot ihre Hilfe anbieten. Dass es dabei natürlich auch zu "Torpedo" - wie der Film im Original heißt - Kämpfen kommt, ist dann selbstverständlich. Aber auch wenn man hier das Rad nicht neu erfindet, ist das alles sehr gut inszeniert und beschert Genre-Fans einen sehr guten Filmabend. Lediglich beim Finale hätte man sich mehr trauen müssen bzw. einfallen lassen können, denn dieses strotzt dann doch in einigen Punkten der Physik und wird dadurch schnell recht unglaubwürdig. Aber sei es drum - das passiert auch den größten Hollywood-Blockbustern und soll hier nicht allzu hart bewertet werden. Unerwartet Spaß machte der Film dann doch, sodass er an dieser Stelle guten Gewissens empfohlen werden kann.

Bildqualität

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Neben dem Inhalt überrascht auch die bildliche Umsetzung äußerst positiv, welche mit einem detaillierten und scharfen Bild, sowie einem sehr guten Schwarzwert punkten kann. Letzterer beweist seine Qualität vor allem in den vielen Unterwasser- und Nachtszenen und sorgt dafür, dass keine nennenswerten Details verloren gehen. Die Kamera-Führung und der Schnitt liegen ebenfalls auf "Hollywood-Niveau" und zerstreuen hier schnell die eventuellen Vermutungen, dass man es mit einer billigen TV-Produktion zu tun haben könnte. Gerade in der Enge des U-Bootes kann das Filmen ja recht schwierig werden, aber auch dieses meistert man mit Bravour. Einige Außenaufnahmen an Deck des U-Bootes zeigen dann schöne Meeres-Panoramen, welche zwischendurch leichtes Urlaubsfeeling aufkommen lassen. Verschwiegen werden sollen aber auch einige Tricks nicht, welche deutlich als eben solche zu erkennen sind. Besonders auffällig war dies bei einem Flugzeugabschuss, der in der finalen Phase dann doch recht künstlich wirkte. Glücklicher Weise bildet dies aber die Ausnahme, sodass unter dem Strich die positiven Eigenschaften der modernen Umsetzung überwiegen, sodass auch aus bildlicher Hinsicht eine Empfehlung ausgesprochen werden kann.

Tonqualität

Die Blu-ray bietet die beiden folgenden Tonspuren zur Auswahl: • Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 • Original (NL, EN, DE, FR) DTS-HD Master Audio 5.1
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Die akustische Umsetzung des Action-Thrillers macht ebenfalls eine sehr gute Figur und liefert ordentliche Effekte auf allen genutzten Kanälen. Schüsse und Explosionen haben genügend Punch, der jedoch bei Granaten noch etwas deutlicher hätte ausfallen dürfen und hier den Subwoofer besser mit einbeziehen hätte müssen. Die Flugbahnen der Geschosse oder des über dem U-Boot kreisenden Aufklärers sind dabei sehr gut nachvollziehbar und unter Wasser ächzt das Schiff unter dem hohen Wasserdruck aus allen Lautsprechern. An dieser Stelle sei Besitzern eines modernen Heimkino-Receivers mit Dolby Atmos-Lautsprechern empfohlen, den Surround-Mixer "Neural:X" zu verwenden, der hier einige sehr gute Überkopf-Effekte simulieren kann. Besonders bei den Unterwasser-Aufnahmen kommen diese dann sehr gut zur Geltung. Die Dialoge sind auch in den actionreichen Abschnitten stets sehr gut zu verstehen und gehen hier auch nicht in den Explosionen und dem einströmenden Wasser unter. Neben der deutschen Synchronisation - hergestellt durch Hermes Synchron, unter der Dialogregie von Klaus Hüttmann - ist auch noch eine Original-Fassung vorhanden, welche die Schauspieler in ihrer jeweiligen Heimatsprache agieren lässt und somit einen Mix an europäischen Sprachen in sich vereinigt. Sie ist in Sachen Pegel und Dynamik aber leicht der deutschen Sprachfassung unterlegen, welche wiederum ihre Sache eindeutig besser macht.

Ausstattung

Leider bietet sich nur ein kleines Extra: • Trailer (1:57 Min.) Außer dem Trailer zum Film gibt es leider keine weiteren Bonus-Beiträge. Dabei wären hier ein Making-Of über die widrigen Dreharbeiten unter Wasser oder einige Interviews mit den Darstellern doch sicherlich recht interessant gewesen. Das gibt leider unnötigen Punktabzug in der Gesamtbewertung.

Fazit

Ab und an passiert es dann doch noch mal und man wird von einem Film völlig überrascht: Zunächst als billige belgische Produktion abgetan, wurde der Rezensent dieser Zeilen schnell eines Besseren belehrt und fand sich wiedererwartend in einem spannenden, actionreichen und wirklich unterhaltsamen Beitrag aus dem Land der leckeren Pralinen wieder. Tja, selbst Forrest Gump wusste ja schon, dass eine Pralinenschachtel immer für Überraschungen gut ist. Der U-Boot-Thriller ist dabei auch handwerklich sehr gut gemacht und überzeugt auch mit seiner kamera-Arbeit und dem Schnitt, die man ihm auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte. Hinzu kommt eine sehr gute Umsetzung in Bild & Ton, welche mit einer detaillierten Optik sowie einer effektvollen Akustik punkten kann. Auch wenn man sich beim Finale ruhig noch etwas mehr bzw. glaubwürdigeres einfallen lassen hätte können, verging der Filmabend wie im Flug. Schade, dass durch das Fehlen des Bonus-Materials einige Punkte unnötig eingebüßt werden müssen. Genre-Fans sollten der belgischen Produktion definitiv einmal eine Chance geben. (Jörn Pomplitz)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
7 von 10

Testgeräte

TV: LG OLED 55B7D Player: Oppo UDP-203 AVR: Yamaha RX-A1080 Front-Lautsprecher: Canton Vento 890.2 Center-Lautsprecher: Canton Vento 866 Surround-Lautsprecher: Canton Chrono 507 Atmos-Lautsprecher: Canton InCeiling 989 Subwoofer: SVS SB-2000 Pro
geschrieben am 09.11.2020

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1 Bewertung(en) mit ø 3,25 Punkten
 
STORY
3.0
 
BILDQUALITäT
5.0
 
TONQUALITäT
4.0
 
EXTRAS
1.0

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