Der Leuchtturm (2019) Blu-ray

Original Filmtitel: The Lighthouse (2019)

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Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, die hier vorliegende Filmfassung entspricht der ungekürzten US R-Rated Fassung, HD Sound (englisch), Extras in HD (komplett)
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS 5.1
Englisch DTS-HD MA 5.1
Französisch DTS 5.1
Spanisch DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch, Arabisch, Dänisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Hindi, Isländisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Region:
A, B, C
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.19:1) @23,976 Hz
Schwarzweißfilm:
Schwarzweißfilm
Video-Codec:
Spieldauer:
109 Minuten
Veröffentlichung:
09.04.2020
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STORY
10
 
Bildqualität
9
 
Tonqualität
10
 
Ausstattung
5
 
Gesamt *
8
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Mit "Der Leuchtturm" erscheint nun der zweite Spielfilm des innovativen Filmemachers Robert Eggers auf dem deutschen Heimkinomarkt. Nach seinem grandiosen Spielfilmdebüt "The Witch - A New England Folktale" sind die Erwartungen natürlich entsprechend hoch, und die ersten Bilder machten den geneigten Cineasten sofort neugierig – immerhin wurde der Film in Schwarz-Weiß und im kaum mehr zeitgemäßen Ansichtsverhältnis von 1,19:1 realisiert. Ob der Film die hohen Erwartungen erfüllen kann, und wie sich die Blu-ray Disc von Universal Pictures Home Entertainment in technischer Hinsicht schlägt, klärt die nun folgende Rezension.

Story

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Ein alter Leuchtturmwärter (W. Dafoe) und sein junger neuer Gehilfe (R. Pattinson) treten ihre vierwöchige Schicht auf einem schroffen Felsen vor der Küste Neuenglands an. Von Anfang an herrscht ein klares Machtgefüge, und während der Junge gezwungen wird, die niederen und kräftezehrenden Arbeiten zu verrichten, kümmert sich der Alte alleine um das Leuchtfeuer, von dem eine gewisse Macht auszugehen scheint. Misstrauen und Hass schleichen sich ein, allerdings gibt es auch intime Momente der Zuneigung, etwa beim abendlichen Essen. Als ein Sturm aufzieht und die erhoffte Ablösung unmöglich macht, verfallen die beiden grundverschiedenen Männer zusehends dem Wahnsinn... Es gibt nur selten Filme, die einen vom ersten Bild an in ihren Bann ziehen und bis zum Finale nicht mehr loslassen. Robert Eggers schafft dieses Kunststück mit seinem zweiten Langfilm „Der Leuchtturm“ hingegen erneut. Aus tiefstem Schwarz schält sich der Leuchtturm in der Ferne heraus, die beiden Leuchtturmwärter kommen über die See, und betreten ihr neues Heim. Dabei beschleicht den Zuschauer gleich das Gefühl der Isolation, dem totalen Ausgeliefert-Sein und, ja, der Angst, denn wir ahnen bereits, dass hier nichts Gutes auf uns wartet.
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Als Identifikationsfigur dient den Meisten vermutlich der Junge Gehilfe, der von Robert Pattinson grandios gespielt wird, und dessen Position ihm von seinem Vorgesetzten gleich von Anfang an klargemacht wird. Auf seinem Bett sitzend streckt ihm Dafoe den Hintern ins Gesicht und verlässt die Bettstätte mit einem satten Furz, womit er von der ersten Szene an sein Revier markiert. Nach und nach steigern sich die Feindseligkeiten, und außer beim abendlichen Essen, bei dem natürlich auch Unmengen an Alkohol fließen, wird Pattinson von seinem Gegenüber permanent schikaniert und beleidigt. Die darstellerischen Fähigkeiten der beiden einzigen Darsteller in diesem grandiosen Kammerspiel gehören derweil zum Besten, was in der letzten Zeit über den Bildschirm oder die Leinwand geflimmert ist. In der zweiten Filmhälfte widmet man sich dann dem zunehmenden Wahnsinn – und hier spielt der Film seine Stärken vollends aus. Viele Fragen werden unausgesprochen aufgeworfen, und bald weiß der Zuschauer selbst nicht mehr was Wahrheit und was Fantastereien sind. Zu allem Überfluss lässt Eggers viele Fragen, viele Ansätze und viele Ideen ungeklärt, so dass der Film lange nachhallt und den Zuschauer weit über die eigentliche Laufzeit hinaus beschäftigt. Eine Kenntnis von alten Seefahrermythen ist dabei ebenso von Vorteil wie Grundkenntnisse der Psychologie, allerdings ist beides nicht zwingend notwendig, um den Film als das zu erkennen und zu genießen was er ist: Ein filmisches Meisterwerk!
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Nun muss allerdings auch gesagt werden dass sich dieses filmische Meisterwerk gewiss nicht für Jedermann eignet, denn der Film arbeitet mit unglaublich viel Subtext, zeigt Bilder und Ansätze, über dessen eigentlichen Hintergrund der Zuschauer selbst nachdenken muss, und natürlich entspricht auch die Darstellung im quadratischen Schwarz-Weiß-Bild nicht den aktuellen Sehgewohnheiten. Darüber hinaus ist das Erzähltempo zuweilen etwas schleppend, Dialoge sind selten, und der sich einschleichende Hüttenkoller und der daraus resultierende Wahnsinn geht ein wenig an die Substanz. Aber wer sich darauf einlassen kann, der wird mit einem großartigen Film belohnt, dessen vielschichtige Geschichte von zwei herausragenden Darstellern gespielt und von einem grandiosen Kameramann eingefangen wurde.
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Die Wahl des Bildformates, sowie die Entscheidung den Film komplett in Schwarz-Weiß zu drehen, verleiht dem Film eine enorme Authentizität und erzeugt ein Gefühl der Klaustrophobie, die man kaum für möglich halten würde. Die breiten schwarzen Balken links und rechts engen nicht nur das Bild ein, sondern erzeugen auch beim Zuschauer eine beklemmende Enge, welche die Dramatik des Films perfekt unterstreicht. Die einzelnen Grauschattierungen, das Spiel mit Licht und Schatten, und die wunderbaren Bilder, Kamerafahrten und Überblendungen sorgten völlig zurecht für die Oscarnominierung des Kameramanns Jarin Blaschke, auch wenn er die begehrte Trophäe letztendlich nicht für sich beanspruchen konnte. Wenn Willem Dafoe im Schein der Kerze zu fluchen beginnt, wirkt er wie ein Dämon aus den Untiefen des Meeres, und das Gleiche gilt später für Pattinson, dessen Schatten übermächtig über dem Geschehen steht, und alles und jeden zu erdrücken droht. Phänomenal!

Bildqualität

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Das Bild liegt im annähernd quadratischen Ansichtsverhältnis von 1,19:1 vor und schaut absolut phantastisch aus. Die Schärfe bewegt sich dabei auf einem sehr hohen Niveau, allerdings lassen sich einige leichte Unschärfen, auch in Nahaufnahmen, nicht von der Hand weisen, wobei nicht ganz klar ist, in wie weit dies ein weiteres, gewolltest Stilmittel darstellt, oder aber aufgrund des Equipments und der Begleitumstände unumgänglich war. Der Kontrast ist jedenfalls im Rahmen der Möglichkeiten optimal eingestellt, auch wenn das Bild subjektiv betrachtet vielleicht stellenweise ein wenig zu dunkel ist, und nur noch Konturen oder Reste des Geschehens abbilden. Aber genau hier liegt die Kunst, denn der Film sieht genau aufgrund dieser fehlenden Beleuchtung (obschon hier sogar mit extrem hellen Lampen gearbeitet wurde) so aus wie es aussehen muss, und die Stimmung die er vermittelt ist einfach einzigartig.

Tonqualität

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Der deutsche Ton befindet sich zwar lediglich in dts 5.1 auf der Disc (im Gegensatz zum englischen Ton, der in einer dts-HD Master 5.1 Abmischung vorliegt), kann aber als so hochwertig bezeichnet werden. Tatsächlich ist es so, dass er locker manchem Blockbuster die Show stiehlt. Zwar bekommen wir hier kein Soundgewitter ala „Avengers“ geboten, aber dafür werden die hinteren Kanäle fast permanent mit Umgebungsgeräuschen gefüttert, die den Zuschauer von der ersten Minute an mitten ins Geschehen hineinversetzen. Seien es leises Windsäuseln (wobei der Wind hier eher durchpfeift und weniger „säuselt“), die brechenden Wellen oder aber das knarzen der Dielen, Schritte, oder Flatulenzen – jedes noch so kleine Geräusch klingt hier unglaublich laut und ist sehr präsent – ebenso präsent wie das unheilverkündende Nebelhorn, dass unter Zuhilfenahme des Subwoofers mitunter an die Posaunen des jüngsten Gerichts erinnert. Fabelhaft! Dazu kommt eine astreine Dialogverständlichkeit, die im Originalton zwar noch einen Hauch feiner ausfällt, im deutschen aber ebenfalls sehr gut klingt. Ein absolutes Highlight ist natürlich auch die musikalische Untermalung von Komponist Mark Korven. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Interopa Film GmbH in Berlin unter der Regie und nach dem Dialogbuch von Christoph Cierpka. Die beiden Darsteller wurden von den hervorragenden Sprechern Johannes Raspe und Reiner Schöne synchronisiert, die ihre Arbeit erwartungsgemäß hervorragend meistern und die deutsche Fassung zu einem ebenbürtigen Äquivalent des Originals machen.

Ausstattung

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Im Bonusmaterial bekommen wir einen äußerst informativen Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Robert Eggers zu hören und optional zu lesen, denn der Audiokommentar wurde, wie das restliche Bonusmaterial auch, deutsch untertitelt, was leider keine Selbstverständlichkeit darstellt. Des weiteren gibt es eine handvoll erweiterter Szenen sowie ein Feature namens „Eine dunkle und stürmische Geschichte“ zu sehen. Dieses unterteilt sich seinerseits in drei Kapitel namens „Mythen hinter dem Wahnsinn“ (18:38 Minuten), „Verzauberung im Licht“ (15:13 Minuten) und „Hirngespinste“ (4:06 Minuten). Hierin wird auf die Hintergründe der Geschichte und die problematischen Bedingungen der Dreharbeiten eingegangen, allerdings empfielt es sich, diese Features erst NACH dem Filmgenuss anzusehen, da große Teile der Handlung vorweg genommen werden. Anschließend wird man einiges besser verstehen und das Verlangen, den Film erneut anzusehen, wächst enorm. Aber genau dafür haben wir ja schließlich Filmsammlungen.

Fazit

Der neue Film von Robert Eggers ist nicht nur ein filmisches Meisterwerk, er ist auch ein audiovisueller Leckerbissen, wobei aufgrund der genial eingesetzten Stilmittel die modernen Sehgewohnheiten auf eine harte Probe gestellt werden. Das Bild ist nicht nur Schwarz-Weiß, sondern auch noch beinahe Quadratisch, aber genau dadurch entsteht eine Atmosphäre, die man so nur ganz selten sieht. Technisch sind Bild und vor allem Ton dabei nahezu perfekt und nutzen die Möglichkeiten des Mediums fast vollends aus. Auch das Bonusmaterial überzeugt und enthält zahlreiche Informationen zu dem, was wir gerade gesehen haben, und wie es entstanden ist. Der Film ist, wie bereits gesagt, ein cineastisches Meisterwerk – Arthouse-Kino vom Feinsten. Eine packende und vielschichtige Geschichte, dargestellt von Zwei Schauspielern die weit über das übliche Maß agieren und unvergleichliche Leistungen abliefern, und fotografiert von einem Genie das Bilder einfängt, die sich ins Gedächtnis einbrennen. Unbedingt ansehen! (Michael Speier)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
9 von 10

Testgeräte

Philips 55PUS8601/12 Panasonic TX-L47ETW60 Denon dbt-3313ud Sony BDV-N9200WB Teufel Theater 500 THX 7.1 mit 4 Dipol Speakern
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4 Bewertung(en) mit ø 3,50 Punkten
 
STORY
3.0
 
BILDQUALITäT
3.8
 
TONQUALITäT
4.3
 
EXTRAS
3.0

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