Unsere feindlichen Nachbarn / Jack allein im Serienwahn (Double Feature) Blu-ray

Original Filmtitel: Delirious (1991) + Canadian Bacon (1995)

 
STORY
7
 
Bildqualität
5
 
Tonqualität
6
 
Ausstattung
1
 
Gesamt *
4
* In der Gesamt-Bewertung wird die Story nicht berücksichtigt.
Der Komiker John Candy zählte in den 1980er Jahren zur Spitzenriege seiner Zunft. Mit Filmen wie „Allein mit Onkel Buck“, „Spaceballs“, „Ferien zu dritt“ und „Ein Ticket für Zwei“ erlangte der Kanadier Weltruhm. Nun erscheinen zwei seiner Filme als Doublefeature als Blu-ray Premiere auf den deutschen Markt. Im Set befinden sich die beiden Titel „Unsere Feindlichen Nachbarn“ von 1995 und „Jack allein im Serienwahn“. Was die beiden Filme zu bieten haben, und wie sich die Blu-ray Discs in technischer Hinsicht schlagen, klärt die nun folgende Rezension.

Story

Jack allein im Serienwahn (7/10):
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Jack Gable (John Candy) ist ein erfolgloser Autor von Seifenopern. Nach einem Zwischenfall wacht er plötzlich auf und muss feststellen, dass er irgendwie in seiner eigenen Serie gelandet ist, die fortan zur Realität für ihn wird. Mittels seiner Schreibmaschine ist es ihm zwar möglich das Geschehen um sich herum zu beeinflussen, allerdings folgen alle Menschen um ihn herum den Regeln einer typischen Seifenoper, und dort gehören Intrigen, Lügen und selbst Morde zur Tagesordnung. Als plötzlich eine fremde Kraft Einfluss auf das Geschehen nimmt, wird es ganz schnell brenzlig für den charmanten Loser... Der Film, der auch unter dem Alternativtitel „Des Wahnsinns fette Beute“ gehandelt wurde, persifliert die damals sehr populäre Seifenopern des amerikanischen Fernsehens. John Candy spielt hier erneut herzerfrischend naiv, hat aber wie immer das Herz am rechten Fleck, auch wenn er die Situation zunächst schamlos für sich auszunutzen versucht. Aber hey, würden wir das nicht alle genauso machen?
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Die Idee, einen Außenstehenden in eine Seifenoper hineinzuziehen, ist nicht schlecht, allerdings bleibt der Film dabei sehr zahm, denn das Genre bietet weitaus mehr Möglichkeiten, zumal es selbst schon fast als Parodie durchgehen könnte. Das bedeutet natürlich nicht, dass es hier nicht albern zugehen würde – ganz im Gegenteil. Vermutlich konnte Candy gar nicht anders als albern, aber die Hintergrundgeschichte bleibt leider etwas zu oberflächlich und ohne Biss. Verglichen mit Filmen ähnlicher Thematik, wie etwa Michael Hoffmanns „Lieblingsfeinde“ von 1991 ist der Film – zumindest mit Hinsicht auf die Möglichkeiten ein ganzes Genre durch den Kakao zu ziehen – eher enttäuschend. Als übertriebene, ausgelassene Komödie hingegen, die mit treffsicheren Running Gags und zahlreichen bekannten Darstellern, die (absichtlich) so schlecht spielen, um dem Genre der Seifenoper gerecht zu werden, bestückt ist, ist der Film eine wahre Perle. Unsere feindlichen Nachbarn (7/10): Nach dem Ende des kalten Kriegs steht der US-Präsident (Alan Alda) vor niederschmetternden Umfragewerten, die seine Wiederwahl ernsthaft gefährden. Kurzerhand wird ein neuer Krieg inszeniert, und was läge da Näher (im wahrsten Sinne des Wortes) als die eigentlich friedliebenden Kanadier zum neuen Feind zu erklären?! Mit „Unsere feindlichen Nachbarn“ liefert Skandal-Dokumentations-Regisseur Michael Moore seinen ersten und einzigen Spielfilm ab. Seinem Kredo bleibt der Filmemacher dabei allerdings treu, denn auch hier werden Missstände der amerikanischen Politik augenzwinkernd aufs Korn genommen, allerdings geht er auch hier wieder mit der Brechstange vor und nimmt kein Blatt vor den Mund. Wortwitze und sarkastische Bemerkungen hageln quasi im Minutentakt auf den Zuschauer ein, wobei einige jedoch einfach nur lose verpuffen. Wie von Moore nicht anders zu erwarten übt er harsche Kritik an der US-Politik und deren Kriegstreiberei. Der Präsident verkauft sein Land für dumm, inszeniert einen Krieg der keiner ist, und wirft mit „Fake News“ um sich, welche von der dummen Bevölkerung natürlich willig und unreflektiert angenommen wird.
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Der Film funktionierte damals nicht ganz so gut, allerdings könnte man sagen, dass er seiner Zeit ein wenig voraus war. Heute, in Zeiten von „Fake News“ und einer US-Bevölkerung, die tatsächlich alles zu glauben scheint was ihr Staatsoberhaupt an „Bullshit“ von sich gibt, ist der Film aktueller denn je. Und darüber hinaus ist er auch noch kurzweilig und witzig. Allerdings wäre auch hier deutlich mehr drin gewesen, denn alles in allem ist auch dieser Film zu oberflächlich und vor allem zu albern, um die im Kern ernste Botschaft glaubhaft zu übermitteln. Zudem sieht man John Candy, der hier den Durchschnittsbürger Bud Boomer (was für ein Name!) spielt, bereits stark seinen angeschlagenen Gesundheitszustand an, und so fällt es ihm sichtlich schwer, zu alten Höchstleistungen aufzulaufen. Spaß macht das Ganze allerdings trotzdem. Beide Filme bieten gute, kurzweilige Unterhaltung auf verhältnismäßig niedrigem Niveau. Obwohl beide Filme von der Grundidee her böse, bitter und sozial-, bzw. medienkritisch sind, bleiben in beiden Fällen die Handlungen eher nebensächlich und oberflächlich. In erster Linie geht es um den Spaß, und der kommt, wie bei allen Filmen mit dem komödiantischen Schwergewicht John Candy, nicht zu kurz. Ganz im Gegenteil. Fans von seichten 1990er-Jahre Komödien können daher getrost zugreifen.

Bildqualität

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Das Bild beider Filme liegt im bildschirmfüllenden Ansichtsverhältnis von 1,85:1 vor und ist im Großen und Ganzen recht ähnlich. Beiden gemein ist, dass sich die Schärfe nur wenig über dem Niveau einer guten DVD bewegt und keinerlei Kleinstdetails abbildet, nicht einmal in extremen Nahaufnahmen wie etwa Candys Augen gleich nachdem er in seiner „Traumwelt“ erwacht. Die Farben sind sehr trist und lassen Kraft vermissen, darüber hinaus ist „Unsere feindlichen Nachbarn“ auch noch leicht blau-grün-stichig, was allerdings nicht auf jede Szene zutrifft und daher auch ein Stilmittel sein könnte. Trotzdem bleiben die Farben allgemein noch im annehmbaren Rahmen. Der Kontrast ist ebenfalls nicht ganz optimal eingestellt und bildet helle Flächen etwas zu stark ab, wodurch das gesamte Bild ein wenig milchig ausschaut und zu hell wirkt. Der Schwarzwert bleibt dabei erwartungsgemäß eher dunkelgrau bis dunkelblau, zudem macht sich hier ein mittelstarkes Bildrauschen bemerkbar. Zumindest halten sich die altersbedingten Mängel wie Verunreinigungen, Beschädigungen und ähnliches im Rahmen, dafür zittert das Bild szenenweise ein wenig. Man kann sich das Ganze zwar anschauen, aber von einer Blu-ray Disc hätte man etwas mehr erwarten dürfen, auch wenn die Filme beide nicht mehr ganz frisch sind.

Tonqualität

Jack allein im Serienwahn (5/10)
Unsere feindlichen Nachbarn (7/10)
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Der Ton beider Filme liegt in deutscher und englischer Sprache in LPCM 2.0 vor und in beiden Fällen lassen sich optional deutsche Untertitel hinzuschalten. Aufgrund der 2.0 Abmischung bleiben die hinteren Kanäle erwartungsgemäß stumm und auch der Subwoofer wird nicht angesteuert, was im Kern gesehen nicht allzu tragisch ist, da es bei beiden Fällen primär um die Dialoge geht und eine Rundumbeschallung vermutlich nie vorgesehen war. Leider gibt es dennoch einen Mangel, der bei alten Titeln nicht selten ist: Die Tonhöhe!
Besonders bei „Jack allein im Serienwahn“ fällt dieses Manko erheblich auf, denn der gesamte Ton klingt nicht nur zu tief, sondern er ist auch deutlich zu langsam und scheint stellenweise zu leiern. Das fällt über die gesamte Filmlänge hinweg auf und macht den Filmgenuss nahezu unmöglich, da jeder Darsteller klingt, als würde er gleich einschlafen. Bei „Unsere Feindlichen Nachbarn“ schaut es wiederum anders aus, denn hier klingt alles richtig, was nicht heißen soll, dass es das auch ist. Hier fehlt dem Rezensenten einfach das Vergleichsmaterial mit der alten DVD. Aber, wie gesagt, es klingt so, als wäre alles in Ordnung. Die Stimmen klingen hier auch deutlich frischer und sauberer, während die Musik das Ganze stimmungsvoll untermalt.

Ausstattung

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Die beiden Filme stecken in einer Doppel-Amaray-Verpackung die mit einem Wendecover ausgestattet und ein 16-seitiges Booklet beigelegt wurde. Allerdings finden sich in besagtem Booklet lediglich Informationen zu diversen Darstellern, die Wort für Wort von Wikipedia übernommen wurden. Die Menüführung beider Discs gestaltet sich als sehr langsam, und das, obwohl sich kaum anwählbare Punkte auf der Disc befinden. Beide Filme sind mit Trailern ausgestattet, und bei „Jack allein im Serienwahn“ lässt sich noch ein qualitativ mieses Feature aufrufen, welches dann eine Reihe von Kurzclips in Folge abspielt, allerdings ohne dabei die Möglichkeit zu bieten einzelne Punkte zu überspringen oder wieder ins Hauptmenü zurückzukehren, außer natürlich über die „Main Menü“ Taste.

Fazit

Bild und Ton der beiden Filme aus den 1990er Jahren bewegen sich nur knapp über dem Niveau einer guten DVD. Das Bild ist in beiden Fällen bestenfalls mittelprächtig, der Ton bei „Unsere Feindlichen Nachbarn“ geht in Ordnung, bei „Jack allein im Serienwahn“ klingt er jedoch grauslich. Die Tonhöhe stimmt hier nicht und zudem läuft der Ton deutlich zu langsam ab. Schade ist auch, dass man weitestgehend auf Bonusmaterial verzichtet hat. Trotzdem ist es erfreulich, dass man nun endlich die Gelegenheit bekommt, die beiden Filme mit Starkomiker John Candy auf Blu-ray Disc in seine Sammlung aufzunehmen, auch wenn kein echter Mehrwert zu erkennen ist. Zwar sind beide Filme eher auf Klamauk aus, obwohl es in beiden Fällen möglich gewesen wäre inhaltliche Spitzenfilme abzuliefern, aber andererseits muss ja auch nicht jeder Film ein cineastisches Meisterwerk mit Tiefgang und Botschaft sein. Manchmal genügt es, wenn man sich einfach zurücklehnen und lachen kann, und dafür sind bei beiden Titel dieser Doppelbox bestens geeignet. (Michael Speier)
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6 von 10

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