Motherless Brooklyn (2019) Blu-ray

Original Filmtitel: Motherless Brooklyn

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Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, die hier vorliegende Filmfassung entspricht der ungekürzten US R-Rated Fassung, 16:9 Vollbild, HD Sound (englisch), Extras in HD (komplett)
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DD 5.1
Englisch DTS-HD MA 5.1
Englisch (Hörfilmfassung) DD 5.1
Französisch DD 5.1
Italienisch DD 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch für Hörgeschädigte, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch
Region:
A, B, C
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (1.85:1) @23,976 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
144 Minuten
Veröffentlichung:
28.05.2020
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STORY
8
 
Bildqualität
10
 
Tonqualität
8
 
Ausstattung
4
 
Gesamt *
7
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
"Chaos im Kopf" - so könnte eine einfache und naive Beschreibung für das Tourette-Syndrom lauten. Bei der unheimlichen und bisher auch unheilbaren Krankheit wird der Patient von plötzlich auftretenden Tics bis hin zu willkürlich ausgerufenen Lauten und Wörtern befallen. Sind nervöse Zuckungen und herum wirbelnde Körperteile für die betroffenen schon Scham genug, so sind die meist vulgären und beleidigenden Wort-Ausbrüche meist der Grund dafür, warum viele von ihnen in der Öffentlichkeit gemieden werden. Eben jene heimtückische Krankheit hat sich der amerikanische Schriftsteller Jonathan Lethem für einen seiner Romane ausgesucht und diese mit einer Detektiv-Geschichte verbunden. Dieser Roman wiederum gefiel Edward Norton so gut, dass er ihn als Vorlage für seine zweite Regie-Arbeit aussuchte und hierbei auch gleich selbst die Rolle der an Tourette leidenden Hauptfigur übernahm. Im Vertrieb von Warner Home Video erscheint nun die Blu-ray des prominent besetzten Krimi-Dramas, welche mit den nachstehenden Zeilen genauer unter die Lupe genommen werden soll.

Story

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Im New York der 1950er Jahre führt der Privatdetektiv Frank Minna (B. Willis) eine durchaus erfolgreiche Detektei. Unterstützung erhält hierbei unteranderem von Lionel Essrog (E. Norton), einen am Tourette-Syndrom leidenden jungen Mann, den Minna seinerzeit aus einem Waisenhaus holte und bei sich aufnahm. Der aktuelle Fall spitzt sich unerwartet zu, als Minna selbst Opfer eines Verbrechens wird und stirbt. Für Lionel bricht seine eh schon fragile Welt zusammen und er setzt alles daran, die Hintergründe für den Tod seines Mentors auf zu klären. Seine Ermittlungen führen ihn nach Brooklyn wo hochrangige Beamte ihre Macht ausnutzen und unter einem Vorwand den Stadtteil von afroamerikanischen Bewohnern "säubern" wollen. Je tiefer Lionel in das Wespennest sticht, desto mehr Geheimnisse kommen zu Tage und führen dazu, dass auch er bald ins Visier der Verbrecher gerät.
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Schauspieler und Regisseur Edward Norton spielte schon eine ganze Zeit lang mit dem Gedanken, den Roman von Jonathan Lethem auf die große Leinwand zu bringen. Im Vergleich zum Buch verlegte Norton seine Adaption von den 1970er Jahren in die 1950er und verpasste dem Krimi-Drama noch eine gute Portion Film-Noir-Flair. Auch handelte es sich im Buch beim von Bruce Willis gespielten Charakter Frank Minna vielmehr um einen Kleinkriminellen, als um einen Privat-Detektiv. Nortons Änderungen passen aber dennoch sehr gut zur Geschichte und verleihen ihr einen ebenso glaubwürdigen Hintergrund. Als Hauptdarsteller gelang es ihm dabei sehr überzeugend, die Rolle des an Tourette leidenden Lionel zu spielen. Die nervösen Tics und plötzlichen Ausrufe wirken verblüffend echt. Die negativen Auswirkungen des Syndroms kombiniert man jedoch mit der Gabe eines überdurchschnittliches Gedächtnisses, sodass sich Lionel stets haargenau an Gespräche aus der Vergangenheit erinnern kann. Eben jene Fähigkeit macht sich bei seinen nachfolgenden Ermittlungen im Mordfall seines Freundes und Mentors Minna mehr als bezahlt. Denn er bekommt es mit gewieften Beamten der Stadt zu tun, welche durch krumme Immobilien-Geschäfte die farbigen Bewohner aus dem Stadtteil Brooklyn vertreiben wollen. Als Oberhaupt fungiert hier Alec Baldwin in der Rolle von Moses Randolph, welchem es durch Korruption gelang, gleich mehrere wichtige Ämter unter seiner Person zu vereinigen. Hierdurch versucht er nun das Viertel in ein Slum herunterzuwirtschaften und somit die Bewohner zum Auszug zu zwingen. Hilfe bei seinen Ermittlungen erhält Lionel durch Laura Rose, der Tochter eines Jazz-Club Besitzers, welche durch Gugu Mbatha-Raw gespielt wird. Sie setzt sich zudem als Aktivistin für die afroamerikanischen Bürger ein und ist damit den korrupten Beamten ebenfalls ein Dorn im Auge. Mit Wiliam Dafoe gehört ein weiterer namhafter Darsteller zum Cast, der mit Paul Randolph den verstoßenen Bruder des aktuell mächtigsten Mannes von Brooklyn spielt. Er kreuzt immer wieder Lionels Recherchen und bringt ein unglaubliches Geheimnis zu Tage. In weiteren Nebenrollen sind Akteure wie Bobby Cannavale, Cherry Jones oder Michael K Williams zu sehen, welche alle sehr gut in die 1950er passen. Fans von Bruce Willis werden es indes schon bei der Inhaltsangabe geahnt haben: ihr Star spielt hier wieder nur eine kleine Rolle und hat dementsprechend nur wenig Screen Time.
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Mit knapp 145 Minuten nimmt sich Norton sehr viel Zeit und zelebriert seine mit Film-Noir versetzte Detektiv-Geschichte bis ins Kleinste. Zwischendurch taucht man zum Beispiel in den verruchten Jazz-Club von Laura Vater ab, in dem Lionel - ausgelöst durch die vertrackte Musik - ein ganz besonderes Erlebnis mit seinem Leiden hat. Die Beats des Schlagzeugs und die einfühlsamen Klänge des Trompetenmannes bringen seinen Kopf völlig durcheinander. Dies ist indes der einzige Abschnitt, in dem der Krankheit etwas mehr Beachtung geschenkt wird. Zwar verfällt Lionel immer wieder in Wort-Ausbrüche und Zuckungen, diese haben aber letztendlich im weiteren Verlauf keine größere Bedeutung mehr. Teils dienen sie gar als humorvolle Einlagen und lockern die düstere Stimmung etwas auf. Die Personen in Lionels Umfeld reagieren im Allgemeinen recht verständnisvoll oder gelassen auf seine Krankheit - gerade das ist für die 1950er, wo man mit Sicherheit noch nicht weit verbreitet über das Tourette Syndrom aufgeklärt war, recht ungewöhnlich. Teils hat man gar das Gefühl, dass ein afro-amerikanischer Bürger hier für sonderbarer gehalten wird, als der Typ mit den Tics. Hinzu kommt jedoch auch, dass sich das Syndrom mit zunehmender Laufzeit etwas abnutzt - es wird für den Zuschauer fast schon normal und gehört einfach zur Figur des Privat-Schnüfflers dazu. Immer wieder "hörenswert" sind jedoch Lionels Kommentare aus dem Off, in denen er seine wirren Gedanken oder sein weiteres Vorgehen und Handeln erklärt. Sie machen den größten Reiz seiner Figur aus und treiben die Geschichte immer weiter voran. In der Mitte des Films macht sich dann leider doch ein kleiner Durchhänger breit, in dem der Krimi etwas auf der Stelle tritt. Erst gegen Ende nimmt man wieder etwas Fahrt auf und liefert mit der Aufklärung des Falls dann eine überraschende Wendung. Das Durchhalten lohnt sich hier also und entschädigt mit einer guten Story. Insgesamt ist der Film also eher für den ruhigeren und nachdenklichen Filmabend gedacht, ohne jetzt aber allzu deprimierend oder philosophisch zu werden. Norton huldigt hier den Kriminal-Geschichten vergangener Tage und verleiht diesen durch Rassenkonflikte und einer seltenen Krankheit noch eine besondere Note.

Bildqualität

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Die 1950er Jahre sahen mit Sicherheit noch niemals schärfer und lebendiger aus, als es im vorliegenden Krimi der Fall ist. Frei von Filmkorn mit einer vorbildlichen Detailfülle bekommt man hier ein sehr modernes Bild von New York präsentiert. Gerade in den Close Ups zeigt sich jedes noch so kleine Grübchen und feine Härchen in den Gesichtern der Protagonisten. Sehr viel Mühe gab man sich bei der authentischen Darstellung der damaligen Zeit, was sich vor allem an den diversen Fahrzeugen bemerkbar macht. Aber auch die Kostüme und die liebevollen Einrichtungen der Handlungsorte spiegeln diese Epoche passend wider. Farblich bewegt man sich eher in dunklen Paletten, die dem Film-Noir-Stil eine düstere Note verleihen. Der gute Schwarzwert erhält zudem auch in den dunklen Gassen hinter dem verruchten Jazz-Club sämtliche Details. Das Bild liegt in einem Ansichtsverhältnis von 1.85:1 vor und ist somit nur durch kleine Balken am oberen und unteren Bildschirmrand beschnitten. Kurz um: hier gibt es keine nennenswerten Beanstandungen, der Full HD Transfer sieht einfach klasse aus. Streaming Fans sei an dieser Stelle noch der Hinweis gegeben, dass in Apple iTunes Store auch eine 4K Version des Films, inklusive Dolby Vision verfügbar ist. Dieser Umstand erklärt vermutlich auch die sehr guten Voraussetzungen der Blu-ray.

Tonqualität

Die Blu-ray verfügt über die folgenden Tonspuren: - Deutsch Dolby Digital 5.1 - Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 - Französisch Dolby Digital 5.1 - Italienisch Dolby Digital 5.1
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Bei dem eher ruhigen Kriminal-Drama stehen größtenteils die Dialoge im Vordergrund. Großartige Effekte, die ein Einbinden der Surround-Lautsprecher nötig machen würden, gibt es hier also nicht. Daher ist es also auch nicht so schlimm, dass man der deutschen Synchronisation, welche bei der Berliner Interopa Film GmbH, unter der Leitung von Antonia Ganz entstand, nur eine klassische Dolby Digital Spur verpasste. Einen wirklich gravierenden Unterschied zur verlustfreien HD-Spur des englischen Originaltons kann man hier nicht verzeichnen. Ganz unbenutzt bleiben die umherliegenden Kanäle jedoch nicht und so macht sich hier immer wieder der jazzige Soundtrack und die Umgebungsgeräusche des Stadt bemerkbar. Insgesamt ist die Ausrichtung aber eher front-lastig geraten, weshalb die Dialoge auch zu jeder Zeit klar verständlich sind - was bei dieser Art Geschichte dann auch der wichtigste Aspekt sein dürfte.

Ausstattung

Folgende Extras befinden sich im Bonus-Bereich: - Making-of: Edward Nortons Herangehensweise (9:38 Min.) - Nicht verwendete Szenen (5:19 Min.) - Audiokommentar mit Regisseur Edward Norton
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Der größere Beitrag beschäftigt sich mit Regisseur und Hauptdarsteller Edward Norton: Seit 2001 arbeitete er bereits an der Verfilmung des Romans, welcher ihm schon gefiel, bevor er überhaupt veröffentlicht offiziell wurde. Gerade der düstere Film-Noir-Ansatz bei den Charakteren reizte ihn daran. Wichtig waren ihm bei der Cast-Zusammensetzung professionelle Darsteller, die nicht aus dem Takt kamen, wenn er einen der Tourette-Anfälle spielte. Die Kollegen wiederum loben ihn für sein Talent, von jetzt auf gleich zwischen dem Regisseur Norton und dem Schauspieler Norton wechseln zu können. Sehr herausfordernd waren die Dreharbeiten eines 1950er Film im aktuellen New York, was einige logistische Probleme mit sich brachte. Großen Wert legte man auch auf den Jazz-lastigen Soundtrack, dessen vertracktes Spiel perfekt zu Lionels wirren Gedanken passen. Zum Abschluss gibt es dann noch insgesamt fünf geschnittene Szenen, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben. Die Extras geben einen kurzen Überblick in die Film-Entstehung, befassen sich letztendlich aber nur sehr oberflächlich damit. Hier hätten sich sicherlich noch längere Interviews mit den recht namhaften Darstellern angeboten. Die Gesamtwertung wird dadurch leicht nach unten gezogen. Beide Extras wurden mit deutsche Untertitel versehen. Die Blu-ray wird in einem normalen blauen Amaray-Case geliefert, verfügt aber leider nicht über ein Wendecover.

Fazit

Edward Nortons Film-Noir Krimi überzeugt mit viel Liebe zum Detail und der damit verbundenen Wiederbelebung der 1950er Jahre. Seine Darstellung des an Tourette leidenden Privat-Detektives ist zudem sehr eindrucksvoll, auch wenn die Krankheit im späteren Verlauf eigentlich gar keine so große Rolle mehr spielt. Die Recherchen im Mordfall seines Mentors decken zahlreiche Geheimnisse auf und sorgen so für spannende Unterhaltung. Die bricht zwar in der Mitte des Films etwas ein, kann im Finale dann aber wieder angehoben werden. Technisch gesehen überzeugt die Blu-ray vor allem durch ihr glasklares Bild, wohingegen der Ton seinen Fokus primär auf die Dialoge legt - die düstere Handlung macht somit nur selten Gebrauch von der kompletten Heimkino-Anlage. Für den ruhigen und besonnen Filmabend ist der Krimi aber bestens geeignet und unterhält auf sehr gutem Niveau. (Jörn Pomplitz)
(weitere Reviews anzeigen)

Kaufempfehlung

 
8 von 10

Testgeräte

TV: LG OLED 55B7D Player: Oppo UDP-203 AVR: Yamaha RX-A1080 Front-Lautsprecher: Canton Vento 890.2 Center-Lautsprecher: Canton Vento 866 Surround-Lautsprecher: Canton Chrono 507 Atmos-Lautsprecher: Canton InCeiling 989 Subwoofer: SVS SB-2000 Pro
geschrieben am 09.06.2020

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2 Bewertung(en) mit ø 4,00 Punkten
 
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BILDQUALITäT
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TONQUALITäT
4.0
 
EXTRAS
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