Die Känguru-Chroniken (X-Edition) Blu-ray

Original Filmtitel: Die Känguru-Chroniken

die-kaenguru-chroniken-x-edition--de.jpg
Disc-Informationen
Uncut, 16:9 Vollbild, HD Sound (deutsch), Extras in HD (komplett)
Herausgeber:
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Deutsch (Hörfilmfassung) DD 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.85:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
92 Minuten
Veröffentlichung:
20.08.2020
 
STORY
8
 
Bildqualität
7
 
Tonqualität
7
 
Ausstattung
4
 
Gesamt *
6
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Kurz nachdem Dani Levys Komödie "Die Känguru-Chroniken" Anfang März 2020 in den bundesweiten Kinos angelaufen war, mussten die Lichtspielhäuser aufgrund der Covid-19-Pandemie geschlossen werden. Somit war der Titel einer der ersten Filme, die bereits kurz danach gleich als Streamingversion zur Verfügung standen. Als die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus nach und nach gelockert wurden, kam der Film unter dem Titel "Die Känguru-Chroniken Reloaded" ab Juli erneut in die Kinos, diesmal mit einer zusätzlichen Einstellung in 3D (zu finden im Bonussektor der Blu-ray Disc). Dabei handelte es sich um einen Insider-Gag für alle Fans der Buch- und Hörspielvorlagen. Nun wird der Film, der auf den beliebten Texten des Kabarettisten Marc-Uwe Kling basiert, auch endlich für den physischen Heimkinomarkt ausgewertet. Was der Film zu bieten hat, und wie sich die Blu-ray vom X-Verleih im Vertrieb von Warner Home Video in technischer Hinsicht schlägt, klärt die nun folgende Rezension.

Story

Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-01.jpg
Eigentlich ist das Leben des Berliner Kleinkünstlers Marc-Uwe ruhig und besonnen, doch damit ist in dem Moment Schluss, als eines Tages das Känguru bei ihm einzieht und sich ungefragt zum Mitbewohner erklärt. Bald entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden – und das obwohl das Beuteltier mit seiner antikapitalistischen Einstellung allerlei schräge Spleens vorzuweisen hat. Besonders aufregend wird das Leben der beiden ungleichen Freunde, als der rechtspopulistische Immobilienhai Jörg Dwigs beschließt, den Kiez in Kreuzberg plattzumachen. Dabei bekommt er aber selbstverständlich Gegenwind vom ungewöhnlichen Duo. Der Stuttgarter Kleinkünstler Marc-Uwe Kling hat es geschafft. Über Lesebühnen und Poetry Slams hat er sich zu einem enormen Bekanntheitsgrad hochgearbeitet, aber der wahre Durchbruch gelang ihm wohl erst so richtig mit seinem Radiopodcast „Neues vom Känguru“, welcher dann auch in gedruckter Form die Bestsellerlisten eroberte, und letztendlich zu dem hier vorliegenden Kinofilm führte. Aktuell wird sein Roman „Qualityland“ von Mike Judge als HBO-Serie adaptiert, doch heute beschäftigen wir uns erst einmal mit den hier vorliegenden Känguru-Chroniken, für die der Autor natürlich nicht nur das Drehbuch verfasste, sondern – wie schon in den Hörbüchern – auch dem Känguru seine Stimme lieh.
Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-02.jpg
Die Kurztexte der „Känguru Chroniken“ waren, wenn überhaupt, nur mit einem blassrosa Faden miteinander verbunden, und mussten für den Film zunächst in ein Handlungskorsett gequetscht werden, welches der Grundidee und den Idealen der Vorlage gerecht werden sollte. Soll heißen: Kapitalismus-Kritik, flotte Sprüche, und eine – mehr oder weniger – Origin-Story zum aus den Geschichten bekannten „Asozialen Netzwerk“, nur eben mit einer zusammenhängenden Story. Wir bekommen also einerseits die Anfänge dieser merkwürdigen Freundschaft zu sehen, aber gleichzeitig geht der Film noch einen Schritt weiter. Aufgelockert wird das Ganze mit zahlreichen Filmzitaten, etwa wenn die bösen Nazis (Verzeihung, die „deutschen Patrioten“) auf den Teppich des armen Marc-Uwe pinkeln, weil das Känguru eine „Hasenpfote“ versteckt, die für den Bösewicht von enormer Wichtigkeit ist. Und zwar nicht nur, weil der Vater des besagten Bösewichts diesen Glücksbringer während des zweiten Weltkriegs in seinem Hintern versteckt hatte. Zum Schluss gibt es sogar noch eine zünftige Schlägerei mit Anleihen an die beliebten Filme mit Bud Spencer und Terence Hill. Für Filmfans gibt es also noch einige Insider-Gags gratis obendrauf. In der Hauptrolle des Marc-Uwe sehen wir den Darsteller Dimitrij Schaad, der den etwas trägen Kleinkünstler perfekt darstellt. Die anderen bekannten Figuren der Geschichten wurden ebenfalls nahezu perfekt besetzt: „Gott“, also die attraktive Nachbarin und Hackerin Maria, wird von Rosalie Thomass gespielt, und dabei besitzt sie einen derart entwaffnenden Charme, dass man sich glatt in sie verlieben könnte. Die resolute Kneipenbesitzerin Herta wird von Fernsehlegende Carmen-Maja Antoni gespielt, und auch die beiden türkischen Brüder Friedrich-Wilhelm und Otto-Von (gespielt von Adnan Maral und Tim Seyfi) scheinen direkt aus dem Buch herausgesprungen zu sein. Ebenso wie Paulus Manker als Psychiater. Als Antagonist fungiert Henry Hübchen in der Rolle des Immobilienhais Jörg Dwigs (Haider heißt jetzt Dwix) – auf seinen Zwillingsbruder aus den Originalgeschichten wurde hingegen verzichtet. Dafür steht ihm Bettina „die Bruck“ Lamprecht als Partnerin zur Seite. Gerade Henry Hübchen ist eine echte Bereicherung, denn er interpretiert den fiesen Funktionär der AZD (Alternative zur Demokratie) derart überzeichnet, dass es eine reine Freude ist ihm dabei zuzuschauen. Er Schelm wer hier an Donald denkt. Dass der Film in der Charakterisierung der Feindbilder sehr oberflächlich, klischeehaft und plakativ zugeht versteht sich von selbst, immerhin haben wir es hier immer noch mit einem Unterhaltungsfilm zu tun, der in erster Linie unterhalten und amüsieren möchte. Trotzdem regt der Film nicht nur zum schmunzeln, sondern auch (ein wenig) zum nachdenken an.
Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-03.jpg
Die Altersfreigabe „Ohne Altersbeschränkung“ der FKS ist allerdings eine grobe Fehleinschätzung und zeigt erneut, wie oberflächlich diese Institution zuweilen vorgeht. Zwar gibt es hier Nichts was Kinder in ihrer Entwicklung gefährden, verstören oder gar ängstigen könnte, aber Kindern sollte man diesen Film trotzdem besser nicht zumuten, da sie den größten Teil der überwiegend politischen Witze überhaupt nicht verstehen würden. Gute, deutsche Patrioten sollten besser ebenfalls Abstand von dem Film nehmen.

Bildqualität

Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-04.jpg
Das makellose Bild liegt im Bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis vor und kann als Solide bezeichnet werden – mehr leider nicht. Die Schärfe bewegt sich durchgängig auf einem anständigen Niveau, bildet aber nur selten Kleinstdetails ab, sondern ist alles in allem etwas zurückhaltend, weich und teilweise sogar ein wenig schwammig. Möglicherweise wurde das gemacht um die CGI-Herkunft des Hauptdarstellers zu kaschieren (oder damit man nicht die künstliche Hand des menschlichen Hauptdarstellers als solche erkennt – hört euch den Audiokommentar an!). Die Farben sind kräftig, allerdings teilweise etwas verfälscht, wodurch insbesondere Hauttöne zuweilen etwas kränklich wirken. Das gilt allerdings nicht für alle Szenen. Der Kontrast ist anständig eingestellt, der Schwarzwert geht in Ordnung und helle Flächen überstrahlen nicht. Trotzdem wäre hier sicherlich mehr drin gewesen.

Tonqualität

Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-05.jpg
Der Ton liegt in deutscher Sprache in dts-HD Master 5.1 mit optional zuschaltbaren deutschen und englischen Untertiteln vor. Obendrein wurde auch eine Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte auf der Disc aufgespielt. Die Dialoge sind jederzeit gut verständlich, der Soundtrack rockt gut und hin und wieder machen sich auch ein paar Surroundeffekte bemerkbar, wobei sich diese Genrebedingt in Grenzen halten. Was allerdings teilweise erheblich stört ist, dass die Dialoge, je nach Kameraeinstellung, ihre Position wechseln, und das teilweise mitten in einem Satz. Was dynamisch klingen soll ist letztendlich leider nur sehr nervig, denn so klingt es, als würden sich die Personen kreuz und quer durch das Zimmer teleportieren, was zwar im Einklang mit den Bildern korrekt ist, aber unterm Strich trotzdem stört. Das Känguru wird, wie bereits in den Hörbüchern und der Live-Lesung, von Autor Marc-Uwe Kling gesprochen. Wer also schon bei den Mitschnitten des Programms nichts mit der leicht penetrant-nervigen Stimme anfangen konnte, der wird auch hier nicht recht warm damit – im Gegenteil. Alle anderen freuen sich gewaltig, denn eine andere Stimme wäre einfach ein No-Go gewesen.

Ausstattung

- Audiokommentar - Eine Einstellung in 3D (2:28 Minuten) - Frühsport mit Helge (5:11 Minuten) - Känguru interviewt Marc-Uwe (3:01 Minuten) - Making Of (1:51 Minuten) - Interview mit Dany Levi (7:16 Minuten) - Bombiges Marketing (2:38 Minuten) - Trailershow - Hidden Track: Let's Play Snake (3:01 Minuten)
Die-Kaenguru-Chroniken-Reviewbild-06.jpg
Jeder Zuschauer, der sich von Bonusmaterial eine gewisse Masse an Hintergrundinformationen erhofft, wird leider enttäuscht. Der Bonussektor ist voll und ganz auf Humor ausgelegt. Selbst der Audiokommentar mit Autor Marc-Uwe Kling, dem Känguru (ebenfalls von Marc-Uwe Kling gesprochen) und dem Marc-Uwe Kling Darsteller Dimitrij Schaad, ist nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von Albernheiten und damit eine Parodie auf gängige Audiokommentare – macht aber trotzdem (oder gerade deshalb) eine Menge Spaß. Über den Film und dessen Entstehung erfährt man dabei allerdings fast überhaupt nichts. Auch das Interview mit Regisseur Dani Levy geht viel zu sehr auf die Marotten des fiktiven Kängurus ein, und hinter dem Making Of verbirgt sich im Grunde nur ein kleiner Werbeclip. Die kurze 3D-Sequenz (wir reden hier von gerade einmal 3 Sekunden), wegen welcher der Film extra nochmal ins Kino gebracht wurde, ist hier ebenfalls zu finden, aber eigentlich kaum der Rede wert. Das Frühsport-Video mit Helge Schneider, welches man im Film nur auszugsweise zu sehen bekommt, ist hier ebenfalls in kompletter Länger (und unterirdischer Tonqualität) enthalten. Wenn man ein klein wenig sucht findet man noch einen Hidden Track und bekommt ein „Let's Play“ zu dem Handyspieleklassiker „Snake“ geboten. Auf ein Wendecover wurde dafür leider verzichtet.

Fazit

Die technische Seite der Blu-ray Disc ist leider etwas durchwachsen. Das Bild ist nicht per se schlecht, allerdings auch nicht so gut wie man es von einer aktuellen Produktion erwarten würde. Zu weich, teilweise unrealistische Farben – das geht besser. Auch akustisch ist das Ganze nicht ganz ausgewogen und schickt die Dialoge unnötigerweise kreuz und quer durch das Heimkino. Das Bonusmaterial ist ebenfalls ein Witz – im wahrsten Sinne des Wortes. Immerhin gibt es ein bisschen was zu lachen. Der Film hingegen ist eine tolle Adaption mit eigener zusammenhängender Story und zahlreichen Slapstickeinlagen. Immerhin bleibt die Essenz der Geschichten erhalten, die Animation ist ordentlich und die Grundstory bissig. Ein herrlicher Spaß für Menschen die niveauvollen Klamauk und Satire zu schätzen wissen. Für Kinder ist der Film aufgrund seines Inhalts allerdings nicht geeignet. (Michael Speier)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
7 von 10

Testgeräte

Philips 55PUS8601/12 Panasonic TX-L47ETW60 Denon dbt-3313ud Sony BDV-N9200WB Teufel Theater 500 THX 7.1 mit 4 Dipol Speakern
geschrieben am 13.08.2020

Die Känguru-Chroniken (X-Edition) Blu-ray Preisvergleich

13,80 EUR *

versandkostenfrei

jetzt kaufen
13,80 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
13,80 EUR *

Versand ab 1,99 €

jetzt kaufen
13,98 EUR *

Versand 3,00 €

jetzt kaufen
13,99 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
14,95 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
15,99 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
16,98 EUR *

Versand ab 2,99 €

jetzt kaufen
16,99 EUR *

versandkostenfrei

jetzt kaufen
16,99 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
18,80 CHF *

ca. 17,52 EUR

Versand ab 12,00 €

jetzt kaufen

Gebraucht kaufen

7,00 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
ab 7,96 EUR *

versandkostenfrei

jetzt kaufen
9,19 EUR *

Versand ab 3,99 €

jetzt kaufen
10,44 EUR *

Versandkosten unbekannt.

jetzt kaufen
* Alle angegebenen Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Eventuelle anfallende Versandkosten wurden im Preisvergleich nicht berücksichtigt, beachten Sie hierzu die jeweiligen Shop AGBs. Kurzfristige Änderungen der Preise sind möglich. Bei Preisen, die aus Fremdwährungen errechnet wurden, kann es zu Abweichungen kommen. Beachten Sie weiterhin, dass bei Bestellungen außerhalb der EU zusätzlich Zollgebühren entstehen können.
2 Bewertung(en) mit ø 3,88 Punkten
 
STORY
3.0
 
BILDQUALITäT
4.5
 
TONQUALITäT
5.0
 
EXTRAS
3.0

Film suchen

Preisvergleich

9,19 EUR*
10,44 EUR*
13,80 EUR*
13,80 EUR*
13,80 EUR*

Gebraucht kaufen

7,00 EUR*

Preisüberwachung

Bitte registrieren Sie sich, um diese Funktion zu nutzen!

Blu-ray Sammlung

14 Mitglieder haben diese Blu-ray:

sowie weitere 11 Mitglieder

Diese Blu-ray ist 3x vorgemerkt.