Feinde - Hostiles Blu-ray

Original Filmtitel: Hostiles (2017)

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Disc-Informationen
Kinofassung (dt. & US Version identisch), Uncut, die hier vorliegende Filmfassung entspricht der ungekürzten US R-Rated Fassung, HD Sound (deutsch), HD Sound (englisch), Extras in HD (komplett)
Vertrieb:
Schauspieler:
Regisseur:
Produktion:
Kategorie:
Verpackung:
Altersfreigabe:
Sprachen:
Deutsch DTS-HD MA 5.1
Englisch Dolby Atmos 7.1
Untertitel:
Deutsch
Region:
B
Disc Kapazität:
BD-50 GB
Bildformat(e):
1920x1080p (2.40:1) @24 Hz
Video-Codec:
Spieldauer:
134 Minuten
Veröffentlichung:
12.10.2018

Blu-ray Bewertungen

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bewertet am 20.11.2018 um 15:17
#2
Christian Bale hatte schon einmal in einem wirklich sensationellen Western eine der Hauptrollen inne. Es handelt sich um den Todeszug nach Yuma. Hier hatte Bale schon einemal Westernluft schnuppern können. Auch hier ging es um zwei Männer, die sich im Laufe des Films immer mehr schätzen lernen und sich gegenseitig stützen, auch wenn das für den anderen nichts Gutes bedeuten soll.
Hier in New Mexiko, 1892, verkörpert Bale den Captain Joseph Blocker. Bevor er in den wohlverdienten Ruhestand treten darf, muss er jedoch noch einen letzten Auftrag ausführen und den Häuptling Chief Yellow Hawk, der vom Präsidenten der Vereinigten Staaten aufgrund seines unheilbaren Krebsleidens begnadigt wurde, zum Sterben in seine Heimat begleiten. Angewidert von diesem Auftrag macht er sich dennoch pflichtbewusst auf den beschwerlichen Weg. Hierzu stellt er eine Begleittruppe zusammen. Auf dem Weg dahin kommen sich die beiden Männer näher und entwickeln hervorgerufen durch unvorhergesehene Ereignisse Respekt für einander. Captain Joseph Blocker führt seinen Auftrag wie immer unbeirrt aller Widrigkeiten bis zum bitteren Ende durch.

Der Film ist eine Methapher für die Greultaten, die die Einwanderer den Indianer während ihrer Landeroberungskämpfe angetan haben. Die Indianer ihrerseits haben sich natürlich nicht den Eindringlingen kampflos ergeben. 1892 war der Krieg weitestgehend zu Ende nur die Comanchen haben sich scheinbar immer noch gegen die Eindringlicge zur wehr gesetztund hierbei ihrerseits Greultaten vollbracht, wobei es ihnen vollkommen egal zuz sein schein, wen sie hier töteten. Klar, das natürlich nur jeder seine Sicht der Ereignisse sah. Im Laufe der Reise ändern sich aber die Dinge und die Truppe muss zusammen versuchen auf dem Langen Weg zu überleben. Hierbei kommt es zu einer Versöhnung der Beteiligten. Ein Film der durchaus zum Nachdenken anregt und aufzeigt, das aus Hass bei genauerer Betrachtung der Dinge auch Respekt und Freundschaft erwachsen kann, wenn man sich die Mühe macht, seinem gegenüber zuzuhören und auf ihn zuzugehen. Die Zeit heilt alle Wunden, könnte man sagen. Ein wunderbarer uneiteler Western, der die Sache über die Personen stellt und aufzeigt, dass auch in der heutigen Zeit ein gutes Miteinander nur eine Frage des guten Zuhörens und der Betrachtung aus einem anderen Blickwinkel sein kann.

Bild. Das Bild ist scharf, aber natürlic im filmischen Sinne zu dunkel in den Nachtszenen gehalte. Das soll aber bestimmt auch einen besonderen Ralitätsbezug zur jeweiligen Szenerie haben und kann m.E. nicht als Mangel angesehen werden, denn in der Nacht ist es weiter weg vom Lagerfeuer eben dunkel.

Ton: der Surroundsound ist sehr realistisch gehalten und versucht auch hier nicht durch eine besondere Effektmaschine die Tonalität der Szenerie diese besonders herauszuheben. Alle Geräusche wirken sehr geerdet und der Score passt sehr gut zum Film.

Fazit:
Ein Film, der es schafft einen trotz der Langsamkeit oder gerade wegen der Langsamkeit zu fesseln. Ein Film für waschechte Westernfans, die eine Szenen auch einmal aussitzen können.
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 5
Extras mit 3
Player:
Sony BDP-S790
Darstellung:
Optoma HD33
plo
bewertet am 15.10.2018 um 12:44
#1
Die Vereinigten Staaten von Amerika, 1892: die Indianerkriege sind einige Zeit vorbei, doch die Vergangenheit lastet schwer auf allen Beteiligten. In New Mexico erhält Captain Joe Blocker definitiv gegen seinen Willen den Auftrag, den an Krebs leidenden Chief Yellow Hawk nach Montana zu begleiten, damit der alte Häuptling in der Heimat sterben kann. Dies soll Zeichen der Annäherung für Amerikaner und Indianer sein, doch die von beiden Seiten angerichteten Gräuel bleiben unvergessen: Blocker und Yellow Hawk stehen sich zunächst unversöhnlich und hasserfüllt gegenüber. Unterwegs stößt die Gruppe auf eine niedergebrannte Farm, der Mann und die Kinder wurden grausam von Comanchen ermordet. Die Frau hat schwer traumatisiert überlebt und wird durch die Gruppe zum nächsten Stützpunkt mitgenommen. In der steten Gefahr durch die Comanchen müssen sich Blocker und Yellow Hawk wohl oder übel zusammen raufen und entdecken dabei die menschliche Seite des Gegenüber..

Scott Cooper ist dem Filmkundigen natürlich kein Unbekannter: der Amerikaner (oder vielmehr sein Hauptdarsteller Jeff Bridges und ein Song) hat bereits bei seinem Erstling „Crazy Heart“ Oscars kassiert, und auch die beiden Nachfolger „Out of the Furnace“ (ebenfalls mit Christian Bale) und „Black Mass“ sind für mein Empfinden hervorragende Filme. Stets nimmt sich Cooper zeitgeschichtlicher Themen an, und dieses Mal ist es ein Western. Dieser Western ist aber so ganz und gar nicht wie die „gewöhnlichen“ Western, und schon gar nicht wie so einige Vertreter aus der Hochzeit des Genres in den Fünfzigern und Sechzigern des letzten Jahrhunderts. „Hostiles“ ist quasi eine Parabel und zeigt auf, was der Krieg aus Menschen macht; und so hätte die Geschichte nach jedem gewalttätigen Konflikt erzählt werden können und hätte nach dem 2. Weltkrieg, nach dem Irak oder Afghanistan genauso funktioniert.
„Hostiles“ zeigt auf, dass das Gesehene, Erlebte und vor allem auch das Getane tiefe Spuren auf der Seele der Menschen hinterlässt, dieser dabei verroht, psychisch abstumpft und jegliche Menschlichkeit fahren lässt, so dass selbst Kinder brutal ermordet werden. Als Hoffnungsschimmer zeigt Cooper jedoch auch, dass Menschen ihren Hass und ihre Vorurteile überwinden können, sobald sie den Menschen hinter der Fassade des Feindes erkennen.
Dies alles erzählt Cooper auf verlangsamte Weise, wenn die Gruppe durch die endlosen Weiten Nordamerikas reitet, stets vage bedroht von meist unsichtbaren Comanchen, die immer wieder überraschend angreifen. Doch Gefahr droht nicht nur von Indianern, auch der eigenen Rasse kann nie arglos begegnet werden.
„Hostiles“ ist toll photographiert, und viele Einstellungen sind kleine Kunstwerke. Der Film ist kein Action-Western, und doch kommt keine Sekunde Langeweile auf. Die Stimmung ist jedoch stets düster und deprimierend, und nur ein Mal hellt ein Lächeln die Stimmung auf. Sehr berührend ist eine der letzten Szenen, in der Blocker und Yellow Hawk aufeinander zugehen. Der Film wird spielend durch Christian Bale getragen, obwohl dieser seine Mimik nur selten verändert: seine Präsenz ist mehr als ausreichend, um Emotionen zu transportieren. Wes Studi steht Bale jedoch in nichts nach, und ebenfalls sehr stark: Rosamund Pike.

Scott Cooper und sein Kameramann haben bewusst au die Nutzung von digitalen Kameras verzichtet, was die Bildqualität zumindest für den absoluten High Def-Freak etwas mindert. Der Gebrauch von herkömmlichem Zelluloid führt zu einem meist etwas weicheren Bild und sichtbarem Korn. Die Bildhintergründe sind allesamt durch die Bank nicht besonders scharf und wenig detailreich; seine Stärken hat das Bild in den Mittelgründen. Und trotz der angesprochenen Mängel: das Bild passt gut zum Film, und es wirkt sehr kinolike.

Der deutsche Track liegt in DTS HD MA 5.1 vor. Die Tonspur klingt insgesamt recht verhalten, wobei mir persönlich die im Review erwähnten leisen Dialoge gar nicht so auffielen, denn der gesamte Track ist wenig dynamisch und kaum bassstark. Die Originaltonspur habe ich nicht angehört, aber dass sie besser ausfällt als die deutsche glaube ich auch so. Ist auch nicht schwer.

Extras habe ich wie üblich nicht angesehen, ich vergebe erstmal einen Mittelwert. Die Scheibe hat kein Wendecover.

Mein persönliches Fazit: „Hostiles“ ist einerseits klassischer Western und dann doch nicht wieder nicht. Der Film ist quasi ein Psychodrama im Westernkostüm über die Schäden, die die Seele des Menschen in Kriegen nimmt. „Hostiles“ ist trotz aller Verlangsamung fesselnd, berührend, sehr authentisch und hochdramatisch. Sollte man als Filmliebhaber mindestens gesehen haben.
Story mit 5
Bildqualität mit 4
Tonqualität mit 3
Extras mit 3
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2 Bewertung(en) mit ø 4,00 Punkten
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